DSGVO: Bei Unternehmen überwiegt Frust vor Sicherheit
Die Datenschutzgrundverordnung ist in ihrer amtlichen Veröffentlichung epische 88 Seiten lang und besteht neben 173 Erwägungsgründen aus 99 Artikeln. Doch viel hilft nicht immer viel, denn Händler können mit der umfangreichen, für viele immer noch neuen Verordnung in der Praxis wenig anfangen.
Fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) hatten vor dem Start laut einer Händlerbund-Umfrage entweder noch nie von der DSGVO gehört oder hatten zumindest davon gehört, aber wussten nicht, was genau auf sie zukommen würde. Nur fünf Prozent gaben damals an, dass sie sich bereits gut auskennen würden. Das war 2017.
Wer jetzt aber denkt, die große Präsenz der DSGVO in den Medien hätte bis zum Inkrafttreten Mitte 2018 etwas geändert, irrt. Auf die Frage, ob sich die Betroffenen auf die DSGVO vorbereitet fühlen, antwortete Anfang in einer weiteren Umfrage 2018 noch immer der Großteil (61 Prozent) mit „eher nicht” oder „gar nicht”. Noch immer gaben vier Prozent der befragten Online-Händler an, nie zuvor von der geplanten DSGVO gehört zu haben. Immerhin war der Anteil der „Ahnungslosen” gesunken.
Auch in den Jahren danach hat sich wenig getan. Rund zwei Jahre nach der Einführung der DSGVO sind etwa 89 Prozent der deutschen Unternehmen der Auffassung, dass diese praktisch nicht kompromisslos umsetzbar sei. Tatsächlich gelungen sei die Umsetzung der DSGVO laut einer Bitkom-Studie aus dem vergangenen Jahr erst bei etwa einem Fünftel der Firmen. Je rund ein Drittel (37 Prozent und 35 Prozent) haben die DSGVO „größtenteils“ oder immerhin „teilweise“ umgesetzt. Warum? Im September 2020 sahen 74 Prozent der Befragten einer Statista-Erhebung die Rechtsunsicherheit als eine der größten Herausforderungen bei der Umsetzung der DSGVO an. Sie wünschen sich mehr Unterstützung durch die Behörden.
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