US-Wahl: So bedroht Trumps Wahlsieg die deutsche Wirtschaft und den Handel

Veröffentlicht: 06.11.2024
imgAktualisierung: 06.11.2024
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 6 Min.
06.11.2024
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US-Präsidentschaftswahlsieger Donald Trump im Profil vor US-Flagge
palinchak / Depositphotos.com
Der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl hat massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und den deutschen Markt – 7 Folgen im Überblick.


Es gilt als sicher: Nach der Präsidentschaftswahl in den USA verlor die Demokratin Kamala Harris gegen den Republikaner Donald Trump, der nun bereits zum zweiten Mal ins Weiße Haus einziehen wird. Seine vierjährige Amtszeit beginnt am 20. Januar 2025. Trumps politischer Kurs wird ganz konkrete Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben – und damit auch auf den Handel und die Märkte in Europa und Deutschland.

Wirtschaftsfachleute warnen vor umfassenden Folgen für Deutschlands Wirtschaft, die sich ja ohnehin bereits in einer kritischen Lage befinde. „Mit dem absehbaren Wahlsieg von Donald Trump beginnt der ökonomisch schwierigste Moment in der Geschichte der Bundesrepublik“, kommentierte etwa Moritz Schularick, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft IfW Kiel. 

Sicherheitspolitische Herausforderungen: Europa ist nicht vorbereitet

Durch Trumps Präsidentschaft kommen „massive außenwirtschaftliche und sicherheitspolitische Herausforderungen“ auf uns zu, „auf die wir nicht vorbereitet sind“, warnt der IfW-Präsident weiter. Er kritisiert, dass Deutschland die eigene Sicherheit vom Wahlergebnis in den sogenannten Swing States – jene US-Staaten, in denen der Wahlausgang bis zuletzt unklar ist – abhängig gemacht habe. „Wir müssen kurzfristig massiv in Verteidigungskapazitäten investieren und mit Frankreich und anderen willigen europäischen Partnern vorangehen, um eine europäische Verteidigung aufzubauen. Die demokratischen Parteien in Deutschland sollten zusammenkommen und Verteidigungsinvestitionen von der Schuldenbremse ausnehmen, damit Deutschland und Europa geopolitisch handlungsfähig werden“, mahnt Schularick.

Europa profitiere außerdem vom militärischen Schutzschirm der USA, gibt der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, zu bedenken: „Unter Donald Trump ist davon auszugehen, dass die NATO-Staaten zu mehr Eigenverantwortung gedrängt werden. Europa sollte das in einer gemeinsamen Anstrengung tun. Die Kleinstaaterei in der Verteidigungspolitik wird den geopolitischen Herausforderungen nicht gerecht“.  

Auch mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sind Folgen auf die europäische Sicherheit zu erwarten. Trump werde „Fakten schaffen“, erklärte der CDU-Politiker Röttgen gegenüber der ARD. Das gilt beispielsweise für die Streichung von Hilfen für die Ukraine. 

Zölle und Einfuhrbeschränkungen sorgen für Milliardenschäden

Die USA gelten als wichtigster Handelspartner für Deutschland. Donald Trump hatte bereits angekündigt, dass er Einfuhrzölle und Beschränkungen verhängen will. Am stärksten trifft es China – 60 Prozent Zoll sollen auf den Warenimport anfallen. Für alle anderen Länder sollen die Basiszölle bei 20 Prozent liegen. Deutsche Exporteure, für die die USA der größte Absatzmarkt außerhalb der EU sind, müssen mit empfindlichen Einbußen rechnen, warnt das ifo-Institut. Allein in Deutschland erwarten die Forscher:innen dadurch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden von 33 Milliarden Euro. Die US-Exporte aus Deutschland könnten um 15 Prozent zurückgehen. Und auch auf das Handelsgeschäft mit China haben die hohen US-Zölle Auswirkungen, die deutschen Exporte könnte dies um 10 Prozent reduzieren.

Darüber hinaus sind bislang die von Trump in seiner ersten Amtszeit verhängten Schutzzölle auf Stahl und Aluminium noch gar nicht abgeschafft, berichtet MSN. Der von der EU und den USA vereinbarte „Waffenstillstand“ diesbezüglich läuft Anfang 2025 aus.

Auch der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) blickt diesbezüglich „mit etwas Anspannung“ auf Trumps zweite Amtszeit. „Importzölle auf europäische und chinesische Produkte sehen wir kritisch. Die Welt braucht weniger und nicht mehr Handelsbeschränkungen“, betont BGA-Präsident Dirk Jandura zum Ausgang der US-Wahl. „Ein amerikanischer Präsident kann und darf nie nur und ausschließlich ‚America first‘ sein.“ 

Ein Handelskrieg mit den USA?

Die geplanten Zollerhöhungen der USA könnten zu einem stärkeren Handelskonflikt führen und den Außenhandel damit weiter belasten. Schon einfache Spannungen haben wirtschaftliche Folgen, Volkswirte der Berenberg-Bank erklärten laut dpa, dass sie aufgrund dessen ihre Wachstumsprognose für 2025 für Deutschland (derzeit 0,5 Prozent) um etwa 0,2 Prozentpunkte senken würden. Doch im Falle von höheren Zöllen sind die Antwort gleichwertige Gegenzölle. Wie sich das auf die deutsche Wirtschaft auswirken könnte, errechnete das IW in einer Simulation: Deutschland würde über eine weitere vierjährige Amtszeit Trumps ein BIP-Verlust von mehr als 127 Milliarden Euro drohen. „Erhöhen beide Seiten den Importzoll aufgrund eines Handelskrieges gar auf 20 Prozent, würde das die deutsche Wirtschaft 180 Milliarden Euro kosten“, heißt es. Das BIP würde dann nach Trumps Amtszeit 1,5 Prozent niedriger ausfallen.

Das ifo-Zentrum für Außenwirtschaft rät, auch weitere wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen zu nutzen, etwa das Anti-Coercion-Instrument. Zudem sei auch die Zusammenarbeit der EU mit einzelnen US-Staaten eine Möglichkeit. Der BGA hofft indes auf eine Fortsetzung der traditionell guten transatlantischen Beziehungen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen scheint hier auf eine friedliche Lösung bedacht. Sie betonte in Kombination mit einer Gratulation zu Trumps Wahlsieg auf X (ehemals Twitter) die starke Partnerschaft zwischen beiden Ländern und rief dazu auf, gemeinsam an einer starken transatlantischen Agenda zu arbeiten.

Michael Link, Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit der Bundesregierung, warnte davor, in Panik zu verfallen „Wir haben bei den US-Wahlen mit einem absolut offenen Rennen gerechnet“, zitiert die Tagesschau den FDP-Politiker aus einem Gespräch mit der FAZ. „Entsprechend haben wir uns auf beide möglichen Szenarien intensiv vorbereitet – innerhalb der Bundesregierung, mit unseren EU- und NATO-Partnern und natürlich auch mit der EU-Kommission.“ Die EU wolle in Verhandlungen beispielsweise auch verdeutlichen, dass Europa und Amerika bestimmte gleiche Interessen haben – etwa in Fragen der Energie- oder China-Politik, heißt es bei MSN.

Verschlechterung der weltweiten wirtschaftlichen Zusammenarbeit

Unter Trump befürchtet das IfW auch eine Demontage der Welthandelsorganisation WTO und damit ebenfalls ein Absinken des realen Bruttoinlandsprodukts. In der EU könnte es um gut 0,5 Prozent sinken, heißt es in einer Vorab-Analyse. Deutschland wäre davon sogar noch stärker betroffen – das BIP würde um 3,2 Prozent zurückgehen, in den USA wäre es etwas weniger (minus 2,2 Prozent). Am stärksten träfe es China (minus 6 Prozent).

„Die EU und insbesondere Deutschland würden erheblich unter einem Zusammenbruch der WTO oder einer Aufspaltung der Weltwirtschaft in feindliche Blöcke leiden. Die Auswirkungen auf das reale BIP sind deutlich größer als einseitige protektionistische Maßnahmen der USA, bis zu zwei- bis viermal so hoch“, so Julian Hinz, Koautor dieser IfW-Studie. Er mahnt, dass die EU nun in höchster Priorität die Welthandelsordnung verteidigen und die WTO stärken müsse. 

Produktion könnte sich in die USA verschieben

Die strenge Zollpolitik könnte auch dazu führen, dass sich die Produktionsstätten in die Vereinigten Staaten verlagern, so Achim Wambach vom ZEW: „Europa profitiert von offenen Märkten. Trump dagegen will höhere Zölle einführen und in den USA die Steuern für Unternehmen senken. Das verschärft Europas Wirtschaftsprobleme, da sich europäische Unternehmen noch stärker genötigt sehen, in den USA zu produzieren, statt fertige Produkte dorthin zu liefern.“ Es sei jetzt geboten, dass Deutschland und die EU den hiesigen Standort stärken. „Nur ein dynamischer Binnenmarkt ist ein Garant dafür, nicht zwischen den Wirtschaftsblöcken USA und China zerrieben zu werden“, so der Handelsexperte. 

Änderungen am Aktienmarkt – Bitcoin erreicht Höchststand

An den Aktienmärkten wird es nun zu deutlichen Kursbewegungen kommen, meldet das Handelsblatt mit Verweis auf Robin Brooks, Ökonom beim Washingtoner Thinktank Brookings. Der deutsche Autohandel leidet unter den angedrohten Strafzöllen, hier gab es Verluste von bis zu 6 Prozent. Trump-Befürworter Elon Musk profitiert indes, die Aktien seines Elektroauto-Konzerns Tesla stiegen laut Spiegel um mehr als 14 Prozent.

Einen starken Kurssprung gab es auch bei der Kryptowährung Bitcoin, die mit einem Wert von über 75.000 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit März ist. Trump hatte zuvor angekündigt, er wolle „aus Amerika die Welthauptstadt für Krypto und Bitcoin machen“, berichtet die Zeit.

Gesellschaftliche Folgen

Auch für unser demokratisches Verständnis und die Gesellschaft hat Trumps Wahlsieg potenziell Konsequenzen. Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien in Nordrhein-Westfalen, äußerte gegenüber WDRinfo die Vermutung, dass sich Populisten und Extremisten in anderen Ländern abgucken, wie in den USA der Wahlkampf geführt wurde und könnten die Methoden dann übernehmen: „Weil sie sagen: Es funktioniert ja selbst in einer so vitalen Demokratie wie in den USA“, erklärte der CDU-Politiker. „Nehmen wir das Bild der Medien als Lügenpresse: Das hat ganz massiv zugenommen, seit Donald Trump 2016 die politische Bühne betreten hat. Das ist ein Beispiel, was dann zu uns herübergeschwappt ist, weil es von vermeintlich ‚berufener Stelle‘ aus geäußert wurde. Das hat auch bei uns das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Medien verändert. Das muss uns Sorgen machen“, führt er zu den Folgen aus.

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Veröffentlicht: 06.11.2024
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
11 Kommentare
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Heike Tscherwinka
11.11.2024

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Bei "normalen" Fahrzeug-Importen aus den USA sind 10 Prozent Zoll und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen. Bei Pickups fallen sogar 22 Prozent Zoll an. Die USA verlangen für europäische Autos bislang 2,5 Prozent Einfuhrzoll - die EU kassiert 10, China sogar .. falls ich mich irre, bitte um Korrektur also ist das Ungeichgewicht auf unserer Seite.... Ich bitte um vollständige Berichterstattung
Redaktion
12.11.2024
Hallo Heike Tscherwinka, vielen Dank für Ihren Kommentar. Genau, solche und weitere unterschiedlichen Zollerhebungen sind die Basis des Handelskonflikts zwischen der USA und der EU, mit der beide Parteien unterschiedliche Interessen verfolgen. Im Beitrag wurden Stimmen zusammengetragen, die zu den Folgen der Zollerhöhung durch Trump auf die europäische Wirtschaft haben könnte, eine Darstellung der Sichtweise der kommenden Trump-Regierung auf dieses Thema ist ebenfalls spannend, in diesem Beitrag sollte es uns aber vor allem um die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft gehen. Viele Grüße die Redaktion
Dirk
10.11.2024

Antworten

Schon wieder kann man vieles in dem Artikel nicht so stehen lassen. Doppelmoral, umgedrehte Dialektik, Eigenverschulden, Panikmache! Deutschland wollte den Energiesektor diversifizieren, koppelt sich aus ideologischen Gründen von Russlands Ressourcen ab und wendet sich in noch größerer Abhängigkeit den amerikanischen zu! Und dies nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch und militärisch. Mit etwas mehr Weitsicht, Pragmatismus und transatlantischer Emanzipation seitens der Politik würde o.g. nicht in diesem Rahmen zutreffen. Diese Agenda ging nicht auf, man muss jetzt nicht seitens der Institutionen barmen. ...und wenn wir von demokratischem Verständnis wie im letzten Abschnitt betont sprechen, hat man doch wohl auf europäischer und Landesebene mehr als hart daran zu arbeiten, bevor man mit dem Finger auf Trump und Amerika zeigt...
Schmidt
09.11.2024

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@Dirk- genau so ist es. Wenn man sich abhängig macht, indem man nur noch vom Export lebt und sich nicht ums eigene Land kümmert, ist genau das das Ergebnis. Hinzu kommt dieser Irrglaube unserer Regierung, das alle die, die anders wählen und denken als sie Querdenker und geistig Minderbemittelt sind. Das hat nun schon Folgen und wird bei Neuwahlen noch weitere Folgen haben.
Ralf
09.11.2024

Antworten

Also, wenn etwas die deutsche Wirtschaft bedroht, dann ist das kein Trump, Putin oder Temu oder sonst irgendjemand oder irgendwas ausserhalb Europas, sondern alleine die EU mit ihren Richtlinien und Verordnungen die deutschen und europäischen Händlern die Wettbewerbsfähigkeit erschwert. Die aktuelle Richtlinie hat uns schon 3 Mitarbeiter gekostet. Trump war schon mal Präsident. Haben damals wir darunter gelitten oder hat die deutsche Wirtschaft darunter gelitten? Der Handel innerhalb der EU hat sich doch seit Trump weg war, doch wesentlich erschwert. Es kam die OSS und die Verpackungsordnung weiterer EU Länder hinzu sowie andere Richtlinien die einen Handel innerhalb der EU schwieriger und teurer macht, als ein Handel mit Ländern ausserhalb der EU. Jetzt haben die GPSR, dann kommt die Barrierfreiheit und das Ding mit der Entwaldung. Und das innerhalb der nächsten 12 Monate. Man hat gar keine Pause mehr. Die Bürokratie erschlägt die gesamte Wettbewerbsfähigkeit der EU. Eine gemeinsame Regelung der Verpackungsverordnung? Fehlanzeige. Gerade kleinere Händler sind dadurch gezwungen in einigen EU-Ländern nicht mehr zu liefern. Bsp. Dänemark. Mindestpauschale 250 Euro. Dänemark ist umsatzmäßig bei den meisten vermutlich eh nicht der Brüller, aber wenn ich so eine hohe Verpackungspaushale zahlen muss, werden die meisten Lieferungen dorthin vermeiden. Bei 27 EU Staaten und wenn es in jedem zur dieser Verpackungsverodnung kommt, dann ist das nicht nur finanziell sondern auch bürokratisch ein Problem. Wie soll da der Handel innerhalb der EU noch funtionieren? Ich beweifele, dass Trump die Fähigkeit bestitzt, die deutsche und europäische Wirtschaft so zu schaden wie die EU selbst.
CF
09.11.2024

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Da wird es doch dringend Zeit für ein paar neue EU Verordnungen. Wenn wir irgendwo noch ein paar tausend weitere Kennzahlen und Dokumentationen einführen wird alles wieder gut, denn wenn alle nur damit beschäftigt werden hat keiner mehr Zeit den Blick zu heben und um sich zu schauen 😂
Michael
08.11.2024

Antworten

@Dirk - zu 100% auf den Punkt gebracht.
Dirk
07.11.2024

Antworten

Frau Behn, hier wird genau das Narrativ betont, welches der ÖR und die Mainstream-Journaillen auch bedient! Auch wenn die Faktren, die Sie beschreiben, auf dem Tisch liegen, die schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland ist zu großen Teilen hausgemacht und selbstverschuldet und entbehrt jeglicher Logik und Pragmatik! Daran ist kein Trump schuld, sondern eine übertriebene ideologisch verbohrte Einstellung der hiesigen Politik(er) in vielen Bereichen und die komplette transatlantische Ausrichtung der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Interessen zum Wohle der USA. Nun, für Deutschland und Europa aufgrund der totalen Abkehr von Russland und teils auch China und der damit erfolgten einseitigen Positionierung keine guten Voraussetzungen für politischen und wirtschaftlichen Erfolg!
Michael
07.11.2024

Antworten

Der Ami will die EU so oder so als Konkurrent unten halten oder warum kaufen wir das Gas unseres "Freundes" zum zigfachen Preis wie vorher vom Russen - oder warum werden längst gezielt EU Firmen mit milliardenschweren Steuererleichterungen in die USA gelockt? Von unserer sabotierten Infrastruktur (deren Aufklärung laut Kanzler unser gesamtes Staatswohl gefährden würde) will ich erst gar nicht anfangen.. Da gabs mal so nen Spruch: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.
Mathias Wegener
06.11.2024

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Es ist gut und richtig und auch wichtig, dass die NATO Staaten zukünftig einen höheren Beitrag zur gemeinsamen Sicherheitsarchitektur beitragen. Es kann nicht nur aus Sicht der USA sondern auch aus unserer eigenen Sicht nicht sein, dass sich hier die NATO Staaten hauptsächlich auf die USA verlassen. Hier müssen die Mitgliedstaaten der NATO unbedingt mehr zum Verbund beisteuern. Dass sie dadurch vielleicht durch die Präsidentschaft von Donald Trump gezwungen sein werden, ist deshalb gut. Es ist nur schade, dass es erst der Wiederwahl des Präsidenten bedurft hat, um dies den Mitgliedstaaten klarzumachen. Donald Trump liebt Zölle, das hat er in seiner ersten Amtszeit ja bereits gezeigt. Aber die Verlockung, der heimischen Wirtschaft kurzfristig einen Schub durch die Einführung von Zöllen zu geben, erliegt ja in EU. Die letzten Nachrichten dazu sind ja gerade mal eine Woche alt. Trump und seine Regierung dürften wie auch in der ersten Amtszeit bereits auf bilaterale oder multilaterale Abkommen setzen. Dies ermöglicht dann den beteiligten Staaten einen koordinierten Handel untereinander. Zölle werden dann nur erhoben, wenn es keine solchen Abkommen gibt. Auch das hat Trump zumindest teilweise bereits in seiner ersten Amtszeit so gehandhabt. Schlecht muss so etwas nicht sein, da die entsprechenden Verträge die Interessen aller Beteiligten absichern können. Es wird sich zeigen, ob sie dies dann auch tun.
Thomas
06.11.2024

Antworten

Schon als D.Trump eine weitere Kandidatur ankündigte, hätten alle Alarmglocken schrillen müssen, denn es war die ganze Zeit über nicht gerade unwahrscheinlich, das er die Wahl auch gewinnt. Selbst 4 Jahre wären zu kurz gewesen, alle notwendigen Vorbereitungen zu planen und in Gang zu setzen. Aber passiert ist augenscheinlich nichts. Wieder typisch, das Deutschland die eigene Sicherheit vom Wahlergebnis in den Swing States abhängig gemacht hat( Zitat aus dem Artikel). Aber jetzt gibt es ja eine Bundestagsdebatte zum Wahlausgang in den USA. Wahrscheinlich ist man dann noch immer nicht in der Realität angekommen, denn es sind ja noch nicht alle Stimmen ausgezählt und vielleicht ist ja irgendwo ein Zählfehler entstanden, so das K. Harris doch noch gewinnt. Europa profitiere ausserdem vom militärischen Schutzschirm der USA ( Zitat aus dem Artikel). Falsch! Artikel 5 des NATO Beistandpakts sagt lediglich aus: Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird. Es ist in keinem Satz die Rede davon, das die USA einem angegriffenen NATO Partner militärisch zu Hilfe eilen, es kann genauso nur, z.b.die Bereitstellung von Satelliten oder übertrieben, Schutzhelmen sein. Von daher, alle Chancen, auf diese nun entstandene Situtation vorbereitet zu sein, verschlafen.