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Regulierungswahnsinn im Online-Handel: Eine massive Last für Händler

Veröffentlicht: 29.01.2025
imgAktualisierung: 29.01.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 3 Min.
29.01.2025
img 29.01.2025
ca. 3 Min.
Begraben von Akten und Verordnungen
realinemedia / Depositphotos.com
Immer neue Pflichten, Gesetze und Verordnungen belasten die Händler, bedrohen teils ihr Geschäft – das müsste nicht so sein.


Die Produktsicherheitsverordnung, kurz GPSR, war Ende des vergangenen Jahres das bestimmende Thema für den Online-Handel. Im Juni 2025 erwartet uns das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), die EU-Entwaldungsverordnung gilt bereits, die E-Rechnung wird zur Pflicht, von der NIS-2-Richtlinie sollte man besser auch schonmal gehört haben und damit es 2026 nicht zu langweilig wird, steht eine neue Verpackungsverordnung ins Haus.

Der Normalbürger ist an dieser Stelle gedanklich wohl bereits beim nächsten Kaffee oder Blumenwiesen angekommen, wer aber im Online-Handel tätig ist, zählt die minütlich neu sprießenden grauen Haare auf dem Kopf. Man könnte sagen, dass es gerade eine nicht ganz einfache Zeit für Händler:innen ist, wenn es nicht längst ein Dauerzustand wäre. Im Rahmen des Wirtschaftswarntags hat auch Händlerbund-CEO Tim Arlt in einem Appell auf die Herausforderungen des Online-Handels aufmerksam gemacht.

Bürokratieabbau – ein leerer Kampfbegriff

Sowohl die EU als auch die Parteien in Deutschland – gerade jetzt vor der anstehenden vorgezogenen Bundestagswahl – versprechen in schöner Regelmäßigkeit einen umfassenden Bürokratieabbau. Angesichts immer neuer Gesetze, Verordnungen und Pflichten ist das aber längst zum inhaltsleeren Kampfbegriff verkommen. In Kommentaren und Nachrichten an OHN können Händler:innen darüber nur noch lachen, wenn ihnen der Galgenhumor nicht längst vergangen ist.

Umsetzung schlägt Inhalt

An dieser Stelle muss man ganz deutlich sagen: Das Problem sind nicht Verordnungen oder Gesetze an sich. Niemand kann etwas dagegen haben, dass Websites inklusiv funktionieren (Barrierefreiheit), dass Produkte Sicherheitsstandards erfüllen (GPSR) oder dass wir endlich effektiv gegen immer mehr Verpackungsmüll vorgehen. Es sollte auch selbstverständlich sein, der Kundschaft alle notwendigen Informationen über ein Produkt an die Hand zu geben.

Das Problem ist die Umsetzung. Der Satz „Wer soll da noch durchsehen?“ ist längst zur Chiffre für die Flut an Pflichten geworden. Die GPSR haben Amazon und Ebay zu Beginn komplett unterschiedlich in ihre Marktplätze integriert, weil Details überhaupt nicht klar waren und sind. Milliardenkonzerne mit großen juristischen Abteilungen müssen erst einmal schauen, wie sie neues Recht überhaupt rechtssicher umsetzen. Da darf es niemanden wundern, dass kleine Handelsunternehmen, oft Einzelunternehmer, pardon, die Schnauze voll haben, weil sie vor lauter Pflichten nicht mehr dazu kommen, ihr Geschäft zu führen.

Der Vorwurf, dass die Politik ohne Innenansicht Dinge beschließt, die der Markt dann eben irgendwie umsetzen muss, ist durchaus legitim. Was fehlt, ist Praxisnähe auf der Entscheiderebene. Gesetze und Verordnungen sind schön und gut, man muss aber auch darüber nachdenken, wie die, die sie direkt betreffen, damit dann im Berufsalltag arbeiten müssen. Wenn man sich anschaut, wie viele offene Fragen allein die GPSR im Vorfeld aufgeworfen hat, muss man attestieren: Das ist hier definitiv nicht passiert.

Nicht die EU ist das Problem

Vor allem die Europäische Union steht hier häufig im Zentrum der Kritik. Das ist jedoch zu kurz gedacht. Ja, die Verordnungen, die auf oberster europäischer Ebene beschlossen werden, funktionieren in der Praxis nicht so, wie sie sollten. Die Wahrheit ist aber: Gäbe es die EU nicht, wären die Probleme noch viel größer. Ein gemeinsamer europäischer Rechtsrahmen sorgt dafür, dass innereuropäisch über Ländergrenzen hinweg gleiche Bedingungen gelten.

Die Alternative wäre ein nationaler Flickenteppich, der dafür sorgen würde, dass sich Händler:innen in jedem einzelnen Land, in das sie verkaufen, mit unterschiedlichen Vorgaben und Pflichten auseinandersetzen müssten. Das würde die ohnehin hohe Belastung verzigfachen. Bei aller Kritikwürdigkeit an der Arbeit in Brüssel: Das kann keiner wollen. Denn inhaltlich würde dann eben jedes Land seine eigene GPSR und seine eigene Verpackungsverordnung basteln und die hätten dann alle ihre eigenen kleinen und großen Tücken.

Was aber schlussendlich auch niemand wollen kann: Händler:innen, denen die grauen Haare wie Unkraut sprießen, weil sie im Verordnungswahnsinn mit der täglichen Angst vor dem Damoklesschwert der Abmahnung ihren Job nicht mehr erledigen können.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 29.01.2025
img Letzte Aktualisierung: 29.01.2025
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
18 Kommentare
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Siegfried
31.01.2025

Antworten

Leider wird schon seit vielen Jahren in der Politik darüber diskutiert, den Büroschimmel auszumisten, aber keiner hat da was bewegt, es kommt nur immer nochmal was obendrauf. Da darf man sich nicht wundern, wenn wir keine Wirtschaftsleistung mehr erbringen können, weil wir nur mit den Vorschriften beschäftigt sind und das Ungetüm verwalten!!
André
30.01.2025

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Sehe tatsächlich unter Anderem auch IHK und Händlerbund da in der Verantwortung, wann wird sich denn für den Bürokratieabbau endlich mal eingesetzt, anstatt immer kostenpflichtige Tipps für Händler zu geben, die am Ende einfach nur noch mehr Kosten und noch mehr Bürokratie bedeuten. Ich finde es ist Zeit diesem ganzen EU Gesetzeswahn mal endlich ein Ende zu bieten. Früher lief es doch fantastisch und wie einer der Vorredner schon schrieb, in den USA und Asien läuft es auch immer noch fantastisch, nur in der EU wird alles kaputt reguliert.
Schpagin
30.01.2025

Antworten

Auf jeden Fall ist die EU das Problem und die blinde Regelungswut von Politikern, die in ihrem Leben nichts anderes gemacht haben als eben Politik. Hinzu kommen noch zigtausende von Beamten in der EU und den nationalen Ministerien, die eine Exostenzberechtigung brauchen. Also hackt man mit großem Enthusiasmus auf den Ast ein, auf dem man sitzt. Wenn wir kleinen Händler nicht mehr da sind, dann sind auch die Steuern nict mehr da, die wir erwirtschaften.
Stefan Weber
30.01.2025

Antworten

Das Problem ist sehr wohl die EU! Es ist den EU Ländern überlassen die Verordnungen umzusetzen. GENAU DESWEGEN entsteht ein europäischer juristischer Fleckerlteppich und die Beamten in jedem Land setzen um nach Bestem Wissen und Gewissen und nach geltendem nationalen Recht. Das hat daher auch nichts mit Fachwissen oder Expertentum zu tun wie in einem vorangehenden Post geschrieben. Die Struktur der EU Gesetzgebung MUSS somit per se in unterschiedlichen Vorgaben PRO LAND enden! Würde es aber ein PRÄZISES GESETZ zum jeweiligen Themenbereich in der EU geben, das in jedem Land zu einem Zeitpunkt X in Kraft tritt (und nicht erst in jedem Land "interpretiert" wird), dann wären wir ein einheitliches Europa mit einheitlichen Regeln. Aber jedes Land will eben seine eigene Suppe kochen .... daher wird das SO nichts.
ralf
30.01.2025

Antworten

Ich sehe jetzt nichts, was wegen der EU besser ist. Höchstens die gleiche Währung. Den Flickenteppich haben wir doch (siehe OSS und Verpackungsverordnungen) Früher war ich froh, wenn eine Ausländische Bestellung aus einem EU Staat kam, war weniger kompliziert. Jetzt sind wir froh, wenn diese nicht aus dem EU-Ausland kommt, da einfach der Rattenschwanz kürzer ist. Leider sind nicht nur die in Brüssel praxisfern und ohne Inneneinsicht, sondern leider auch der Händlerbund, auch wenn ich dem zustimmen kann, dass nicht immer die EU-Verordnungen an sich das Problem sind, sondern die Entscheider die diese erlassen. Aber dass es ohne EU schlimmer wäre kann ich nicht nachvollziehen. Denn der Rest der Welt ist ja auch nicht in der EU und müssten es also viel schwieriger haben als wir innerhalb der EU. Habe da noch nix gehört wie schwer es Chinesen und USA Händler haben. Vielleicht könntet ihr mal über die berichten, wie schwer es diese im Gegensatz zu uns haben.
Thorsten
30.01.2025

Antworten

Ich kann mich den meisten der vorherigen Kommentare nur anschließen. Dass die Selbstständigkeit aufgrund der Bürokratie keinen Spaß mehr macht, ist schon eine Untertreibung. Es ist für kleine Unternehmen eigentlich nicht mehr machbar. Mein Onlineshop ist seit Inkrafttreten der neuen Produktsicherheitsverordnung offline, weil ich in der Weihnachtssaison keine Zeit hatte, die entsprechenden Änderungen vorzunehmen. Einen wirklich guten Auftrag habe ich vor kurzem abgesagt, weil der Versand an die Kunden meines Kunden aufgrund der DSGVO zu aufwändig geworden wäre. Momentan frage ich jeden Kunden, ob es in Ordnung ist, dass ich die Rechnung weiterhin als PDF schicke, weil ich noch nicht auf e-Rechnungen umgestiegen bin. Und nach Österreich versende ich auch nicht mehr, weil es sich aufgrund der dortigen Verpackungsverordnung nicht mehr lohnt. Immer wieder heißt es, dass Fachkräfte fehlen. Ich sehe mich als Solo-Selbstständiger auch als Fachkraft. Also lasst mich einfach meine Arbeit machen! Ich habe Verständnis dafür, dass es im (Online-)Handel gewisse Regeln braucht. Aber das, was im vergangenen Jahr alles neu hinzu kam, ist einfach nicht machbar. Dass, wie im Beitrag geschrieben, immer von "Bürokratieabbau" gesprochen wird, kann ich nicht mehr hören. Ich muss meine Buchhaltungsunterlagen jetzt nur noch 8 statt 10 Jahre aufbewahren? Danke, das entschädigt natürlich für den Aufwand, der durch die neuen Verordnungen entstanden ist ...
Ralf
30.01.2025

Antworten

Ja, das muss leider sein. Wenn jeder alles richtig machen würde, dann bräuchte man keine Regeln. Da es jedoch nicht so ist, müssen eben Regeln her. Wenn einem die Regeln zu viel werden, dann soll man am besten keine Verantwortung übernehmen und einen Job machen, der von allen befreit. Wer viel will und weltweit verkaufen will, der muss eben viel dafür tun. Von nichts kommt eben nichts. Meckern und Kommentare abgeben können viele. Wenn doch alles so schlimm ist, warum machen sich nicht genau die auf den Weg, die meinen es besser zu wissen oder zu können? Immer dieses Gestöhne.
Klaus Lorenz
02.02.2025
Das ist zu kurz gedacht, die Belastungen kann man nicht einfach abbügeln indem man anderen Selbstständiigen unterstellt sie wären zu faul, jammern oder haben keine Lust…
Mike
30.01.2025

Antworten

Lange Rede, kurzer Sinn - dies alles dient nur dem einen Zweck, jeden kleinen Selbständigen vom Markt zu nehmen, seine Ideen kostenlos zu akquirieren und wirklich alles zentral von einigen begünstigen "Machern" übernehmen zu lassen. Mein Unternehmen ist seit 2021 in UK registriert und wir schei.... auf den ganzen Dreck. Es kostet zwar ein bisschen Zoll, aber diese Kosten stehen wirklich in keinem Verhältnis zu dem, was EU und Länder abkassieren wollen!
cf
30.01.2025

Antworten

Das Problem ist tatsächlich weder die EU noch, dass es Verordnungen gibt. Das Problem sind die Menschen, die sich den INHALT der Verordnungen ausdenken. Hier müsste, wie bei jedem Job, zuerst nachgewiesen werden welche Qualifikation und Praxiserfahrung man hat, bevor man beim Inhalt von VO mitreden darf. Beispiel CSRD: Die EU beauftragt die EFRAG als Berater eine Liste sinnvoller Kennzahlen zu erstellen. Heraus kommen über 1.000 Werte. Jeder Berater in der freien Wirtschaft wäre mit Teer und Federn vom Hof gejagt und auf Schadenersatz verklagt worden. Die EU dagegen nickt zufrieden. Aus meiner Sicht fehlt tatsächlich eigentlich nur die Nachhaltigkeit in der Umsetzung. In jeder Verordnung müsste zu jedem Artikel, Paragraph und Datenpunkt folgendes festgelegt werden: 1. Wie sorgt die EU für die Umsetzung (nicht über Abmahnungen auf die Händler abwälzen) 2. Welchen genauen Zweck erfüllt der jeweilige Artikel, Datenpunkt, etc. 3. Wie wird das Ergebnis jährlich bewertet Also eigentlich wie immer: Die SMART-Regel für alle Inhalten anwenden.
André
29.01.2025

Antworten

Richtig wie der Vorschreiber weiter unten schon hier in den Kommentaren anmerkte, ich bin auch seit inzwischen 25 Jahren Onlinehändler und damals ging es alles so leicht und einfach, günstig war es auch noch dazu, alles klappte wie am Schnürchen. Wir konnten weltweit vollkommen problemlos unsere Waren versenden, heute alles so undenkbar und wir haben haben daher den weltweiten und auch den EU weiten Versand der ganzen Regeln, Kosten und Probleme wegen eingestellt, denn kleine Unternehmen können das alles einfach nicht mehr händeln. Wenn überhaupt, geht dies nur noch bei großen Firmen, aber der kleine Unternehmen kann sich bei den ganzen Regulierungen doch überhaupt nicht mehr um das eigentliche Geschäft kümmern. Es ist zum Mäuse melken und immer mehr verkaufen daher nur noch schwarz auf Ebay, da sprießen auch dank der Gebührenfreiheit und der Freiheit sich als Privatanbieter an nichts mehr halten zu müssen, die Scheinprivaten mit tausenden Artikeln aus dem Boden. Verdenken kann man es allerdings keinem, denn es werden viel zu viele Steine für Gewerbliche in Deutschland in den Weg gelegt. Entweder man verlässt Deutschland und sogar die EU als Unternehmen oder man verkauft als Scheinprivater nur noch schwarz, anders funktioniert es leider in Deutschland nicht mehr, da kann man sich gleich die Kugel geben, wenn man alles korrekt einhalten will, da bleibt weder Zeit, noch Geld hängen. Auch die ganzen Lohnkosten sind viel zu hoch in Deutschland, hier wird die Wirtschaft einfach kaputt reguliert und kaputt gespielt. Die Psychologen haben Hochkonjunktur, sind genau wie alle Ärzte überlastet und Schuld daran ist dieses linksgrüne Bürokratensystem in ganz Westeuropa. In asiatischen und amerikanischen Ländern hingegen boomt es überall ohne Ende, weil dort dieser ganze Unsinn überhaupt nicht umgesetzt wird und niemanden interessiert. Niemandem nutzen diese ganzen Regeln, aber schaden tun sie den Händlern und der gesamten deutschen Wirtschaft.
Robert
29.01.2025

Antworten

Im Onlinehandel hat sich in kurzer Zeitspanne soviel geändert, dass ich all die Händler bewundere die noch aktiv geblieben sind. Ich kenne keinen anderen Bereich, indem sich soviel so schnell geändert hat beziehungsweise von Händlern abverlangt wurde wie im Onlinegeschäft. Hier mal eine kleine Erfahrungsliste, bestehend nicht nur aus diversen Richtlinien/Gesetzen, sondern aus dem wahren Alltag entnommen: - Diverse Verpackungsgesetze wie LUCID und Co; WEEE-Registrierung; Batteriegesetz; Exakte Formulierung bei Preisangaben inkl. Grundpreisangabe und 30 Tage Regel; Richtige Kennzeichnung des Bestellbutton beim Checkout; Korrekte Lieferzeitangabenformulierung; Vorsicht bei Einsatz von kostenlosen Google Fonts; OSS (One-Stop-Shop) und Mahnungen aus dem Ausland insbesondere durch die spanische Agencia Tributaria; Spezifische Rechtstexte wie AGB, Widerrufsbelehrungen, korrektes Impressum; Gesonderte Betriebshaftpflichtversicherung bei Amazon; Produktsicherheitsverordnung GPSR; DSVGO und vor allem Cookies nicht vergessen; Barrierefreie Webseiten; Neue Verpackungsrichtlinie um unnötige Luft zu sparen; Abmahnfreudige Juristen usw... Es scheint kein Ende des Wahnsinns in Sicht zu sein.
Udo Auchter
29.01.2025

Antworten

Da paaren sich sture deutsche Bürokraten mit europäischen Theoretikern, die zusammen von nichts - und vor allem vor der Arbeit, die ihre Furz-Ideen mit sich bringen, die kleinste Ahnung haben. Diverse Lieferanten erklären uns ganz offen, zur PSGW keinen Ansprechpartner zu nennen, weil z.B. lt. deutschem Recht der erste Ansprechpartner für Reklamationen der Händler ist ! Laut meinen Infos soll noch gar nich abschliessend geklärt sein, ob auch in diesen Fällen EU-Recht vor deutschem Recht steht.Andere Lieferanten geben gar keine Informationen heraus, weil sie der Ansicht sind, diese Regelungen wären nur im Geschäftsverhältnis mit Verbrauchern anzuwenden. Einige Lieferanten aus dem Reich der Mitte lachen sich über diese Unterstützung chinesischer Hersteller gegen unseren europäischen Firmen halb tot.
Martina Berg
29.01.2025

Antworten

Ich habe den Versand außerhalb Deutschlands bereits seit der Einführung von OSS komplett eingestellt. Alle Elektro-Produkte, Biozid-Artikel und Textilien sind bereits zum großen Teil aus meinem Sortiment geflogen. Der bürokratische Aufwand steht bei einem kleinen Unternehmen wie meinem in keinem Verhältnis zum Ertrag. Jetzt diese schwachsinnige Produktsicherheitsverordnung - was zum Teufel haben die Adressen von Hersteller und Importeur damit zu tun? Ich bin doch immer der Ansprechpartner für meine Kunden, die interessieren die anderen Adressen schlicht nicht. Die Eurokraten und deutschen Bürokraten führen in meinen Augen seit einigen Jahren einen Krieg geben den Mittelstand und alle Kleinunternehmer. Man will nur noch Großkonzerne. Zwischenzeitlich verbringe ich jeden Tag mindestens 3 Stunden mit der Erfüllung irgendwelcher Gesetze und Verordnungen. Grenzt schon sehr an Selbstausbeutung, mein Stundenlohn liegt bereits weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn! Ich wünsche mir einen Macher wie Milei, der wieder dafür sorgt, dass es einen freie Marktwirtschaft und keine Planwirtschaft gibt!
Yilmaz
29.01.2025

Antworten

Mit oder ohne EU... Es ist einfach nicht mehr tragbar. Das Problem ist sicherlich nicht EU. Sondern die Verordnungen an sich selbst. Wer in diesen Gremien sitzt, sich das austüftelt, diesen Mist uns auferlegt, hat von der Praxis null Ahnung. Kann ja nicht sein dass diese Herren und Damen alles Bestens wissen, nur wir zu dumm sind in der Umsetzung.
Ronny
29.01.2025

Antworten

Ich kann den Vorteil nicht sehen, den das ganze bringt. Immer mehr zu tun, immer mehr Kosten, immer mehr Rechtsfallen, immer mehr Regulierungen die immer mehr Schlupflöcher bilden und zu noch mehr Regulierungen führen, die es vorher nicht gab. Dafür werden Apparate geschaffen, die sich mit den Geldern dann selbst versorgen und doch nichts produktives erschaffen. Es ist ein Abschaffen der Produktivität und des Unternehmertums, mehr nicht. Ich habe meine Konsequenzen gezogen und schließe aktuell mein 20 Jahre gewachsenes Unternehmen, diesen Wahnsinn und die völlige Entmündigung der Selbstverantwortung der Menschen mit GSPR mache ich nicht mehr mit, das kann, möchte und werde ich nicht mit verantworten.
Markus
29.01.2025

Antworten

Das ist ein guter Beitrag, aber ich bin seit 21 Jahren im Onlinehandel und auch damals konnte man schon in alle Länder der EU sehr einfach verkaufen und liefern ohne jegliche Einschränkungen... DAS GEHT HEUTE NICHT MEHR! Es wurde alles mögliche fast totreguliert seitdem, sodass der EU Handel sich effektiv gar nicht mehr für uns rechnet! Alleine die Kosten für OSS Umsetzung (damals zahlte der Käufer einfach den Mwst. Satz in dem Land indem er bestellt hat) sind immens. Wenn heute nur ganz kurz verspätet eine OSS Meldung abgegeben wird, bekommt man schon von Einzelländern drohende Mahnschreiben (haben wir erst kürzlich mit Spanien erlebt), wo der Wahnsinn über mehrere spanisch verfasste Schreiben kaum klärbar ist... Am Ende zahlt man erhebliche Gebühren! Ein Wahnsinn, bei dem sogar unser Steuerberater entnervt aufgeben wollte! Verpackungsverordnungen, Holzverordnungen, WEEE, OS-Plattform, BFSE, Nis2, soll ich weiter machen? UNFASSBAR und nicht mehr akzeptabel was in dieser EU abläuft!
TT
31.01.2025
MIr geht es genauso, wie all den bisherigen Kommentarschreibern. >30% bin ich wegen dem Unsinn nicht mehr produktiv tätig. Würde diese Zeit gerne für Kundenaquise oder weiterführende Administration und Prozessoptimierung verwenden. Statt dessen muss ich Mengen melden für Verpackungs-, Batterie-, Elektrogesetz. Energieeffizienzlabel einpflegen, Shopsystem wegen GPSR anpassen, etc. Und dann bekomme ich auch noch eine Rechnung wegen gemeldeter Batterien (Nischenprodukt bei mir) über 0,02€ und wurde auch eingezogen. Was für ein Schwachsinn. Da waren die Bankgebühren und zeitlichen Aufwändungen höher. Und ja der Unsinn kommt aus Brüssel. die Hundertschaften Bürokraten haben ja nichts anderes zu tun, als neue Verordnungen zu schaffen. Und während es die meisten unserer Nachbarstaaten gelassen sehen, wird alles in Deutschland 200% ig umgesetzt. Freue mich über jede Bestellung aus Drittland. total easy. Alleine die steuerlichen Regelungen innerhalb der EU-Länder eine Riesen Katastrophe. Kunde aus Frankreich, bestellt bei mir Händler in Deutschland, während mein Lieferant in Österreich sitzt. Mal B2B, mal B2C und das kann schon mal kein STeuerberater aus dem Stehgreif bei einer Dropshipping-Abwicklung sagen, wie das richtig wäre. Das ist sehr traurig, sehr sehr sehr.