Neue Regeln für Cookie-Banner – Politik will Klick-Ärger lösen

Veröffentlicht: 05.09.2024
imgAktualisierung: 05.09.2024
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
05.09.2024
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ca. 2 Min.
Cookies im digitalen Raum sind häufig Anlass für Ärger
Erstellt mit DALL-E
Aus der Politik gibt es neue Bestrebungen, die Flut an Cookie-Bannern im Internet einzudämmen. Gelingen soll dies mit einem neuen Ansatz.


Cookie-Banner wohin man schaut – egal ob in Online-Shops und auf Marktplätzen, auf Plattformen oder sonstigen Internet-Präsenzen. Der Gedanke hinter dieser Pflicht zur Einbindung von Cookie-Bannern ist simpel und gut: Seitenbesucher und Kunden sollen nicht nur darüber informiert werden, dass Daten erhoben, verarbeitet und gespeichert werden, sondern sie sollen darüber entscheiden können, in welchem Umfang dies tatsächlich passiert.

Die Folge dieser individuellen Wahlmöglichkeit ist allerdings, dass viele Menschen von der Flut und Komplexität der Cookie-Banner genervt und vielleicht sogar überfordert sind. Genau dies soll sich künftig aber ändern. 

Kein lästiges Banner-Klicken mehr

Einen Vorstoß, mit dem der Ärger um die Cookie-Banner beseitigt werden soll, hat Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) in Planung. Er will es ermöglichen, dass Nutzerinnen und Nutzer nur noch ein einziges Mal ihre Cookie-Präferenzen hinterlegen müssen und diese Einstellungen dann für die Besuche auf allen Seiten im Internet Anwendung findet.

Funktionieren soll das Ganze, indem neue Diensteanbieter genutzt werden, durch die sich die individuellen Einstellungen im jeweiligen Browser hinterlegen lassen. Eine entsprechende Verordnung von Wissing – die „Verordnung über Dienste zur Einwilligungsverwaltung“ – habe das Bundeskabinett bereits am Mittwoch abgenickt.

Stärkung von Datenschutz und Selbstbestimmung

„Wir wollen die Cookie-Flut reduzieren und ein angenehmeres Surferlebnis für die Nutzer ermöglichen“, wird der Minister von der FAZ zitiert. Der Rechtsrahmen für die vereinfachte Praxis sei nun geschaffen. „Dadurch reduzieren wir die Anzahl der notwendigen Klicks und geben den Nutzerinnen und Nutzern einen besseren Überblick und mehr Kontrolle über ihre Einwilligungen.“ Auf diesem Wege würde einerseits der Datenschutz, andererseits aber auch die digitale Selbstbestimmung gestärkt.

Ob dieser neue Ansatz funktioniert und in der Praxis die erhoffte Linderung im Cookie-Chaos bringt, wird sich zeigen – es hänge laut dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr auch davon ab, ob und inwieweit sich Anbieter auf dem Markt etablieren und das neue Verfahren von den Usern verwendet wird. Zwei Jahre nach Inkrafttreten soll dann evaluiert werden, wie wirksam die Maßnahme ist.

Veröffentlicht: 05.09.2024
img Letzte Aktualisierung: 05.09.2024
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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XiPing
10.09.2024

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Wie peinlich, Herr Bundesdigitalminister Volker Wissing. Hat da wieder mal ein FDP Buddy eine »gute Geschäftsidee« und steht als Drittanbieter in den Startlöchern, allen Internetnutzern monatlich Geld aus der Tasche zu ziehen?
Hubi
09.09.2024

Antworten

Schade, wenn die Politik das Internet immer noch nicht verstanden hat. Es gibt Seiten, bei denen ich das volle Erlebnis haben möchte und andere, bei denen ich das alles nicht möchte. Eine pauschale Entscheidung nimmt dem Nutzer das Erlebnis bei guten Seiten oder zwingt ihn bei anderen Seiten das schlechte Erlebnis in Kauf zu nehmen. Was wird passieren: Jede Seite wird den User mit Bannern/Flyouts/etc. belästigen, die Ihn auffordern die Einstellungen zu ändern/aktualisieren um die Dienste/Angebote genießen zu können.
Diko
06.09.2024

Antworten

Die Unendlichkeit von Schwachsinn geht weiter und wird dem Händler und letztendlich dem Endverbraucher teuer zu stehen kommen. Drittanbieter sind zusätzliche Kosten. Anstatt dem mündigen Bürger/in und Käufer/in einmal was zuzutrauen, kommen immer mehr idiotisch und weltfremd Vorschläge aus der Politik. Ich weiß gar nicht, wie ich solange ohne politische Einmischung überleben konnte.
Torsten
06.09.2024

Antworten

Dass heute alles ein "Erlebnis" sein muss... Warten wir ab, ob es in 5 Jahren dann umgesetzt wird. Bekanntlich dauert alles ewig. Wenn, wird der Besucher einmal alles ablehnen was möglich ist und Analysten schauen einmal mehr in die Röhre.
K.I
06.09.2024

Antworten

"Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) in Planung" Meinung: Bis der soweit ist wird die nächste Bundestagswahl vorbei sein und kein FDP Politiker mehr in der Bundesregierung eine Position bekleiden. Erst werden Gesetze bezüglich der Cookie-Banner erlassen und jetzt........ Unsere Gesetze werden wie es aussieht auch nicht von Fachpersonal gemacht! Wo soll es auch herkommen?