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Kommt jetzt die Nullsteuer auf Grundnahrungsmittel?

Veröffentlicht: 30.03.2026
imgAktualisierung: 30.03.2026
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.03.2026
img 30.03.2026
ca. 2 Min.
Hand schiebt Einkaufswagen in Supermarktgang, Regale im Hintergrund unscharf
xxxPATRIK / Depositphotos.com
Steigende Energiepreise durch den Iran-Krieg setzen Politik und Verbraucher unter Druck. Die Regierung prüft eine Mehrwertsteuer-Senkung.


Der Krieg am Persischen Golf treibt die Energiepreise hoch – und bringt eine alte Forderung zurück auf die politische Agenda: eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.

Experten der schwarz-roten Koalition sehen wegen des Iran-Krieges aktuell noch keine spürbaren Preissteigerungen bei Lebensmitteln, wollen aber Vorkehrungen für einen solchen Fall treffen. Unionsfraktionschef Jens Spahn geht dabei weiter, als viele erwartet hatten: „In einem Gesamtpaket kann ich mir gut vorstellen, die Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel auf null zu senken", sagte er der Welt am Sonntag laut SZ/ dpa. „Damit könnten wir auch etwas gegen die Inflation tun, die im Zuge des Iran-Kriegs wieder anzieht, weil Öl und Kraftstoffe teurer werden." 

Verbraucher unter Druck

Aktuell fällt auf die meisten Waren eine Mehrwertsteuer von 19 Prozent an, für ausgewählte Lebensmittel gilt ein reduzierter Satz von sieben Prozent. Eine vollständige Abschaffung dieser Steuer auf Grundnahrungsmittel wäre also ein erheblicher Schritt – politisch wie fiskalisch.

Die Forderung ist nicht neu. Verbraucherschützer verlangen seit Längerem, die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte auf null Prozent zu setzen, damit eine gesunde und ausgewogene Ernährung für alle Verbraucherinnen und Verbraucher möglich ist. Mehr als vier von zehn Verbraucherinnen und Verbrauchern müssen sich aufgrund gestiegener Lebensmittelpreise beim Einkaufen einschränken. 

Haushaltslage und politische Entscheidung

Doch die Haushaltslage bleibt angespannt. Über Änderungen bei der Mehrwertsteuer wird aktuell grundsätzlich wegen der angespannten Haushaltslage diskutiert – auch eine Erhöhung an anderer Stelle wurde dem Vernehmen nach bereits durchgerechnet. Spahn selbst schränkte ein, dass am Ende das Gesamtpaket entscheidend sei.

Eine Koalitions-Taskforce hat der Bundesregierung unterdessen empfohlen, neben der Lebensmittelfrage auch eine Übergewinnsteuer, einen Preisdeckel für Sprit sowie eine Senkung der Energie-, Strom- und Kfz-Steuer zu prüfen. Als Zeitplan sei vereinbart, dass bis zum 10. April Prüfergebnisse vorliegen sollen.

Ob die Nullsteuer auf Lebensmittel kommt, ist also offen. Klar ist: Der Krieg am Golf macht Druck – und die Politik sucht Antworten, bevor die Preise im Supermarkt die Stimmung kippen lassen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 30.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 30.03.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Steffen
31.03.2026

Antworten

Tolle Idee *Ironie off. Eine einmal eingeführte Steuer wieder abzuschaffen ist meiner Meinung faktisch nicht mehr mögich. Am Anfang geben die Hersteller und Supermärkte auch die Ersparnis bestimmt weiter. Nur nach und nach werden die Preise dann langsam wieder angehoben und von der Ersparnis bleibt nichts mehr übrig. 0,99 EUR statt 0,93 EUR, sieht halt auf einem Preisschild auch besser aus und es lässt sich auch immer schöner auf- statt abrunden.
Frank2
31.03.2026

Antworten

Das ist der einzig vernünftige Vorschlag seit mehr als 30 Jahren aus dieser Partei, allerdings wissen wir jetzt schon, dass der Handel diese 7% einstreichen wird. Erstens weil der Nettopreis bei einem 99Cent Artikel 0,9252 Cent beträgt und der Handel keine 0,92€ oder 0,93€ auf dem Preisschild stehen hat, der aber auch keine 4 Cent dazu sponsert, damit der Preis dann 0,89€ beträgt. Um das zu verhindern, müssten heute alle Preise abgefragt werden und die im Rahmen einer MwSt. Senkung dann abgeglichen werden..... wird nie passieren.
Max Sonntag
31.03.2026

Antworten

Prinzipiell ist es schon widersinnig, eine Steuer auf Grundnahrungsmittel zu erheben. Grundnahrungsmittel schaffen keinen Mehrwert, sie sind ein grundsätzlich notwendiges Nahrungsmitteln. Wenn erst jetzt in der Politik darüber nachgedacht wird, hieraus die Steuer auf Null zu senken, ist das zwar ein guter Ansatz, aber da die Regierung dann auch weniger Steuern einnimmt, sollte sie auch gleichzeitig offenlegen, wie das finanziert werden soll. Eine Anhebung von anderweitigen Steuern oder Steigerung der allg. MwSt auf 20 oder 22% sollte gleich prinzipiell eine Absage erteilt werdeen. Vielmehr sollten Politiker verpflichtet werden, sparsam mit Steuergeldern umzugehen und nur das auszugeben, was da ist. Das geht schlußendlich nur durch Reduzierung von Geldabflüssen ins Ausland und dazu müssen unsere Vertreter dann notfalls auch von uns gezwungen werden.