Verbraucherzentrale fordert strengere Pflichten für Händler und Hersteller

Veröffentlicht: 20.02.2026
imgAktualisierung: 20.02.2026
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 1 Min.
20.02.2026
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Computer wird repariert
Mark800 / Depositphotos.com
Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert deutlich strengere Vorgaben für Händler und Hersteller beim Recht auf Reparatur.


Mit dem geplanten Recht auf Reparatur müssen Händler:innen künftig über Gewährleistungsansprüche und Reparaturmöglichkeiten umfassender aufklären. So soll nachhaltiger Konsum gefördert werden. Dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) gehen die aktuellen Pläne nicht weit genug. Er fordert eine erhebliche Nachbesserung, wie die Neue Osnabrücker Zeitung meldete

Ersatzteillieferung in fünf Tagen

Der VZBV fordert unter anderem, dass bei einem Schadensfall Ersatzteile innerhalb von fünf Tagen geliefert werden müssen. Außerdem fordern die Verbraucherschützer einen von Herstellern finanzierten „Reparaturbonus“. „Reparieren muss für Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher, schneller und bezahlbarer werden. Die geplanten Regelungen reichen dafür nicht aus“, heißt es von VZBV-Ressourcenschutzexpertin Keo Rigorth.

Außerdem fordert der VZBV auf dem Produkt selbst eine Angabe der Lebensdauer, sodass der Fokus von vornherein auf langlebigen Gütern liegt.

EU-Richtlinienumsetzung bis Ende Juli

Bis Ende Juli muss Deutschland die EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben. Die Richtlinie fordert, dass Verbraucher:innen die Möglichkeit haben, Produkte zu einem angemessenen Preis reparieren zu lassen und die dafür nötigen Ersatzteile vorrätig zu haben. 

Die Vorgaben der EU-Richtlinie gehen dem VZBV allerdings nicht weit genug. Damit eine neue Reparaturkultur etabliert werden kann, „ist jedoch mehr nötig als eine Eins-zu-eins-Umsetzung der Recht-auf-Reparatur-Richtlinie“, so der VZBV in der Stellungnahme. Unternehmen und der Digitalverband BitKom warnen allerdings vor zu hohen Belastungen von Unternehmen. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 20.02.2026
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
10 Kommentare
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FRANKY
28.02.2026

Antworten

Hirnloser Mist, nicht umsetzbar. Werden sich wieder nur die Anwälte und sonstige Experten und Berater dran laben. Aber richtig: So kann man auch die Türe für TEMU und Konsorten ganz weit aufmachen. Die werden sich einen Sch.. dreck um diese Richtlinien kümmern und einfach weiterverkaufen.
Mathias
28.02.2026

Antworten

Ich kann mich den Kollegen hier nur anschließen. Gefühlt werden wir im Wochentakt mit neuen mehr oder weniger sinnvollen Gesetzen bombardiert. Gerade die kleinen und mittelständischen Händler sind oft die letzten in der Kette und werden inzwischen für fast alles verantwortlich gemacht. Wir haben erst neulich wieder ein Bußgeld von der Bundesnetzagentur kassiert, weil auf einem USB Bluetoothadapter das CE Kennzeichen NUR auf der Verpackung war und nicht auch noch auf dem Produkt. Wir sind Händler für Erotikartikel und Sextoys und werden bei gewissen Artikeln nach dem Funkanlagengesetz überwacht und geprüft. FUNKANLAGEN! Und obwohl wir diese Artikel von europäischen Grpßhändlern beziehen, gelten wir für diese Behörde als Inverkehrbringer und damit Hersteller. Natürlich kann man so ein Bußgeld aber leichter bei einem inländischen Unternehmen eintreiben. GPSR, Entwaldungsrichtlinie, Lieferkettengesetz, Barrierefreiheit, DSGV, ein Widerrufsbutton und diese neuen Garantie- und Widerrufsrechtslabel. Alles irgendwo gut gemeint, aber alles auf dem Rücken der einheimischen Händler. Und das schlimmste ist dabei noch, dass es handwerklich schlecht gemachte Gesetze sind und man erstmal durch zig Instanzen abgemahnt wird, bevor mal ein Gericht entscheidet wie es richtig umgesetzt wird, bzw. wo dieser Button oder jener Hinweis zu platzieren sind. Das hat auch nichts mehr mit Verbraucherschutz zu tun. Und wie die geschätzten Kollegen schon richtig angemerkt haben, allein die Forderung innerhalb von 5 Tagen Ersatzteile liefern zu müssen oder noch einen Bonus dafür zu gewähren ist absolut weltfremd. Kann man ja alles machen, nur dann bitte auch für Händler und Hersteller aus dem Drittland. Ansonsten bindet man den eigenen Händlern nur das nächste Gewicht ans Bein und wundert sich, wenn alles nur noch über Temu läuft. Und ich bitte dann auch die Verbraucherzentrale den Kunden zu erklären, weshalb die betroffenen Geräte auf einmal deutlich teurer werden, weil irgendwie müssen diese Kosten ja auch erstmal erwirtschaftet werden.
Andre
23.02.2026

Antworten

Vollkommen weltfremd, wie soll man bei Stundenlöhnen von mindestens 15 Euro, eher mehr eine Reparatur an Geräten die nur 1 bis 5 Euro kosten durchführen lassen, natürlich lohnt eine Reparatur nur bei Autos beispielsweise. Eventuell ( meist auch nicht mehr) bei Waschmaschinen, aber selbst Spielkonsolen und Fernseher werden vom Hersteller nach einsenden im Garantiefall weggeworfen und gegen neue Geräte ersetzt, da es sich einfach nicht mehr lohnt zu reparieren, diese ganzen dummen Gesetze und die welche diese Gesetze machen, gehören abgeschafft.
KI
23.02.2026

Antworten

Meinung: was bin ich froh, dass wir in Deutschland ansonsten keine Probleme haben? Immer noch mehr für den Verbraucher, immer noch mehr gegen die Händler, immer schwachsinnigere Argumente hervorzaubernd. Hört sich für mich so an, als wenn die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale, da sitzen, und ihren Arbeitsplatz irgendwie rechtfertigen wollen. Mit immer mehr schwachsinnigen Forderungen. Völlig weltfremd und ab von Gut und Böse. Hat mit Verbraucherfreundlichkeit auch absolut nichts mehr zu tun.
Swen
23.02.2026

Antworten

Wie immer ist der Grundgedanke ja richtig ... aber die Umsetzung ist dann wieder nachbesserungswürdig. Wie stellt sich die Verbraucherschutzzentrale eine Reparatur bei einem 1,99€ Wecker aus "Weitweg" vor ? ... da alle Hersteller außerhalb der EU diese Verordnung mit einem müden Lächeln zur Kenntnis nehmen werden, bleibt dieser Bürokratiewahnsinn dann mal wieder an den Händlern/Onlinehändlern hängen ....
ralf
23.02.2026

Antworten

Jetzt mal aus Sicht des Verbrauchers gesprochen und nicht aus der Sicht des Herstellers oder Händlers. Nein, denn ich kaufe lieber billig, anstatt, sollte es mal zur einer nötigen Reparatur kommen, dies billig machen zu lassen. Kommt es zu dieser Regelung, werden Produkte teurer. Mal ehrlich, wie oft lässt man etwas reparieren. Beim Auto wäre das sinnvoll. Und die Angabe von der Lebensdauer kann man nur zu bestimmten Produkte machen. Denn wer z. B Keramik Tassen und Teller etc. verkauft, kann unmöglich wissen, wann dem Verbraucher z.B. die Tasse runterfallen wird und zerbricht. Eine Lebensdauer kann man nur für ganz bestimmte Produkte eine ca. Angabe machen.
cf
24.02.2026
Wobei ich dann wohl auf Keramikhändler umstellen würde - ich habe noch ein altes Geschirr-Set meiner Urgroßtante. Das ist ca. 100 Jahre alt. Da lohnt sich wenigstens ein Nachhaltigkeitsetikett, denn Keramik geht nicht so schnell kaputt (zumindest nicht von selber bei ordnungsgemäßer Handhabung) :-)
Bernd
23.02.2026

Antworten

Und wie genau wird TEMU diese Richtlinien umsetzen?
Sjaak
23.02.2026

Antworten

Schon bei Begriffen wie „fordert“ und „strengere Pflichten“ bekomme ich zu viel. Als Händler ist man irgendwann dumm, wenn man das noch mitmacht und sich wie eine Weihnachtsgans ausnehmen lässt.
cf
23.02.2026

Antworten

Warum statt "von Herstellern finanzierten „Reparaturbonus“" nicht gleich eine lebenslang kostenlose Reparatur, oder noch besser ein lebenslanger Wartungs- und Produktersatz. So bräuchte jeder nur noch einmal im Leben z.B. einen Fernseher oder Handy kaufen... Ich frage mich, wenn "auf dem Produkt selbst eine Angabe der Lebensdauer" gefordert ist, ob diese Angabe dann nicht im zweiten Schritt sofort für Abmahnungen genutzt wird, da es ja quasi ein indirektes Garantieversprechen ist - mindestens aber Verbrauchertäuschung, wenn das Produkt, aus welchem Grund auch immer, nicht die angegebene statistisch durchschnittliche Lebensdauer hält. Fazit: Es ist immer leicht viel zu fordern, doch wenn dann die Preise ins unermessliche steigen braucht sich niemand zu wundern.