Verschlechterung der weltweiten wirtschaftlichen Zusammenarbeit
Unter Trump befürchtet das IfW auch eine Demontage der Welthandelsorganisation WTO und damit ebenfalls ein Absinken des realen Bruttoinlandsprodukts. In der EU könnte es um gut 0,5 Prozent sinken, heißt es in einer Vorab-Analyse. Deutschland wäre davon sogar noch stärker betroffen – das BIP würde um 3,2 Prozent zurückgehen, in den USA wäre es etwas weniger (minus 2,2 Prozent). Am stärksten träfe es China (minus 6 Prozent).
„Die EU und insbesondere Deutschland würden erheblich unter einem Zusammenbruch der WTO oder einer Aufspaltung der Weltwirtschaft in feindliche Blöcke leiden. Die Auswirkungen auf das reale BIP sind deutlich größer als einseitige protektionistische Maßnahmen der USA, bis zu zwei- bis viermal so hoch“, so Julian Hinz, Koautor dieser IfW-Studie. Er mahnt, dass die EU nun in höchster Priorität die Welthandelsordnung verteidigen und die WTO stärken müsse.
Produktion könnte sich in die USA verschieben
Die strenge Zollpolitik könnte auch dazu führen, dass sich die Produktionsstätten in die Vereinigten Staaten verlagern, so Achim Wambach vom ZEW: „Europa profitiert von offenen Märkten. Trump dagegen will höhere Zölle einführen und in den USA die Steuern für Unternehmen senken. Das verschärft Europas Wirtschaftsprobleme, da sich europäische Unternehmen noch stärker genötigt sehen, in den USA zu produzieren, statt fertige Produkte dorthin zu liefern.“ Es sei jetzt geboten, dass Deutschland und die EU den hiesigen Standort stärken. „Nur ein dynamischer Binnenmarkt ist ein Garant dafür, nicht zwischen den Wirtschaftsblöcken USA und China zerrieben zu werden“, so der Handelsexperte.
Änderungen am Aktienmarkt – Bitcoin erreicht Höchststand
An den Aktienmärkten wird es nun zu deutlichen Kursbewegungen kommen, meldet das Handelsblatt mit Verweis auf Robin Brooks, Ökonom beim Washingtoner Thinktank Brookings. Der deutsche Autohandel leidet unter den angedrohten Strafzöllen, hier gab es Verluste von bis zu 6 Prozent. Trump-Befürworter Elon Musk profitiert indes, die Aktien seines Elektroauto-Konzerns Tesla stiegen laut Spiegel um mehr als 14 Prozent.
Einen starken Kurssprung gab es auch bei der Kryptowährung Bitcoin, die mit einem Wert von über 75.000 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit März ist. Trump hatte zuvor angekündigt, er wolle „aus Amerika die Welthauptstadt für Krypto und Bitcoin machen“, berichtet die Zeit.
Gesellschaftliche Folgen
Auch für unser demokratisches Verständnis und die Gesellschaft hat Trumps Wahlsieg potenziell Konsequenzen. Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien in Nordrhein-Westfalen, äußerte gegenüber WDRinfo die Vermutung, dass sich Populisten und Extremisten in anderen Ländern abgucken, wie in den USA der Wahlkampf geführt wurde und könnten die Methoden dann übernehmen: „Weil sie sagen: Es funktioniert ja selbst in einer so vitalen Demokratie wie in den USA“, erklärte der CDU-Politiker. „Nehmen wir das Bild der Medien als Lügenpresse: Das hat ganz massiv zugenommen, seit Donald Trump 2016 die politische Bühne betreten hat. Das ist ein Beispiel, was dann zu uns herübergeschwappt ist, weil es von vermeintlich ‚berufener Stelle‘ aus geäußert wurde. Das hat auch bei uns das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Medien verändert. Das muss uns Sorgen machen“, führt er zu den Folgen aus.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
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