Noch mehr neue Pflichten für Händler – auch Amazon mahnt zur Einhaltung

Veröffentlicht: 18.09.2024
imgAktualisierung: 18.09.2024
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
18.09.2024
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ca. 2 Min.
Logo des Online-Marktplatzes Amazon auf einem Karton
Oleksandr_UA / Depositphotos.com
Keine Zeit zum Luftholen: Im Dezember treten gleich mehrere neue Regeln für Online-Händler in Kraft. Amazon mahnt nun zur Einhaltung.


Im Dezember kommen mit der neuen Verordnung rund um die Produktsicherheit umfangreiche rechtliche Vorgaben auf Unternehmen zu. Doch die Produktsicherheitsverordnung ist nicht die einzige neue Pflicht, mit der sich Online-Händlerinnen und -Händler auseinandersetzen müssen.

Am 30. Dezember 2024 endet eine 18-monatige Übergangsfrist, sodass ab diesem Datum die neue EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte anzuwenden ist. Sie gilt dann zunächst für alle Nicht-KMU. Kleine und mittelständische Unternehmen haben noch etwas länger Zeit: Für sie sind die Pflichten aufgrund einer 24-monatigen Übergangsfrist erst ab dem 30. Juni 2025 bindend.

Dass Händlerinnen und Händler nicht tatenlos bleiben dürfen, sondern sich aktiv mit den verpflichtenden Vorgaben auseinandersetzen und für deren Einhaltung sorgen müssen, daran hat nun auch Amazon in einer Nachricht an seine Seller erinnert.

Welche Händler und Produkte sind betroffen?

Hinter der neuen Regelung steht das Ziel der Europäischen Union, nachhaltiger zu werden und einen Beitrag gegen die weltweite Schädigung und Rodung von Wäldern vorzugehen – es geht also um den Kampf gegen Entwaldung und Walddegradierung.

Betroffen von der neuen Regelung sind gleichermaßen Rohstoffe wie Holz, Kaffee, Kakao, Kautschuk, Soja, Palmöl oder auch Rinder, sowie Erzeugnisse, die aus den entsprechenden Rohstoffen hergestellt werden. Darunter fallen dann wiederum zahlreiche Produkte wie beispielsweise Möbel, Bücher und Druckerpapier, Schokolade und Kaffeebohnen, aber auch Tierfutter und Leder sowie unter Umständen Produkte aus Holz oder solche mit Holz-Elementen.

Amazon verweist in einer Mitteilung im SellerCentral darauf, dass die EU in ihren Ausführungen rund um die neue Verordnung auch konkret beschreibt, welche Produkte und Erzeugnisse betroffen sind: Im Anhang I der Verordnung können sich Händlerinnen und Händler entsprechend informieren, ob sie selbst betroffen sind.

Amazon: Nachweise womöglich erforderlich

Um rechtssicher zu bleiben und etwaige Fragen und Probleme zu klären, verweist Amazon im Fall der Fälle auf die Möglichkeit, sich rechtlich von Experten beraten zu lassen. Der Konzern schreibt dazu: „Sie können externe Rechtsberatung in Anspruch nehmen, um festzustellen, ob Ihre Produkte von dieser neuen Verordnung betroffen sind, und um Ihre Verpflichtungen zu beurteilen.“ 

Darüber hinaus sollten sich Unternehmen darauf gefasst machen, dass Amazon bei seinen Marktplatz-Sellern konkret nachfragt und sie Dokumente vorlegen müssen, die die Einhaltung der Pflichten belegen: „Unter Umständen fordern wir Nachweise dafür an, dass Ihre Produktangebote dieser Verordnung entsprechen“, schreibt der Konzern weiter.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 18.09.2024
img Letzte Aktualisierung: 18.09.2024
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
21 Kommentare
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cf
18.10.2024

Antworten

Hallo, der Artikel sollte zeitnah überarbeitet werden, da gerade aktuell beschlossen wurde den Geltungsbeginn um ein Jahr nach hinten zu verschieben!!
Redaktion
18.10.2024
Hallo cf,
zum angedachten Aufschub haben wir an anderer Stelle berichtet: Lieferkette: Unternehmen sollen mehr Zeit zur Umsetzung der Entwaldungsverordnung erhalten (Link)
Gruß, die Redaktion
André
11.10.2024

Antworten

Tatsächlich hat niemand mehr Zeit sich um die eigentlich Arbeit zu kümmern, weil man seine gesamte Lebenszeit mit dieser sinnlosen Bürokratie verplempern muss, wir müssen endlich raus aus der EU und die Wirtschaft wieder ankurbeln, anstatt immer weiter einzudämmen. Ich kenne noch die guten und einfachen Zeiten von vor 20 Jahren, als Onlinehandel noch richtig viel Spaß machte, bevor die EU einem alles vermieste.
André
11.10.2024

Antworten

Ich hoffe so sehr, dass wir es endlich mal schaffen die Grünen komplett weg zu bekommen und aus der EU auszutreten, nur so können sie die vielen kleinen Händler retten, diese ganze Bürokratie ist vollkommen weltfremd, interessiert die Bürger nicht und ist überhaupt nicht mehr von kleinen Unternehmen zu bewältigen.
Wolf
25.09.2024

Antworten

Wir sind ein Onlineshop aus der 1. Stunde des Onlineshoppings und ich als Gründer habe in diesen bald 21 Jahren dermaßen viele bürokratistische Unzumutbarkeiten erdulden und umsetzen müssen, dass ich dazu bald ein Buch schreiben kann "Die Grauen des Onlinehandels". Mittlerweile nehmen wir schon gar keine neuen Produkte mehr auf, da es einfach nicht mehr schaffbar ist in Zeiten von Personalmangel und immer mehr Bürokratie, alle Stolperfallen zu überblicken und zu vermeiden! Ich überlege mittlerweile auch ernsthaft das Geschäft zu reduzieren und ggf. sogar zu verkaufen (Personalabbau usw.), weil man irgendwann keine Kraft mehr hat, gegen diese Windmühlen aus Brüssel anzukämpfen! Diese EU verfolgt einzig und alleine das Ziel kleine und mittelständische Firmen aus dem Markt zu räumen, damit es irgendwann nur noch Großkonzerne gibt! Kein Wunder das rechte Parteien auf dem Vormarsch sind und uns andere Kontinente in den nächsten Jahren maßlos abhängen werden... Vom Fan der EU bin ich in den letzten 21 Jahren zum Gegner dieser EU geworden - LEIDER!
Bernhard
29.09.2024
Genau so sehe ich es auch. Da braucht es mehr als den Don, diese Mü(l)hlwerker und Heerscharen von teuren Wegelagerern abzuschaffen. Was bleibt ist Frustration, die das kaufmännische Engagement lähmt.
Michi
10.10.2024
Du sprichst mir aus dem Herzen… kann ich 1:1 unterschreiben. Wir werden ab Dezember keine neue Ware liefern lassen und dem Bestandsschutz vertrauen und dann schauen wie es nächstes Jahr weitergeht. Ich werde meine begrenzte Lebenszeit jedenfalls nicht mehr mit der Umsetzung dieser Schikanen verschwenden. Viele Grüße, Michael
Mike Freidank
23.09.2024

Antworten

Die EU ist ein Bürokratiemonster. Das braucht kein Mensch. Tausende unsinnige steuerfinanzierte Bürokraten, die nichts besseres zu tun haben, als sich hauptberuflich immer neue Verordnungen auszudenken. Wird Zeit, dass wir GB folgen !!!
H.P.
23.09.2024

Antworten

Am besten, wir verfallen in die Steinzeit und ich glaube, da gab es diese Probleme nicht. Ich glaube auch nicht, dass sich die anderen Länder außerhalb der EU, besonders Russland, China, Australien usw. diese Sorgen machen.
Flo
21.09.2024

Antworten

Wenn ich Produkte aus Karton verkaufe, wie muss der Nachweis denn aussehen in beiden Fällen? Also wenn die Produkte nicht betroffen sind oder betroffen. Das wäre doch am wichtigsten zu wissen aber ich finde dazu nichts.
Cornelia Peck-Schramm Geschenke und Souvenirs
21.09.2024

Antworten

Du meine Güte, vergeht eigentlich kein Tag, an dem irgendetwas neu geregelt wird? Wie soll denn da ein kleines Ladenlokal mitkommen und alles umsetzen? Wie ist das eigentlich, wenn ich Karten bedrucke, oder Aufsteller bastele? Alles im kleinen Rahmen. Da brauche ich dann die Herstellerinformation, welche ich dann auf die Etiketten drucken muss? Ich blicke da langsam nicht mehr wirklich durch.
Bindhammer
21.09.2024

Antworten

Und wieder sorgt man lediglich dafür das alles noch teurer wird. Weshalb muss es eigentlich der Händler machen, sind da nicht die Hersteller dann eher in der Pflicht? Muss das dann auch von den China Händlern eingehalten werden? Ich denke mal eher nicht man bestraft wieder einmal nur die, für die das Handeln eh immer unatraktiver wird , möchte man wohl nicht mehr haben.
Heinrich Ludwig R u n z
20.09.2024

Antworten

Schlimm! Immer mehr Bürokratie! Gegen den Chinesischen Händler TEMU, der offensichtlich sich nicht an Regeln hält, lässt man Gewähren. Was haben wir für Politiker in Brüssel sitzen!
Susanne
19.09.2024

Antworten

Wie muß man sich das vorstellen? Wenn man z.B. Schokolade verkauft, schreibt man den Lieferanten an und der muß dann eine Sorgfaltserärklärung bereitstellen? Wie oft muß das wiederholt werden? Ich kann mir vorstellen das die Hersteller ja nicht immer den selben Kakao von den selben Plantagen einkaufen. Meine Erfahrung nach sind leider EU ansässige Firmen sehr langsam mit solchen Umsetzungen. Könnt ihr uns in deutsch und englisch ein Schreiben anbieten das wir an die Händler/Hersteller schicken können? Ich habe nicht mal einen Begriff gefunden der beschreibt was diese Vorschrift genau will bzw wie diese Vorschrift heißt.
Redaktion
20.09.2024
Hallo Susanne,
die Verordnung heißt konkret Verordnung (EU) 2023/1115. Den kompletten Gesetzestext, kannst du bei Bedarf im Amtsblatt der Europäischen Union hier (Link) nachlesen.

Es sind auch bereits weitere erklärende Artikel hierzu in Arbeit!
Gruß, die Redaktion
Schulz
19.09.2024

Antworten

Ich kann nur sagen: Körperschaftsteuer Gewerbesteuer Grundsteuer Berufsgenossenschaft Versicherung Brandschutz Sozialabgaben Rente Solidaritätszuschlag Verpackungsgesetz IHK Richtlinen und, und, und Meinen Kindern sag ich: Wir ziehen bald weg
Thorsten
19.09.2024

Antworten

Langsam habe ich wirklich keine Lust mehr. Und das Wort "Bürokratieabbau" (auch wenn es in diesem Text gar nicht vorkommt) kann ich nicht mehr hören. Das ist alles für Solo-Selbstständige kaum mehr zu machen. Möchte die Bundesregierung und / oder die EU, dass alle kleinen Selbstständigen aufhören und es nur noch ein paar wenige große Onlinehändler gibt?
WB
19.09.2024

Antworten

Gibt es auch Pflichten für Händler, die mit gebrauchten Büchern handeln?
Redaktion
19.09.2024
Hallo,
zum Thema gebrauchte Waren hatten wir hier einen ausführlichen Artikel: Gilt die Produktsicherheitsverordnung auch für gebrauchte Produkte?

Gruß, die Redaktion
Petra Müller
19.09.2024
Hallo HB, anstatt lapidar drauf zu verweisen, wie wärs mit Service und dem Link dahin??
Redaktion
18.10.2024
Hallo Petra, der Artikel ist verlinkt :)
Einfach auf den Namen des Artikels klicken!
Gruß, die Redaktion