Die beiden Discounterketten Aldi und Lidl sowie die Modehersteller Boss und C&A sehen sich einer Klage der Menschenrechtsorganisation „European Center for Constitutional and Human Rights“ (ECCHR) entgegen. Den Branchenriesen wird dabei vorgeworfen, sich an der Unterdrückung, Misshandlung und Versklavung von Menschen beteiligt zu haben. Konkret geht es dabei um die Versklavung der Uiguren.
Bei den Uiguren handelt es sich um eine ethnische Gruppe von Menschen, die vor allem im Nordwesten Chinas angesiedelt sind. Berichte über systematische Unterdrückung durch die chinesische Regierung, Zwangsarbeit und politische Umerziehungslager hatten in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt.
Den deutschen Unternehmen Aldi, Lidl, Boss und C&A wird im Rahmen der Klage laut Spiegel Online nun vorgeworfen, durch ihre Geschäfte und Lieferbeziehungen „in China zur Versklavung von Uiguren beigetragen“ zu haben. Die Menschenrechtsaktivisten von ECCHR hätten daher beim Generalbundesanwalt Strafanzeige erstattet – sie sollen Mithilfe bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit geleistet haben. Fast 100 Seiten betrage die Länge der Anzeige. Laut Tagesschau gehe es den Aktivisten nicht nur um die konkret beklagten Firmen, denn sie stünden nur stellvertretend für zahlreiche andere Unternehmen einer riesigen Branche, die ebenfalls in China oder konkret in der Provinz Xinjiang produzieren und dabei Versklavung fördern. Jede dieser Firmen müsse hinterfragen, inwieweit sie durch ihre unternehmerischen Verbindungen und Lieferketten zu dieser Unterdrückung beitragen.
Die beklagten Firmen hätten die Vorwürfe indes zurückgewiesen und dabei betont, keine Zwangsarbeit in ihren Prozessen zu dulden. Allerdings gebe es laut Spiegel Online in detaillierteren Unternehmensberichten durchaus Hinweise darauf, dass die beklagten Konzerne zwischenzeitlich aus der kritischen Region Produkte bezogen hätten.
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