Verbraucher:innen fühlen sich beim Online-Shopping zu wenig geschützt

Veröffentlicht: 04.11.2025
imgAktualisierung: 04.11.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
04.11.2025
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Entertaste mit Einkaufswagen
wabeno / Depositphotos.com
Lange Lieferzeiten, mangelnde Qualität und versteckte Kosten: Der vzbv zeigt, was Verbraucher:innen sich im Online-Handel wünschen.


Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat in einer Befragung unter 1.503 Verbraucher:innen die Probleme und Hürden im Online-Handel unter die Lupe genommen. Dabei kam heraus, dass Verbraucher:innen sich nicht gut vor irreführender Werbung, versteckten Kosten, Betrug oder unseriösen Anbietern geschützt fühlen, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband in seinem Report berichtete

Angst vor irreführender Werbung und unseriösen Anbietern

Zwei Drittel der befragten Verbraucher:innen (65 Prozent) gaben an, dass sie sich nicht gut vor irreführender Werbung oder versteckten Kosten geschützt fühlen. Außerdem gaben 64 Prozent der Befragten an, dass sie sich hinsichtlich ihrer persönlichen Daten nicht ausreichend abgesichert fühlen. 60 Prozent sehen zudem zu wenig Schutz vor unseriösen Anbietern. 

Lediglich im Hinblick auf Widerruf und Rückgabe fühlen sich 71 Prozent der befragten Verbraucher:innen eher gut oder sehr gut geschützt. Gefragt nach den Verbraucherschutz-Interessen allgemein gaben allerdings rund 75 Prozent der Befragten an, dass sie eher gut oder sehr gut geschützt seien.

Längere Lieferzeiten und schlechter Kundenservice

Gut die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass Lieferzeiten beim Online-Shopping länger waren als angegeben. Auch ein schlecht zu erreichender Kundenservice und mangelnde Qualität der Produkte wurde von rund der Hälfte der Befragten als Problem im Online-Handel genannt. Lediglich 22 Prozent der Befragten gaben an, in der Vergangenheit keine Probleme beim Online-Shopping gehabt zu haben. 

Zahlreiche Beschwerden bei der Verbraucherzentrale

Im ersten Halbjahr 2025 erreichten 165.000 Beschwerden die Verbraucherzentralen. Das sind 14 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Dabei betrafen mehr als die Hälfte (57 Prozent) digitale Angebote. 

86 Prozent der Befragten sehen die Politik in der Verantwortung, die Interessen der Verbraucher:innen zu schützen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, dass die EU mit dem kommenden Digital Fairness Act klare Regeln festlegt. 

„Das digitale Umfeld birgt zahlreiche Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher, wie Vertragsfallen und Datenmissbrauch. Mit manipulativen Designs und Sucht-Mechanismen werden die Schwächen von Verbraucher:innen gezielt ausgenutzt. Die bestehenden Regelungen reichen nicht aus, um einen echten Schutz zu gewährleisten. Die Europäische Kommission muss den anstehenden Digital Fairness Act nutzen und hier nachbessern. Manipulative Designs müssen konkret definiert und über die Schwarze Liste verboten werden. Wenn Unternehmen sich nicht an die Regeln halten, muss es Konsequenzen geben“, so Ramona Pop, die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 04.11.2025
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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JK
05.11.2025

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Die anhaltende Forderung nach einem Ausbau des Verbraucherschutzes muss dringend auf ihre ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen hin geprüft werden. Wir beobachten eine bedenkliche Entwicklung, bei der die Regulierungsindustrie – Großteils finanziert durch staatliche oder NGO-Mittel – die arbeitende Wirtschaft zunehmend behindert. Sie fordert immer weitere Regulierungs-Eskapaden, die primär als Reaktion auf mangelnde Eigenverantwortung einzelner Verbraucher entstehen. Diese Regulierungsspirale führt zu einer absurden Kollektivhaftung der Händler und der Allgemeinheit. Es muss klar werden: Jede zusätzliche Maßnahme, die eingeführt wird, um die Fehler dieser unachtsamen Minderheit abzufedern, ist ein direkter Kostenfaktor, der die Preise für alle seriösen Kunden in die Höhe treibt und damit zu Lasten der Allgemeinheit geht. Wir können uns als Gesellschaft nicht konstant am kleinsten gemeinsamen Nenner der Sorgfalt orientieren. Der Fokus muss auf die Hebung des allgemeinen Standards der Eigenverantwortung und Mündigkeit bei den Verbrauchern liegen. Ein fairer Handel verlangt, dass der Kunde ein Mindestmaß an Sorgfalt mitbringt, wenn alle notwendigen Informationen verfügbar sind. Wir Händler sind keine kostenlose Vollkasko-Versicherung gegen Bequemlichkeit und Unachtsamkeit.
cf
05.11.2025

Antworten

Sorry, aber ich muss das Ergebnis mal etwas auseinandernehmen: 65 Prozent gaben an, dass sie sich nicht gut vor [...]versteckten Kosten geschützt fühlen. Meinung: Im Checkout wird meines Wissens nach immer die Gesamtsumme angezeigt und ein Button "kostenpflichtig kaufen". Wo sind da versteckte Kosten? --- im Hinblick auf Widerruf und Rückgabe fühlen sich 71 Prozent der befragten Verbraucher:innen eher gut oder sehr gut geschützt Meinung: Wozu dann die neue EU-Verordnung mit den neuen Widerrufs- und Gewährleistungs-Labeln? Angeblich hat die EU das doch aufgrund von Verbraucherbefragungen gemacht - wen sie da wohl gefragt hat? Also bitte wieder abschaffen!! --- Längere Lieferzeit Meinung: Wenn Kunden bereit wären die vollen Versandkosten zu tragen, dann könnten wir alles als Paket bzw. Express versenden (je nach Kundenwunsch). Geht dann schnell, kostet halt. --- mangelnde Qualität der Produkte wurde von rund der Hälfte der Befragten als Problem im Online-Handel genannt Meinung: Liebe Kunden, dann bestellt nicht bei den Drittland-Billig-Plattformen, da gibt es halt für wenig Geld auch nur wenig Qualität. Es heißt nicht umsonst: Wer billig kauf, kauft zwei mal... ------- Ich überlege, ob ich für solche "Nörgelkunden" mal einen Tag der offenen Tür machen sollte. Da können sie dann mal selber Pakete im Akkord packen, die ganzen kleinen Aufkleber und Zettel an die Produkte anbringen und nach einer Stunde erhalten sie von mir den tatsächlich erwirtschafteten Gewinn. Da werden einigen die Augen tränen, aber vielleicht auch etwas Erkenntnis reifen ?!
K.I
05.11.2025

Antworten

Meinung: Online Händler fühlen sich beim Verkauf im Internet überhaupt nicht geschützt vor dummen Verbrauchern die einfach nur noch Hirnlos shoppen und nicht lesen! Nur Bilder anschauen! Täglich werden es mehr! Amazon, OTTO und co machen es möglich auf Kosten und zum Schaden der Händler!!!