Forderungen nach einer neuen Homeoffice-Pflicht ab dem Herbst sorgten in der vergangenen Woche für breites Aufsehen und Diskussionen. Auch zusätzliche Belastungen für die Mitarbeitenden werden befürchtet: Während der Trend zur Heimarbeit bei den massiv gestiegenen Gas-, Strom und Warmwasserpreisen in Unternehmen durchaus Sparpotenzial hat, könnte der finanzielle Druck auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hingegen noch weiter steigen.
Zwar billigt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Entwicklung, dass Mitarbeitenden ein Homeoffice-Angebot unterbreitet wird, allerdings fordert er zugleich eine Entlastung für die Betroffenen: „Homeoffice zu nutzen, um Kosten für Arbeit – dazu gehört das Heizen der Arbeitsstätten – auf die Beschäftigten zu verlagern, ist ein No-Go“, wird Anja Piel, Mitglied des DGB-Bundesvorstands, von der Augsburger Allgemeinen zitiert. „Der DGB fordert, die Homeoffice-Pauschale fortzuführen und auf 1.500 Euro anzuheben. Das wäre ein Beitrag zu mehr Steuergerechtigkeit“, sagt sie weiter. So könne sichergestellt werden, dass Arbeitnehmer in Heimarbeit nicht auf den deutlich gestiegenen Kosten sitzenblieben.
Das Bundesarbeitsministerium habe die Pläne für eine neue Homeoffice-Pflicht ab dem 1. Oktober 2022 bereits in einem Referentenentwurf für eine SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung festgehalten. Hintergrund ist die Zahl neuer Coronainfektionen, die mit der kühleren Jahreszeit erwartet werde. In diesem Rahmen sollen Arbeitgeber erneut verpflichtet werden, ihre Mitarbeitenden vor Infektionen zu schützen, indem diesen – dort, wo möglich, die Arbeit von zu Hause aus angeboten wird.
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