Kein ausreichender Einblick in die Bewertung der Kreditwürdigkeit
Nachdem Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke die Schufa Anfang 2022 zu mehr Transparenz bei der Wirtschaftsauskunftei aufgefordert hatte, gelobte Schufa-Chefin Tanja Birkholz Besserung und versprach die geforderte Transparenzoffensive. Zur Veranschaulichung der Auswirkung von mehreren Krediten oder Umzügen auf die Bonität, veröffentlichte die Schufa unter anderem einen Score-Simulator. Ein „kleiner Fortschritt”, der jedoch nicht ausreichend sei, so das Verbraucherschutzministerium.
Für mehr Offenheit sollte auch die Bonify-App sorgen, über welche der Schufa-Basisscore eingesehen werden kann. Kritiker bemängelten, dass das allerdings nur über die App des Dienstes Bonify der Berliner Firma Forteil, einer Tochterfirma der Schufa, ginge. Notwendig dafür ist eine Registrierung mit dem Personalausweis oder dem eigenen Bankkonto. Nutzende willigen anschließend ein, dass der Anbieter „den Kontosaldo sowie die Kontoumsatzdaten von bis zu vierundzwanzig Monaten abruft”.
Für das Bundesministerium für Verbraucherschutz reicht dieses Vorgehen noch nicht aus. Die Schufa biete „noch keinen ausreichenden Einblick in die angewendeten Regeln” zur Berechnung ihrer Wahrscheinlichkeitswerte („Scores”) über die Bonität der Bürger, erläuterte eine Sprecherin des von Steffi Lemke geleiteten Ressorts. Vielmehr sollten Verbraucher:innen einfach, verständlich und auf einen Blick erfahren können, was sich positiv oder negativ auf die Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit auswirkt.
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