Tipp #1: Eröffne einfach einen Fake-Shop
Einer der sichersten Wege in Gefängnis führt über das Betreiben eines Fake-Shops. Unter einem Fake-Shop versteht man einen Shop, der zwar Waren (vorzugsweise gegen Vorkasse) anbietet, allerdings nie wirklich vorhat, diese auszuliefern. Im strafrechtlichen Sinne handelt es sich dabei um einen Betrug, für den es eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe gibt. Etwas schärfer wird da schon der gewerbsmäßige Betrug geahndet: Hier gibt es direkt eine Mindeststrafe von einem halben Jahr.
Wer also auf Nummer sicher gehen und nicht nur mit einem blauen Auge in Form einer Geldstrafe davon kommen will, sollte dafür sorgen, dass der Schaden bis zum Moment des Erwischtwerdens besonders hoch ist. Hier bieten sich zwei Wege an: Du könntest besonders hochpreisige, beliebte Ware, wie beispielsweise das neueste Smartphone, zu unschlagbaren Konditionen anbieten. Allerdings sind die durchschnittlichen Kund:innen bereits durch die vielen Berichte über Internetbetrügereien gewarnt. Daher werden sich eher wenige darauf einlassen, hunderte von Euro per Vorkasse für ein Produkt zu zahlen. Bei kleinen, günstigen, aber notwendigen Produkten ist daher die Chance höher, dass sich viele Personen auf den Deal einlassen.
Weiterhin empfiehlt es sich, nicht einfach drauf los zu betrügen. Auch hier will ein Geschäftskonzept her und dieses sollte zumindest Vorkehrungen beinhalten, um nicht gleich entdeckt zu werden – sonst kommst du noch mit einer Geldstrafe davon oder das Verfahren wird schlimmstenfalls sogar eingestellt!
Schritt 1: Ein wenig Ehrlichkeit zum Anfang
Das erste Ziel sollte daher sein, den Eindruck der Ehrlichkeit zu erwecken. Es gilt also erst einmal, Ware zu verkaufen, über die du tatsächlich verfügst. Dafür können im Shop dann eben auch mal Käufe auf Rechnung angeboten werden. Das stärkt das Vertrauen der Kundschaft in dein Business. Die ein oder andere gute Rezension solltest du dabei schon mal erhalten. Ist ein gewisses Vertrauen als Basis geschaffen, kann es dann so richtig losgehen. Praktisch ist es an der Stelle übrigens, Verbrauchsgüter im Angebot zu haben, die die Kundschaft immer wieder nachkaufen muss. Aus der Praxis sind erfolgreiche Beispiele mit dem Verkauf von Alkohol bekannt.
Schritt 2: Dreist ist geil!
Jetzt geht es los mit dem Betrug. Von Vorteil kann es sein, hier eine Strategie zu entwickeln, mit der du in kurzer Zeit möglichst viel Schaden anrichten kannst. Die Angebote müssen also so gut sein, dass die Kundschaft gar nicht erst lange nachdenkt. Künstliche Verknappung lautet das Stichwort. Wettbewerbsvorschriften sollten an dieser Stelle keinerlei Rolle mehr für dich spielen. Schließlich geht es ja darum, die Regeln zu brechen. Kund:innen mit zeitlich begrenzten Rabatten unter Druck zu setzen, ist ein Mittel, welches Plattformen wie Wish oder Temu bereits zur Perfektion beherrschen. Ein Counter zählt die Minuten runter, dann ist der 50-Prozent-Rabatt weg. Übrigens müssen diese 50 Prozent nicht echt sein. Falsche Streichpreise sind ein vollkommen legitimes Mittel, um Personen so richtig schön zu verar… zum Kauf zu verlocken. So können auch von Natur aus misstrauische Käufer darüber hinwegsehen, dass sie plötzlich nur noch per Vorkasse zahlen können. Fomo (Fear of mssing out, zu Deutsch: Die Angst, etwas zu verpassen) ist die Zauberformel zum Erfolg.
Schritt 3: Impressum nicht vergessen!
Eine Regel sollten Sie als frisch gebackener Fake-Shop-Händler allerdings nicht verletzen: Die Impressumspflicht. Wie sollen die geprellten Käufer:innen denn sonst wissen, wen sie bei der Staatsanwaltschaft anzeigen und hinter Gitter bringen sollen?
Praktisches Fallbeispiel: Mit dieser Taktik sind Fake-Shop-Betreiber im Oktober 2019 zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Auch diese erweckten zunächst einen seriösen Eindruck, in dem sie die bestellten Waren zunächst auch tatsächlich lieferten. Dabei gingen sie ganz schön clever vor: Statt die Ware aufwendig selbst zu besorgen, bestellten sie diese einfach in anderen Shops und ließen sie direkt an die Kundschaft weiterleiten. Dropshipping mal anders.
Kommentar schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben
Antworten
grins
Ihre Antwort schreiben