„Es gibt noch keine Diagnose mit dem Namen TikTok-abhängig“
Der Suchtmediziner vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim, Patrick Bach, sagte gegenüber der Wirtschaftswoche, dass es in der Hirnforschung bislang kein individuelles Erkennungsmuster für eine Social-Media-Sucht gibt. Allerdings gibt es Hinweise, wie zum Beispiel eine Überaktivität des Belohnungszentrums des Gehirns: „Hier gibt es Parallelen zu Alkohol und anderen Drogen“, so Bach.
Bei einem Gerichtstermin würde der Experte zu folgender Einschätzung kommen: „Es gibt noch keine Diagnose mit dem Namen TikTok-abhängig. Wir können aber sehen, dass Social-Media-Nutzung zur Sucht werden kann und betroffene Personen wichtige Lebensbereiche vernachlässigen und es nicht schaffen, das zu kontrollieren. Die Nutzung sozialer Medien kann also abhängig machen“. Auch die Tatsache, dass TikTok lediglich kurze Videos zeigt, sieht Bach als Problem. „Die Nutzer haben bei der Kürze der Videos keine Zeit bewusst zu reflektieren, ob sie weiter konsumieren wollen.“
Neben der Prüfung der Suchtgefahr soll auch untersucht werden, ob die Regeln des Jugendschutzes durch TikTok gefährdet sind.
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