Julia Kaiser ist 35, sieht top aus und ist mit dem Service des Online-Shops „super zufrieden“. Sie würde jederzeit wieder kaufen... Positive Feedbacks schaffen Kundenvertrauen und können das Geschäft ankurbeln. Testimonials sind dabei besonders wertvoll, da ihrer Aussage mehr Persönlichkeit zukommt. Ungünstig ist es nur, wenn Julia Kaiser gar nicht existiert.
Wo Kunden glücklich sind, da kauft man selbst gerne ein. Schade nur, wenn Unternehmen, obwohl sie wahrscheinlich genug echte zufriedene Kunden haben, weitere hinzu erfinden müssen. Erst Mitte Januar wurde auf Gründerszene exklusiv über einen solchen Fall berichtet: Der Versicherungskonzern Allianz soll mit gefälschten Testimonials gearbeitet haben. Auf den Webseiten Coverion.com und Supersafe.com wurden mehrere Testimonials mit Name, Bild, Alter und Meinung verwendet. Auffällig ist nur, dass einige der Kunden scheinbar einen Zwilling haben – nur leider ist der noch nicht mal gleich alt...
Fotos aus Stockarchiven sind des Rätsels Lösung. Auf Nachfrage durch Gründerszene habe die Allianz X mitgeteilt, es sei aus datenschutzrechtlichen Gründen zu einer Änderung (sprich Anonymisierung) von Namen und Foto gekommen. Eine Täuschung steckt trotzdem dahinter. Was geht und was verstößt gegen das Gesetz?
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