Nahost-Krieg als Inflationsrisiko: EZB warnt vor steigenden Energiepreisen und schwächerem Wachstum

Veröffentlicht: 04.03.2026
imgAktualisierung: 04.03.2026
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 1 Min.
04.03.2026
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Mann tankt
AndrewLozovyi / Depositphotos.com
Der Anstieg der Öl- und Gaspreise könnte die Inflation weiter steigen lassen und die Wirtschaft ausbremsen.


EZB-Chefvolkswirt Philip Lane warnt vor den geldpolitischen Folgen eines lang andauernden Krieg im Nahen Osten. „Ein Anstieg der Energiepreise übt tendenziell Inflationsdruck aus, insbesondere kurzfristig“, so Lane gegenüber der Financial Times, wie das Handelsblatt berichtet

Folgen hängen von Dauer des Konflikts ab

Bei den Folgen kommt es vor allem auf die Dauer des Konfliktes an, so Lane. Frühere Analysen der Währungshüter gehen davon aus, dass ein längerer Krieg zu einem „deutlichen Anstieg” der energiebedingten Inflation und einem „starken Rückgang“ der Wirtschaftsleistung führen wird, wenn es zu einem dauerhaften Rückgang der Energielieferungen aus der Region kommt. 

Ein dauerhafter Ölpreisanstieg könnte die Inflation um 0,5 Prozentpunkte anheben und das Wachstum um 0,1 Prozentpunkte dämpfen. 

Verlust an Kaufkraft

Die Folgen des Krieges könnten sich auch auf die Verbraucherpreise durchschlagen. In einem Risikoszenario könnte die Inflationsrate im Euroraum um mehr als einen Prozentpunkt von 1,7 auf knapp drei Prozent steigen, wie Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt. „Das wäre ein spürbarer Verlust an Kaufkraft für die Konsumenten“, so Krämer. 

Die Geldpolitik wirkt allerdings mit großer Verzögerung, so dass zunächst keine Preisschwankungen zu erwarten sind. Vorerst sind die auf den Märkten basierten längerfristigen Inflationserwartungen kaum verändert. Die EZB erwartet für das gesamte Jahr keine Änderung des maßgeblichen EZB-Einlagensatzes von derzeit zwei Prozent. 

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Veröffentlicht: 04.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 04.03.2026
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

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1 Kommentare
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cf
05.03.2026

Antworten

Komisch, dass solche Auswirkungen erwartet werden, wo wir doch zu 56% erneuerbare Energien aus Deutschland einsetzen :-) Wer nutzt denn bitte heutzutage, in Zeiten der so günstigen Ökostrom-Möglichkeiten, noch Öl - außer für den Salat? #Man reiche mir das Ladekabel - nein, dass mit dem anderen Stecker - ach und dazu bitte den Adapter für den Stecker mit dem ovalen Anschluss....