Gewalt und sexuelle Übergriffe gegen weibliche Fahrgäste des Fahrdienstleisters Uber sind ein Problem, das in den USA nun in eine gerichtliche Auseinandersetzung mündet: Rund 550 Frauen haben sich dort einer Sammelklage angeschlossen. 150 weitere Fälle würden derzeit noch geprüft. Sie alle bezichtigen das Unternehmen, die Sicherheitsprobleme jahrelang verschleppt und keine ausreichenden Maßnahmen zum Schutz der Passagiere getroffen zu haben.
Bereits vor acht Jahren, seit 2014, sei der Führungsebene von Uber die Brisanz der Situation bekannt, dennoch habe es seither zahlreiche schwerwiegende Vorfälle gegeben, die Frauen erlebten – die Rede ist dabei nicht nur von Belästigungen, sondern auch von Entführungen und Vergewaltigungen.
„Uber könnte so viel mehr tun, um seine Mitfahrerinnen und Mitfahrer zu schützen“, zitiert die WirtschaftsWoche Adam Slater, den Anwalt der Klägerinnen. „Kameras, um Angriffe zu verhindern, robustere Background-Checks für Fahrer, ein Warnsystem, wenn Fahrer von ihren Routen abweichen.“ Solche Strategien und Maßnahmen hatte der Fahrdienstleister bisher allerdings abgelehnt.
Die Sammelklage der Frauen laufe den Angaben zufolge bereits seit Februar dieses Jahres. Welches Ausmaß die Lage hat, offenbarte bereits eine hauseigene Untersuchung, die Uber vor wenigen Wochen vorgelegt hatte: Diese enthüllte 3.824 sexuelle Übergriffe durch Fahrer von Uber – und das allein in den beiden Jahren 2019 und 2020. Zur aktuellen Klage wollte sich der Fahrdienst demnach nicht äußern.
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