Darf die Veggie-Wurst bald noch so heißen?

Veröffentlicht: 06.10.2025
imgAktualisierung: 06.10.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
06.10.2025
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Veggie-Wurst
aamauly / Depositphotos.com
Begriffe wie Veggie-Wurst oder Tofu-Schnitzel könnten bald der Vergangenheit angehören. Das EU-Parlament stimmt am Mittwoch ab.


In den Supermarktregalen finden sich immer mehr vegetarische oder vegane Alternativen für Produkte, die eigentlich tierischen Ursprungs sind. Die einen sehen darin eine umweltfreundlichere Produktvielfalt ohne Tierausbeutung, für die anderen handelt es sich um Verbrauchertäuschung. Das Europaparlament stimmt am Mittwoch ab, ob ein Verbot der Bezeichnung Wurst und Schnitzel für pflanzliche Alternativprodukte erlaubt bleiben soll. 

Deutsche Verbraucherschützer sprechen sich gegen ein Verbot aus

Sowohl die Organisation Foodwatch als auch der Verbraucherzentrale Bundesverband stehen einem Verbot kritisch gegenüber. Chris Methmann, Geschäftsführer der Organisation Foodwatch, nennt das Verbot „Lobbyismus im Dienste der Fleischindustrie“, wie die Tagesschau berichtete. Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband spricht sich gegen ein Verbot aus. Verbraucher:innen würden bei einem Verbot nicht wissen, welche Art Produkt sie erhalten. 

Die europäische Verbraucherorganisation BEUC verweist zudem auf eine Umfrage, bei der die Mehrheit von Verbraucher:innen angab, nicht von den Begriffen verwirrt zu sein. Allerdings müsste es eine deutliche Kennzeichnung geben, dass es sich um ein vegetarisches oder veganes Produkt handle. 

Abstimmung ist nicht endgültig

Am Mittwoch stimmen die Abgeordneten des EU-Parlaments über den Verbotsantrag ab. Die Abstimmung ist allerdings nicht endgültig, im Anschluss müssen die 27 EU-Staaten über die vorgeschlagene Gesetzesänderung verhandeln. 

Celine Imart, Abgeordnete des Europaparlaments, die das Vorhaben einbrachte, sieht in der Bezeichnung ein echtes Verwechslungsrisiko und eine Gefahr der Verbrauchertäuschung, etwa da pflanzenbasierte Ersatzprodukte nicht die gleichen Nährwerte wie tierische Produkte hätten. Außerdem sollen Landwirte geschützt werden, so Imart. Pflanzliche Lebensmittelhersteller würden versuchen, den Ruf der Produkte für ihr Marketing auszunutzen, den Generationen von Landwirten aufgebaut hätten. 

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Veröffentlicht: 06.10.2025
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

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cf
07.10.2025

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Kunde an der Wursttheke: "Haben sie vegane Leberwurst?" - Antwort Verkäufer*in: "Nein, aber ich hätte Tofu-Bratlinge aus Rindfleisch-Mett"... Verrückte Welt....