Pflicht zur Kartenzahlung im Handel – Was Händler jetzt wissen sollten

Veröffentlicht: 08.04.2026
imgAktualisierung: 08.04.2026
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.04.2026
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Wird Kartenzahlung zur Pflicht: Zahlung per Karte im Handel
Syda_Productions / Depositphotos.com
Die Regierung plant neue Zahlungsregelungen für den Handel. Dabei sollen digitale Zahlungen zur Pflicht werden.


Die Diskussion um verpflichtende digitale Zahlungsmethoden nimmt Fahrt auf: Eine aktuelle Initiative der schwarz-roten Koalition in Berlin soll Händler und Gastronomen künftig dazu verpflichten, mindestens eine elektronische Zahlungsoption anzubieten.

Auf Unternehmen, die bislang ausschließlich Bargeld akzeptierten, käme dann eine Pflicht zur Zahlungsumstellung zu: etwa durch die Option zur Kartenzahlung oder etwa eines mobilen Zahlverfahrens.

Geplant ist, eine Bundesratsinitiative einzubringen, auf deren Basis eine entsprechende Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch oder der Gewerbeordnung verankert wird. Die Fraktionsspitzen von CDU und SPD wollen die Weichen für eine solche Initiative bei einer gemeinsamen Klausur stellen.

Mehr Transparenz, weniger Steuerhinterziehung

Einerseits zielt der Vorstoß darauf ab, die Kundenerfahrung durch mehr Transparenz im Zahlungsverkehr zu verbessern. Andererseits geht es der Politik verstärkt auch darum, Steuerbetrug zu erschwerden. Gerade in bargeldintensiven Branchen wie der Gastronomie entgehen dem Staat Schätzungen zufolge jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge.

„Nach Angaben der Senatsverwaltung existieren in Berlin rund 80.000 sogenannte Bargeldbetriebe. Nur etwa 1,2 Prozent wurden zuletzt bei einer Kassen-Nachschau überprüft“, heißt es bei Golem.

Sorgen vor Zusatzbelastung für kleine Betriebe

Gegen die Bestrebungen aus der Politik regt sich bereits Widerstand aus den Reihen der Unternehmen: Besonders kleinere Betriebe befürchten zusätzliche Kosten durch Transaktionsgebühren – vor allem bei kleinen Kaufbeträgen könnten solche Gebühren Margen schmälern. Darüber hinaus greife eine solche Pflicht in die unternehmerische Freiheit ein, weshalb der Kritik zufolge die Auswahl der Zahlungsarten auch weiterhin bei den Unternehmen selbst liegen solle.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 08.04.2026
img Letzte Aktualisierung: 08.04.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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RMU
09.04.2026

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Ein Schritt in die richtige Richtung – aber nur ein halber. Die Pflicht zur Kartenzahlung ist überfällig und gut für Verbraucher. Was jedoch fehlt: die gleichzeitige Abschaffung sämtlicher Transaktionsgebühren. Solange Händler für jede Kartenzahlung zur Kasse gebeten werden, verlagert man die Last lediglich – vom Kunden zum Unternehmer. Eine wirklich moderne Zahlungsinfrastruktur muss für alle Beteiligten kostenneutral sein. Wer bargeldloses Zahlen zur Pflicht macht, muss auch dafür sorgen, dass es niemanden benachteiligt.
ralf
09.04.2026

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Naja, die Frage ist, wenn die Gastronomie diese angeblichen Mrd. nicht hinterziehen würden, wieviel Gastronomie gäbe es denn noch? Steuerhinterziehung ist immer ein Indikator dafür, ob Steuern eventuell zu hoch sind.
KI
09.04.2026

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Meinung: alles, was diese Bundesregierung veranlasst oder anregt, dient auf keinen Fall dem Volk oder den Menschen in diesem Land. Weitere Vorschriften, Eingriffe und Kneblungen durch den Staat. Habe gehört, dass Bundeskanzler Merz auch die Anzahl der Kunden mit dem Verbrauch der Toilettenpapierrollen in Gastronomiebetrieben ins Verhältnis setzen will, um zu überprüfen, ob da tatsächlich wieder einmal vom Geschäftsinhaber beschissen wird. Aber was will man denn erwarten? Merz ist 70, Trump 80, Putin 73 und Netanjahu 76 Jahre alt. Da sind viele Parallelen erkennbar. Eventuell ist Brainrot ab einem bestimmten Alter bereits im Endstadium angekommen.