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Wegen der PPWR: Immer mehr Händler stoppen den Versand ins EU-Ausland

Veröffentlicht: 20.08.2026
imgAktualisierung: 20.08.2026
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 4 Min.
20.08.2026
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ca. 4 Min.
Um Deutschland herum ist eine Mauer aus kleinen Paketen zu sehen
Erstellt mit KI
Wegen der PPWR-Bevollmächtigtenpflicht stoppen zahlreiche kleine Händler ihren Versand ins EU-Ausland.


Neue Gesetze bringen oft Schwarzmalerei mit sich. Am Ende erweist sich jedoch so mancher Papiertiger als zähmbar. Bei der EU-Verpackungsverordnung PPWR ist das anders: Seit dem 12. August 2026 ziehen sich zahlreiche Online-Händlerinnen und -Händler aus dem EU-Ausland zurück, öffentlich sichtbar auf Facebook, Instagram und in den eigenen Shops per Pressemitteilung.

Diesmal bleibt es nicht bei der Ankündigung

Wer schon länger im E-Commerce unterwegs ist, hat einige dieser Wellen kommen und wieder abebben sehen, auch ungemütliche. Die DSGVO sollte mit ihren astronomischen Bußgeldern angeblich das Ende kleiner Online-Shops bedeuten, am Ende haben sich die meisten eingearbeitet und weitergemacht. Auch die unzähligen Änderungen im Widerrufsrecht oder bei anderen Informationspflichten (z. B. zuletzt dem Widerrufsbutton) wirkten im Vorfeld wie ein bürokratisches Monster, wurden dann doch von den meisten Shops umgesetzt. Diesmal ist etwas anders: Zahlreiche kleine Shops geben öffentlich auf Instagram und Facebook bekannt, dass sie den Versand in andere EU-Länder einstellen. Wer selbst gerade überlegt, wie es weitergehen soll, ist damit nicht allein.

„Bis auf weiteres stellen wir den Versand in die EU ein, bis es rechtliche Klarheit gibt. Wir bitten um Verständnis – Danke!“ So knapp und direkt hat der Berliner Stoffhändler Tumultstoffe seiner Community die Entscheidung mitgeteilt. Die Reaktionen darunter erzählen mehr als jede Statistik: „Absolut verständlich. Geht uns genauso“, wird da kommentiert. „So ein Wahnsinn“, schreibt ein Dritter. Es ist dieses leise Kopfnicken untereinander, das gerade durch viele Kommentarspalten geht.

Hinter den Ankündigungen stehen Menschen, die ihre Betriebe seit Jahren mit viel Herzblut aufgebaut haben. Martina Wächter aus dem niederösterreichischen Großweikersdorf stellt mit ihrer Firma „Stofftiger“ Teddybären mit Namen und Geburtsdatum her, Holzspielzeug, Erinnerungsboxen. Bis zu 15.000 Pakete jährlich gehen normalerweise in halb Europa raus. Jetzt liefert sie nur noch nach Deutschland und in die Schweiz, wie sie gegenüber dem Magazon Krone.at erzählt hat. „Wir müssten uns für jedes der 27 Länder lizenzieren und einen Bevollmächtigten beauftragen, ohne zu wissen, wie viele Bestellungen dann kommen“, erklärt die Unternehmerin. Rund 300 Euro an bürokratischem Aufwand koste sie jedes weitere Land. „Wir haben zeitlich und finanziell einfach nicht die Ressourcen dafür.“ Für jede ihrer 16 verschiedenen Verpackungen muss sie zudem eine Konformitätserklärung beim Lieferanten einholen, „das dauert auch wieder einen halben Tag. So verdient man kein Geld. Wir müssen arbeiten!“

Ähnlich klingt es bei der niedersächsischen Honigmanufaktur Eggers, die ihren Versand in andere EU-Staaten ebenfalls vorerst eingestellt hat. Ein hochgerechnet vierstelliger Betrag gehe dem kleinen Familienunternehmen dadurch verloren, klagt das Unternehmen bei Bild.de. Auch der Kurzwarenshop Knopftruhe hat seiner Kundschaft in einem persönlich gehaltenen Schreiben erklärt: Die Sendungsmengen ins Ausland erreichten schlicht nicht das Volumen, um die jährlichen Kosten für Bevollmächtigte in jedem einzelnen Land wirtschaftlich zu tragen.

Was auffällt: Es trifft nicht nur die ganz Kleinen. Beim steirischen Online-Händler Niceshops, der mit 88 Prozent Exportquote und einem Auslandsumsatz von 160 Millionen Euro in ganz anderen Dimensionen unterwegs ist, sind aktuell zwei Mitarbeitende ausschließlich damit beschäftigt, das neue System aufzubauen und zu verstehen. „Der Hauptaufwand ist das Dokumentieren“, sagt Geschäftsführer Christoph Schreiner. Die Liste lässt sich noch beliebig fortsetzen.

Politik sucht nach einer Lösung

Dass die Bevollmächtigtenpflicht gerade für kleinere Unternehmen zum Problem werden kann, ist inzwischen auch auf politischer Ebene angekommen. Auch die EU-Kommission drängt auf Änderungen. Bis zu einer politischen Einigung sollen die zuständigen nationalen Behörden nach dem Willen der Kommission zunächst zurückhaltend mit Sanktionen umgehen, was für sich genommen zwar wünschenswert ist, aber ihrerseits zu Hohn und Spott führt.

Für Händler bedeutet das trotzdem: Die geltenden Vorgaben bleiben bestehen, solange keine verbindliche Änderung beschlossen wurde.

EU-Versand einstellen?

Für zweifelnde Unternehmen stellt sich weiterhin die Frage, ob sich der Versand in andere EU-Länder unter den aktuellen Bedingungen noch rechnet. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Entscheidend sind unter anderem das Versandvolumen, die Zahl der belieferten Länder und der Umsatz, der dort tatsächlich erzielt wird.

Gerade für kleinere Shops kann es sinnvoll sein, zunächst genauer hinzusehen: In welchen Ländern gibt es regelmäßig Bestellungen? Wo stehen die zusätzlichen Kosten noch in einem angemessenen Verhältnis zum Umsatz? Und lassen sich mehrere Länder über Dienstleister oder Komplettlösungen wirtschaftlich abdecken?

Statt den EU-Versand vollständig einzustellen, kann daher auch eine Konzentration auf einzelne wichtige Absatzmärkte eine Option sein.

Die Debatte ist noch nicht vorbei. Es bewegt sich gerade etwas. Bis dahin bleibt zu hoffen, dass es schon bald heißt: „Versand in die gesamte EU ab sofort wieder möglich.“

Veröffentlicht: 20.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 20.08.2026
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
26 Kommentare
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Henning
26.08.2026

Antworten

Hmmm zertifiziert, zahlt und bevollmächtigen Temu und Aliexpress auch? Oder nur wir EUler? Ist das mit dem Grundgesetz vereinbar?
Redaktion
27.08.2026
Diese müssten eigentlich alle Regularien erfüllen. Ob sie es tun, wird sich zeigen. Aber die letzten Monate haben gezeigt, dass zumindest Verbände kein Problem haben, die großen chinesischen Plattformen abzumahnen.
ralf
26.08.2026

Antworten

Es war Deutschland übrigens die die Erleichterung für kleine Unternehmen abgelehnt hat. Nur mal am Rande bemerkt. Ansonsten kann man doch nur sagen, dass der schon seit Jahren angekündigte Bürokratie Abbau läuft.....oder war das Aufbau. Wie viel Bürokratie wurde abgeschaft und wie viel Bürokratie kam und kommt jetzt alleine dieses Jahr dazu? (KI Kennzeichnung, PPWR, Widerrufsbutton, Gewährleistungsglabel, EmpCo etc. etc. Wurde überhaupt irgendeine Bürokratie abgeschafft? Und gibt es eine Statistik, wie wiele Firmen dadurch aufgegeben wurden und wie viele Arbeitsplätze es gekostet hat bzw. wie viele neue Arbeitlose/Bürgergeldempfänger dadurch entstanden sind. Die Mehrheit, wie OHN berichtet hat ja immer die neuen Regelungen umgesetzt. Die Mehrheit fängt aber schon bei 51 % an und wie viele haben immer aufgehört? mal 10 % mal 15 % bei jeder neuen Regelung? Der Wille nach Vielfalt hört dann doch bei der Anzahl der Unternehmen auf und irgendwann wird es einfach keine kleine Firmen mehr geben und Neugründugen werden dadurch erschwert. Wirtschaftlich wird es ein Desaster langfristig werden. Die Wirtschaft geht ja nicht umsonst die Bach runter. Warum wohl?
Klee
26.08.2026

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Auch wir haben den Versand ins EU-Ausland eingestellt.
MiMö
26.08.2026

Antworten

Schon seit über 1 Jahr den EU-weiten Versand eingedampft. Verkaufe auch Nischenprodukte. Es lohnt sich einfach nicht. Und dass man die Hälfte seiner Arbeitszeit verschwendet, um die gesamten Regularien zu erfüllen, das kann es auch nicht sein. So hatte ich mir einen gemeinsamen Binnenmarkt NICHT vorgestellt.
cf
25.08.2026

Antworten

Der größte Witz ist der Satz "Politik sucht nach einer Lösung" -> Sie haben das Problem erst verursacht. Die Lösung ist also ganz einfach: Regelung unverzüglich wieder abschaffen. Es könnte so leicht sein
Alina
23.08.2026

Antworten

Diese Aussage ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar: "Gerade für kleinere Shops kann es sinnvoll sein, zunächst genauer hinzusehen: In welchen Ländern gibt es regelmäßig Bestellungen? Wo stehen die zusätzlichen Kosten noch in einem angemessenen Verhältnis zum Umsatz? Und lassen sich mehrere Länder über Dienstleister oder Komplettlösungen wirtschaftlich abdecken?" Wie soll man denn hinsehen, wenn man von Anfang an einen Bevollmächtigten braucht? Ich kann doch erst dann wissen, wie viele Bestellungen ich habe und ob es sich auszahlt, wenn ich die Bestellungen auchz entgegennehmen und verschicken kann. Das bedeutet aber, dass ich einen Bevollmächtigten von Anfang an brauche. Man fragt sich manchmal schon, ob bei den Gesetzesgebern irgendjemand mal überlegt, was es in der Praxis bedeutet, bevor man irgendwelche neuen Verordnungen und Gesetze in Kraft setzt. Soweit denken, dass dann jeder für jedes EU-Land einen Bevollmächtigten brauche, das mit Arbeits- und Kostenaufwand verbunden ist, kann doch wohl erwartet werden.
F.Z.
22.08.2026

Antworten

Versand ins Ausland eingestellt, EU Bürokratismus zu lasten der kleinen Betriebe!
Hans O.
21.08.2026

Antworten

am besten sämtliche gewerbliche Tätigkeit einstellen - das ist doch der Wunsch unserer Führung (egal ob Berlin oder Brüssel), Hauptsache den Mittelstand drangsalieren und vor allem: der willfährigen Abmahnindustrie Aufträge verschaffen! Wenn ich lese, dass die nationalen Behörden zunächst nicht sanktionieren sollten - die sind nicht das Problem!
AirDae
21.08.2026

Antworten

Mich würde echt mal interessieren, wie viele Shops noch nach Malta liefern. Das ist ja das Land mit dem geringsten Umsatzpotential in Bezug auf die Bevölkerung. Aber mal eine andere Frage. Wir suchen gerade nach einer Lösung, hunderte, bzw. tausende Technische Dokumentationen und Konformitätserklärungen zu erstellen. Wir haben sehr viele eigene Produkte und nicht alles passt in denselben Produktkarton mit entsprechenden Füllmaterial. Da steht der finanzielle Aufwand für das (An)Melden in anderen Ländern in einer ganz anderen Relation zu diesem Aufwand. Wir erhalten von unseren Lieferanten zwar Erklärungen und andere Dokumente, aber einige von denen sehen nicht so aus, als wären die laut PPWR vollständig und könnten entsprechend verwendet werden. Liebes OHN-Team, hier wünsche ich mir mal einen Artikel darüber, wie man an dieses große Thema herangeht, wenn es nicht nur um drei Versandverpackungen und 10 verschiedene Produktverpackungen für Eigenmarken-Produkte geht. Soweit ich das gesehen habe, gibt es dafür Firmen, die Compliance-Lösungen anbieten. Habt Ihr darüber einen Überblick?
Andree
25.08.2026
So wie ich das verstehe, musst du erstmal nichts einreichen, du musst die ganze Dokumentation etc erstellen und auf Anforderung dann einreichen. Aber ja die Erstellung ist natürlich allein eine Mammutaufgabe.
Robert P.
21.08.2026

Antworten

Wir hatten unseren EU-Versand schon am 09.08. eingestellt, da unklar war wie der Zeitraum genau berechnet wird, Einlieferungsdatum, oder das Datum wann das Paket im Ausland ankommt. Wir selber haben bereits Kundenanfragen erhalten die wissen wollten warum wir nicht mehr in ihr Land versenden. Unsere Erklärung wurde auch überwiegend verstanden, aber mit teilweise viel Unverständnis (nicht auf uns bezogen, sondern auf diese Verordnungen). Von den derzeit verfügbaren 27 EU-Ländern, liefern wir nur noch in eins - Deutschland. In einige EU-Länder weiterhin zu liefern war für uns - aus Solidarität - keine Option. Die Wirtschaftslage ist derzeit eh extrem angespannt auch EU-weit, von daher ist es schwierig abzuschätzen für welche Länder es sich noch lohnt. Auch wenn derzeit in Brüssel darüber nachgedacht wird Ausnahmen für Kleinbetriebe zu machen, oder eine generelle Abschaffung der Bevollmächtigten bleibt dennoch das Problem, dass man sich für die Entsorgung in jedem Land anmelden müsste. Wir selber haben es seit über 20 Jahren nicht geschafft in alle 27 EU-Länder (Anfangs waren es weniger) zu liefern. Es gibt einige stärkere Länder, aber auch dort ist das Bestellvolumen von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Niemand weiß im Vorfeld wo sich eine Anmeldung lohnt und wo nicht. OSS für Verpackungen würde Sinn machen, egal in welchem Intervall zurückgemeldet wird, es wäre das fairste System und - meiner Meinung nach - auch mit dem geringsten Aufwand, für "ALLE" Betroffenen. Aktuell sieht es ja so aus, dass der EU-Versand erheblich eingeschränkt wird (von uns Händler*innen), das wird auch langfristig erhebliche Auswirkungen auf andere Bereiche haben, nicht nur auf den Onlinehandel. Viele - die es sich leisten konnten - haben eh schon seit einiger Zeit den Stecker gezogen, da dieser ganze Irsinn an Bürokratie und Verordnungen in keinem Verhältnis mehr zu irgendwas steht. Die Sorge mancher Händler*innen, dass jetzt die Großen davon profitieren würden, teile ich an dieser Stelle nicht. Ja, es gibt bestimmt einige Bereiche von denen die Großen provitieren könnten, aber es gibt eine enorme Menge an - sagen wir mal - Nieschenprodukten (es gehört sehr viel mehr dazu als man vielleicht denkt), das lohnt sich selbst für die Großen nicht und solche Produkte werden unweigerlich vom EU-Markt verschwinden. Von daher, eine komplette Überarbeitung der Verordnung durch Brüssel und eine vernünftige Lösung schaffen. Gruß, Robert
NIO
21.08.2026

Antworten

Es reicht mit dem bürokratie Wahnsinn! Nur noch zum verzweifeln!
oejendorfer
21.08.2026

Antworten

Meiner Meinung nach gilt die PPWR Vorschrift nicht für Briefe ins EU Ausland z,.B.Großbrief. ggf auch Kleinpaket von DHL ? Stimmt das Frau Bachmann ?
Redaktion
24.08.2026
Hallo, guter Punkt – der eigentliche Knackpunkt ist tatsächlich weniger die Versandart (Brief, Großbrief, Paket) als die Frage, ob der Briefumschlag hier als Verpackung für Waren im Sinne der PPWR fungiert. Ein Umschlag, der reine Dokumente oder Korrespondenz enthält, fällt grundsätzlich nicht unter den Verpackungsbegriff der PPWR. Wird er aber zum Versand von Waren genutzt (z. B. kleine Artikel, Muster o. Ä.), dient er als Verkaufs- bzw. Versandverpackung und unterliegt damit grundsätzlich denselben Pflichten wie andere Verpackungen auch – unabhängig davon, ob es sich um einen Brief, Großbrief oder ein Kleinpaket handelt. Viele Grüße die Redaktion
Tom
21.08.2026

Antworten

Die letzten Abschnitte in dem Text kann ich so nicht teilen. Es ist Zeit den Politikern auch mal klare Kante zu zeigen. Seit Jahren wird der Online Mittelstand regelrecht drangsaliert. Wieder ein Gesetz hier, Änderung da, mehr Bürokratie dort, alles fernab der Realität im Betrieb, als ob man mit Anlauf diesen kaputt machen will. Warum soll man sich so einem idiotischen Gesetz beugen? Mehr Kosten, mehr Zeitaufwand etc. und für was? Das auf dem Papier mehr "Umweltschutz" generiert wird, was in der Praxis kaum auswirkungen haben wird, ausser dass eben viele nicht mehr verschicken. Toll gemacht. Anstatt jetzt erneut wieder sich zu beugen und einzelne Staaten raus suchen, bezahlen und hoffen ist auch für uns die logische Konsequenz mit so einen Gesetz nicht mehr in die EU zu verschicken. Es gäbe soviele einfachere Wege das zu lösen, aber dieser Weg, generell viele Gesetze sind so vernab der Realität dass man sagt so nicht, dann gibts halt weniger Umsatz, weniger Personal, weniger Steuern...
Hagy
21.08.2026

Antworten

Die Grundidee des europäischen Binnenmarktes war überzeugend: eine gemeinsame Währung, offene Grenzen, freier Handel und gemeinsam mehr wirtschaftlichen Wohlstand schaffen. In den ersten Jahren schien diese Richtung auch sinnvoll. Heute erleben viele Unternehmen jedoch eine EU, die zunehmend durch Bürokratie, neue Vorschriften und ständig wachsende Dokumentationspflichten geprägt ist. Gerade kleine und mittelständische Betriebe müssen immer mehr Zeit und Geld für die Erfüllung politischer Vorgaben aufbringen – Ressourcen, die für Innovation, Investitionen und Wachstum fehlen. Große Konzerne können eigene Rechtsabteilungen beschäftigen, umfangreiche Compliance-Strukturen aufbauen und Lobbyarbeit betreiben. Kleine Betriebe können das kaum. Deshalb stellt sich für mich eine entscheidende Frage: War diese Entwicklung so geplant – oder ist aus einer ursprünglich guten europäischen Idee im Laufe der Zeit ein System entstanden, das am Ende vor allem die großen Unternehmen bewältigen können?
Michi
21.08.2026

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Politik sucht nach einer Lösung? ist das jetzt Ironie oder Zynismus. Die von uns bezahlte Politik hat doch das Problem erst geschaffen oder?
Hans
21.08.2026

Antworten

Was macht der kleine Händler, der auf Amazon mit Versand durch Amazon verkauft? Amazon verschickt bei PAN-EU ja überall hin?
S
21.08.2026

Antworten

Die EU Kommission sollte sich vorher und nicht hinterher gedanken machen. Für kleine Unternehmen kann das das wirtschaftliche Aus bedeuten... und da wundert es die Politik das immer mehr der AfD zugeneigt sind bei den ganzen unbedachten EU-Vorschriften?! Langsam kommt es einem so vor das die Kommission nur noch da ist um die Unternehmen zu schröpfen...
Dirk M.
21.08.2026

Antworten

Es ist ein reines Rechenexempel, ob der Verkauf von Waren in das EU-Ausland sich noch lohnt. Selbst mit den angekündigten Entschärfungen (die ja auch erst noch in nationales Recht umgesetzt werden müssen) sind die Auflagen immer noch hoch, dass für viele kleine Händler die Entscheidung unumkehrbar ist, den Versand einzustellen. Ein dreifach Hoch auf die Bürokratie!
Martina
21.08.2026

Antworten

Leider ist es ja auch nicht mit akzeptablen Kosten verbunden, wenn man nur wenige Länder weiterhin beliefert. Ich habe gestern von jemandem gelesen, der alleine für Österreich 300€ für den Bevollmächtigten bezahlt. Nun soll das aber für 180€ noch notariell beglaubigt werden und dann kommen ja noch die Verpackungslizenzen (in manchen Ländern gibt Mindestbeträge) dazu. Für Österreich gibt es so eine Pauschale, die scheinbar 130-200€ kostet. Das rechnet sich für sehr viele schlichtweg nicht, wenn man nur für ein Land schonmal zwischen 610 und 680€ alleine an Gebühren bezahlt. Wer halbwegs rechnen kann weiß, wieviel umgesetzt werden muss, damit dieser Betrag überhaupt mal ausgeglichen wird.
GB
21.08.2026

Antworten

Ich baue mein kleines Geschäft seit knapp zwei Jahren mit viel Schweiß, Zeit und vor allem Freude auf. Kunden aus der gesamten EU waren für mich bisher gute und gern gesehene Kunden. Doch irgendwann ist für einen kleinen Händler die Grenze erreicht: Ich bin finanziell schlicht nicht in der Lage, immer neue Anforderungen und den damit verbundenen Aufwand zu stemmen. Wenn Unternehmertum für kleine Betriebe zunehmend unattraktiver gemacht wird, fragt man sich irgendwann ernsthaft, warum man sich das alles noch antut. Dann scheint Grundsicherung fast die einfachere Alternative zu sein. Ob das wirklich das Ziel von Deutschland und der EU sein kann?
Susanne - Vici Nature
21.08.2026

Antworten

Wir sind von ehemals 19 EU-Ländern auf 1 (!) Land zurückgegangen und hoffe, dass sich das dennoch bald wieder ändern wird. Erst der Aufriss mit OSS, und jetzt diese unverhältnismäßig hohe Hürde. Wohl dem, der sich weiterhin traut auch ohne korrekte Maßnahmen ins EU-Ausland zu verschicken (oder das Geld in die Hand nehmen kann). Wir meinen: "Frechheit siegt immer" ist hier fehl am Platz. Es sollten alle aufbegehren.
Micha
21.08.2026

Antworten

ich kenne keinen Händler meht der noch in das EU Ausland sendet , und wir sind viele vernetzt ...
D. Klonikowski
21.08.2026

Antworten

Auch wir haben den EU-Versand komplett eingestellt. Außerdem empfinden wir die neue Verpackungsverordnung als Unternehmens-Killer und Job-Killer Nr. 1 - in einer Schnelligkeit, wie es dies selten zuvor gab. Man kann nur noch sarkastisch gratulieren, denn so sieht EU-Wirtschaftsförderung im Moment aus.