Wird die Steuererklärung abgeschafft?

Veröffentlicht: 25.07.2025
imgAktualisierung: 25.07.2025
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 2 Min.
25.07.2025
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ca. 2 Min.
Eine Hand ragt aus einem Stapel aus Quittungen heraus
MarkoAliaksandr / Depositphotos.com
Weniger Formulare, mehr Automatisierung – die Deutsche Steuer-Gewerkschaft fordert die Abschaffung der Steuererklärung für Arbeitnehmer.


Nichts ist so sehr Opfer der Aufschieberitis wie die jährliche Steuererklärung. Ob man sie als Angestellter selbst macht oder als mittelständisches Unternehmen Profis die Arbeit überlässt, lästig ist sie trotzdem. Da kommt die jüngste Forderung wie gerufen.

Künftig soll das Finanzamt die Erklärung automatisch erstellen. Was bedeutet dieser Vorstoß für den Trend zur Steuervereinfachung – und könnte er langfristig auch Online-Händler betreffen?

Digitalisierung und Vereinfachung überfällig

Kurz vor Ablauf der Abgabefrist für die Einkommensteuer 2024 bringt die Deutsche Steuer-Gewerkschaft (DSTG) einen für viele Menschen willkommenen Vorschlag in die Debatte: Arbeitnehmer sollen künftig gar keine Steuererklärung mehr abgeben müssen. Stattdessen soll das Finanzamt automatisch eine Erklärung erstellen, die nur noch geprüft werden muss. Auch Rentner sollen entlastet werden – mit einem automatischen Steuerabzug direkt durch die Rentenkasse.

Für DSTG-Bundesvorsitzenden Florian Köbler ist das mehr als eine Forderung, sondern ein „Masterplan für die Zukunft“. „Wir erleben täglich einen fundamentalen Widerspruch: Auf der einen Seite haben wir in Deutschland ein eklatantes Problem mit Finanzkriminalität und Steuerbetrug. [...] Gleichzeitig beschäftigen sich Tausende unserer Kolleginnen und Kollegen mit Bagatellfällen, die kaum steuerliche Auswirkungen haben – Arbeitnehmer, die sich ein paar Euro Werbungskosten zurückholen wollen, oder Rentner mit Standardfällen. Das passt nicht zusammen!“ erklärt er gegenüber der Leipziger InternetZeitung.

Die Forderung passt zum aktuellen politischen Kurs: Im Koalitionsvertrag ist von mehr Digitalisierung, Pauschalierungen und vorausgefüllten Erklärungen die Rede. In Ländern wie Österreich ist das längst Realität – dort läuft die Steuerveranlagung in einfachen Fällen größtenteils automatisch.

Was heißt das für den E-Commerce?

Für Online-Händler und Selbstständige ändert sich zunächst nichts. Aber der Vorstoß zeigt eine klare Richtung: Weniger Bürokratie, mehr digitale Standards sind zumindest anvisiert. Das könnte langfristig auch Auswirkungen auf die steuerlichen Pflichten kleiner E-Commerce-Betriebe oder Smallbusinesses haben – etwa durch mehr Pauschalen, vereinfachte Nachweisführung oder automatisierte Schnittstellen zwischen Buchhaltungssoftware und Finanzamt.

Veröffentlicht: 25.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 25.07.2025
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Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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r.k.
02.08.2025

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Und woher will die Rentenkasse (besonders bei gemeinsamer Veranlagung) den persönlichen Steuersatz wissen?
Schulz
28.07.2025

Antworten

Unausgegorener Blödsinn, in der Zeit, in der man das überprüft, kann man sie auch selbst machen und woher weiß das FA vorher, welche Ausgaben ich habe ??
Andreas
28.07.2025

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Sehr geehrter Herr DSTG-Bundesvorsitzenden Florian Köbler Bagatellfälle sind ihrer Meinung nach also zu vernachlässigen. Wenn Ihnen Jemand täglich unrechtmäßig 1,-€ von ihrem Gehalt wegnimmt mag das ein Bagatellfall sein, wenn ihnen aber hunderttausende Personen täglich unrechtmäßig je 1,-€ wegnehmen werden Sie das wahrscheinlich nicht so gut finden. Und genau das passiert den Online-Händlern jeden Tag durch hunderttausende von Scheinprivaten Händlern und durch den kleinen Steuerhinterzieher von nebenan, und das wurde durch das unsägliche PStTG noch gefördert. Steuerhinterziehung ist keine Bagatelle, das, was hier momentan passiert, führt dazu, dass gewerbliche Händler weniger Steuern zahlen, auch weniger Gewerbesteuer, und das werden die Kommunen und somit alle Bürger auch irgendwann zu spüren bekommen. Gruß - Andreas
Frank2
25.07.2025

Antworten

Man könnte aber auch einfach, ein steuerfreies Einkommen bis z.b. 30000€ einführen erst alles darüber wird besteuert und nur noch hâttefälle bei der km pauschale und sonderausgaben konnen angesetzt werden. Dann könnte man auch einen teil des personals bei den finanzämtern einsparen...