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Mindestlohn steigt auf knapp 15 Euro – Was bedeutet das für Unternehmen und Verbraucher?

Veröffentlicht: 30.06.2025
imgAktualisierung: 30.06.2025
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.06.2025
img 30.06.2025
ca. 2 Min.
Euroscheine und -münzen
gena96 / Depositphotos.com
Bis 2027 soll der gesetzliche Mindestlohn in zwei Schritten auf 14,60 Euro pro Stunde angehoben werden. Das hat erhebliche Auswirkungen.


Die Mindestlohnkommission in Deutschland hat Ende vergangener Woche beschlossen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Stufen kräftig anzuheben: Ab dem 1. Januar 2026 steigt er von derzeit 12,82 Euro auf 13,90 Euro. Ein Jahr später, am 1. Januar 2027, folgt eine weitere Erhöhung um 70 Cent auf dann finale 14,60 Euro pro Stunde – insgesamt entspricht das einer Steigerung um 13,9 Prozent. Für ungefähr sechs Millionen Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor bedeutet das bereits ab 2026 ein monatliches Plus von brutto etwa 190 Euro, und ab 2027 insgesamt rund 310 Euro mehr pro Kopf.

Bei der Entscheidung über die Anhebung orientierte sich die Kommission an mehreren Kriterien: Dazu gehören unter anderem die Tarifentwicklungen, der Referenzwert von 60 Prozent des Bruttomedianlohns Vollzeitbeschäftigter sowie die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Gemischte Reaktionen auf die Anhebung

Ökonomin Monika Schnitzer, Mitglied im Rat der „Wirtschaftsweisen“, begrüßt die Anhebung des Mindestlohns und in welcher Art und Weise diese durchgeführt wird. „Die Erhöhung in zwei Schritten gibt der Wirtschaft die Zeit, sich anzupassen“, wird sie bei T-Online mit Verweis auf den Spiegel zitiert. „Wir kommen aus einer Phase, in der die Inflation sehr hoch gestiegen ist, während der Mindestlohn nur moderat angehoben wurde. Nun holt man diesen Inflationsanstieg gewissermaßen nach.“ Auch der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann äußert sich positiv über die Entscheidung. „Das ist gelebte Sozialpartnerschaft und zeigt, dass die Kommission funktioniert. Die Lohnfindung bleibt auch in Zukunft Sache der Tarifpartner.“

Kritik kommt derweil von der SPD und den Linken. In ihren Augen fällt die Erhöhung zu gering aus, die beiden Parteien plädierten vorher auf eine Anhebung auf 15 Euro. „Dass die Mindestlohnkommission daran scheitert, den Mindestlohn auf das europäische Mindestmaß anzuheben, ist ein Armutszeugnis“, so die Parteichefin der Linken, Ines Schwerdtner. Auch die SPD empfindet einen Mindestlohn von 15 Euro als das „Minimum für ein Leben in Würde“.

Drohen Stellenstreichungen und Insolvenzen?

Für viele Firmen, insbesondere kleine und mittelständische Betriebe, sowie in Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel oder Logistik, bedeutet der neue Mindestlohn höhere Personalkosten. Vor allem Betriebe, die bisher knapp über dem Mindestlohn lagen oder bewusst darauf setzten, sehen sich gezwungen, ihre Lohnstrukturen anzupassen. Viele Kleinbetriebe könnten Probleme haben, die Mehrkosten zu schultern, speziell wenn ihre Margen gering sind. Der Handelsverband und andere Verbände befürchten sogar Arbeitsplatzverluste oder die Gefahr von Insolvenzen, sollte der Kostendruck zu stark werden.

Das wirkt sich direkt auf die Kunden aus, denn ein Teil der Firmen könnte die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben und die Preise erhöhen. Jedoch bleibt abzuwarten, wie stark Preissteigerungen in einzelnen Branchen ausfallen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 30.06.2025
img Letzte Aktualisierung: 30.06.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Corinna Flemming

Corinna Flemming

KOMMENTARE
3 Kommentare
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K.I
01.07.2025

Antworten

Meinung: KMUs sollen anscheinend platt gemacht werden! In Bulgarien betrug der Mindestlohn 2024 nur 2,85 Euro. In der EU geht es sehr gerecht zu!
Frank2
30.06.2025

Antworten

schreibt doch mal nen Datum wenn irgendwann mal was passieren soll mit in die Überschrift. Übrigens wenn die 6 Millionen die für einen Mindestlohn arbeiten zumindest mal eine Ausbildung gemacht hätten, würden sie auch mehr wie den Mindestlohn bezahlt bekommen - ja es gibt Gründe oder div. Schicksale etc. die Welt ist nicht Gerecht und wird es auch nicht werden auch nicht durch Scheinheilige Diskussionen. Ja es wird Scheininsolvenzen und Stellenstreichungen geben, die Jobs wandern ab in die Länder, die kein 15€ Mindeststundenlohn haben, eher 7€. Der Unternehmer kalkuliert ab 01.01.2026 15€ in der Std. zahlt dann aber nur 13,90€ und wenn er schlau ist bildet er Rücklagen, ist er fair zahlt er auch 15€.
Jürgen
01.07.2025
vor 2 Jahren war ich beim Insolvenzanwalt um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Er meinte: sie haben 4 Probleme: sie produzieren in Deutschland, sie zahlen zu hohe Löhne, sie zahlen zu viel Miete und für alles machen sie zu wenig Umsatz. Miete konnten wir durch einen Umzug reduzieren, den Rest halt nicht. Wir produzieren und versenden selbst - mit 10 Mitarbeitern und kämpfen hart um bestehen zu können. Aber sind dafür super nachhaltig und sozial fair. Unsere Mitbewe.... -äh - Marktbegleiter lassen in Fernost produzieren und versenden mit Logistikdienstleister in Osteuropa oder machen Plattform-Geschäft - es ist ja ausreichend Marge da. Die zucken nur mit den Schultern, die Lohndiskussion interessiert die nicht....