Beim Investitionsgipfel in Berlin traf sich Bundeskanzler Friedrich Merz jetzt mit großen Unternehmen und Wirtschaftsakteuren, um einen gemeinsamen Plan zur Stärkung der deutschen Wirtschaft auszuformulieren. Die Unternehmensallianz, zu welcher nebst den deutschen Konzernen Allianz, SAP, BMW und Rheinmetall auch die US-Unternehmen Nvidia, Blackrock und Blackstone gehören, plant, bis 2028 eine Gesamtsumme von 631 Milliarden Euro in den Ausbau des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu investieren.
Diese Ziele verfolgen die Unternehmen
Wie Business Insider bereits im Vorfeld des Treffens berichtete, wurde die Initiative „Made for Germany“ von einer Gruppe Großunternehmen und Investoren gegründet. Es sollen Unternehmen nahezu aller Wirtschaftszweige mit dabei sein.
Initiiert wurde der Zusammenschluss durch Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, Roland Busch, Chef von Siemens, Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE sowie Alexander Geiser, Chef der Beratungsagentur FGS Global. Neben bereits geplanten Investitionen wurden neue Projekte beschlossen, allesamt mit dem Ziel, Deutschland wieder als Wirtschaftsstandort zu stärken.
Folglich stehen Investitionsprojekte für Forschung und Entwicklung, aber auch Anlagenbauten im Fokus. Beim Gipfeltreffen mit der Bundesregierung forderten die Unternehmen jetzt die Politik dazu auf, ihren Beitrag zu leisten. So äußerte Sewing, dass künftige Beschlüssen stets „Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit fördern“ sollten.
Merz will Stabilisierung noch in dieser Wahlperiode
Neben Friedrich Merz nahmen auch Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Treffen teil. Beide zeigten sich zuversichtlich, dass die aktuelle Regierungsagenda bereits viele Weichen für das erhoffte Wirtschaftswachstum gestellt habe. Maßnahmen wie der Investitionsbooster sowie geplante Reformen würden den Wünschen der Konzerne dabei entgegenkommen. Eine deutliche Stabilisierung der deutschen Wirtschaft hält er dabei noch für diese Wahlperiode für realistisch.
Kritik: PR-Aktion statt Aktionismus?
Presseberichte zum Investitionsgipfel enthalten eine ganze Armada an feingeschliffenen und bedeutungsschwangeren Phrasen – sei es Merz Äußerung: „Deutschland ist zurück“ oder Roland Buschs eindrucksvolles: „Deutschland braucht ein neues Betriebssystem“. Doch nicht alle scheinen diese Euphorie zu teilen.
So tat Ifo-Präsidenten Clemens Fuest die Veranstaltung als „erst mal Werbung“ ab, wie Reuters berichtet. Jens Boysen-Hogrefe vom Institut für Weltwirtschaft (ifW) kritisierte, dass am Treffen lediglich Großkonzerne teilnahmen. Die Belange des Mittelstandes würden so unter Umständen nicht hinreichend berücksichtigt. Auch würden einige der geplanten Regierungsmaßnahmen vor allem die großen dabei unterstützen, noch größer zu werden.
Wie es bei der Deutschen Presseagentur/Onvista heißt, sollen beispielsweise durch die Lockerung der Schuldenbremse neue Investitionen in die Bundeswehr ermöglicht werden. Mit-Initiator Rheinmetall freut das natürlich – doch wo bleiben kleine und mittelständische Unternehmen innerhalb dieser Pläne?
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Ricarda Eichler
Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.
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