Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Protestaktion für den Erhalt des Lieferkettengesetzes

Veröffentlicht: 09.10.2025
imgAktualisierung: 09.10.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 1 Min.
09.10.2025
img 09.10.2025
ca. 1 Min.
Grafik mit Demo für das Lieferkettengesetz
Erstellt mit ChatGPT
Nachdem die Bundesregierung das Lieferkettengesetz stark einschränken will, entsteht nun Protest gegen diese Maßnahme.


Nachdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Lieferkettengesetz so stark eingeschränkt hat, dass das Gesetz so gut wie abgeschafft wurde, bilden sich jetzt Proteststimmen gegen diese Maßnahme. Eine Petition der Initiative Lieferkettengesetz zum Erhalt des deutschen Lieferkettengesetzes hat nach eigenen Angaben 210.000 Unterschriften erhalten, wie Logistik Heute berichtete

Zusammenschluss von Gewerkschaften und Wissenschaftlern

Die Petition wurde am 8. Oktober gemeinsam mit Wissenschaftlern und Gewerkschaftern von der Organisation an das Bundeskanzleramt übergeben. „Statt Deregulierung braucht es jetzt eine Stärkung des Gesetzes – in Deutschland und Europa“, sagt Sofie Kreusch von der Initiative Lieferkettengesetz. Wer das Gesetz schwäche, gefährde Menschenrechte, Umwelt und faire Wettbewerbsbedingungen, betont Kreusch.

Durch die geplanten Einschränkungen würden außerdem bereits erzielte Erfolge gefährdet, so Franziska Humbert, Expertin für Wirtschaft und Menschenrechte bei Oxfam. Bereits jetzt hat das Gesetz für höhere Löhne, Verbesserung im Arbeitsschutz und für einen besseren Umgang mit Pestiziden gesorgt. 

Diskussionen auch auf EU-Ebene

Neben dem deutschen Lieferkettengesetz wurde im Mai 2024 die EU-Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainability Due Diliganzce Directive, kurz CSDDD) beschlossen. Zum Teil geht die EU-weite Richtlinie weit über die Vorgaben des deutschen Gesetzes hinaus. Auch auf EU-Ebene soll bald über eine Abschwächung der Richtlinie diskutiert werden.

Der Gesetzesentwurf zur Änderung des deutschen Lieferkettengesetzes soll in der kommenden Woche in den Bundestag eingebracht werden. 

Veröffentlicht: 09.10.2025
img Letzte Aktualisierung: 09.10.2025
Lesezeit: ca. 1 Min.
Artikel weiterempfehlen
Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
5 Kommentare
Kommentar schreiben

ralf
10.10.2025

Antworten

Wo hat das Gesetz bis jetzt höhere Löhne und Verbesserung zum Arbeitsschutz geführt? Hier in Europa und Deutschland? Oder wo und gibt darüber nachweißliche Quellen? Also ein Deutsches Unternehmen kauft bei einem Chinesischen ein und dieses attestiert dann einfach irgendwas? Wie war das mit den CO2 Zertifikaten? Die Idee des Zieles mag Ehrenwert sein, aber die Umsetzung lächerlich. Menschenrechte, Arbeitsbedingungen gehören zur Politik des jeweiligen Landes und auch auf dieser Ebene sollten die Umsetzung geschehen. Ich glaube nicht, dass China auch nur einen einzigen Uiguren aus einem seiner Konzentrationslagern entlässt, wegen dem Lieferkettengesetz oder auch nur ein einziger Arbeitsplatz in einem Drittland besser wird. Die EU macht 3 % der Weltbevölkerung aus. Wen interessierts, aus uns selber. Und wirtschaftlich schwächen wir uns immer mehr selber durch diese Bürokratie, sodass der 3 % Anteil für den internationale Handel noch bedeutungsloser wird und für jedes Drittland die Bedeutung bessere Arbeitsplätze zu schaffen, noch uninteressanter wird. China z.B. lässt immer mehr in Afrika produzieren und das günstige Preisniveau gegenüber den westlichen Industrienationen zu erhalten. Wer also Produkte aus China importiert, weiß noch nicht einmal, ob diese in China oder gar in einem afrikanischen Land produziert worden sind. Es wird immer Made in China sein. Keine chinesische Firma wird gegenüber einem europäischen Kunden auch nur erwähnen, dass die Ware ausserhalb China produziert worden ist.
Martin E.
10.10.2025

Antworten

Es braucht weit weniger Bürokratie um unsere Wirtschaft zu retten. Das Lieferkettengesetz ist ein Bürokratiemonster. Maximalforderungen nutzen niemand, wenn alle pleite gehen und gar nichts mehr von den Herstellern anschließend gekauft werden kann.
cf
10.10.2025

Antworten

Meinung: All diese Diskussionen und Verordnungen könnten wir uns sparen, wenn die Menschen alle etwas umsichtiger miteinander umgehen würden, aber solange die eigene Gier überwiegt werden solche Regeln wohl leider benötigt. Ob das durch eine reine Papierdokumentation wirklich gelöst werden kann und der richtige Weg ist, sei dahingestellt....
df
10.10.2025
Lieber "cf" ich lese unter dem Pseudonym "cf" in letzter Zeit einige Kommentare und vermute, dass alle von Ihnen sind. Sie stechen aus der Masse heraus und bereichern meinen Alltag. Ernsthaft! Danke! Ich selbst sehe es etwas platter: WIR haben diese Politikergeneration aufgebaut, WIR haben es zugelassen, dass Normen und Werte sich zusehens verändern (in meinen Augen: verfallen). Ein Kunde schrieb mir vorgestern: "Wenn Sie versuchen, die Welt jeden Tag ein wenig besser zu machen, dann reicht uns das schon, wir sind zufrieden." Das ist wohl der einzige verbleibende Weg. Ich habe die Hoffnung, dass der ehrliche Händler sich durchsetzt. In meinem Nischenbereich klappt das die letzten 20 Jahre ganz gut.
cf
10.10.2025
Vielen Dank für das Feedback. Ich sehe es auch so, dass natürlich wir selber für die aktuelle Situation verantwortlich sind - und jeder in seinem kleinen Umfeld etwas zur Verbesserung beitragen kann - jeden Tag. Hoffen wir, dass sich noch mehr Menschen finden die diese Erkenntnis teilen .•.