Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Koalition soll MwSt.-Erhöhung auf 22 Prozent planen

Veröffentlicht: 09.07.2026
imgAktualisierung: 09.07.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
09.07.2026
img 09.07.2026
ca. 2 Min.
Lars Klingbeil
Ale_Mi / Depositphotos.com
Die Regierung sucht an allen Ecken und Enden nach Einsparungen. Auch eine Mehrwertsteuererhöhung könnte Medienberichten zufolge anstehen.


Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kann eine Erhöhung der Mehrwertsteuer bis 2029 nicht ausschließen, wie verschiedene Medien berichten. Zumindest habe er auf eine entsprechende Nachfrage in der Sitzung des Haushaltsausschusses am Montag auf eine entsprechende Frage geantwortet, dass eine Erhöhung „nicht mein Ziel“ sei.

Mehrwertsteuer bald bei 22 Prozent?

Hintergrund der Frage ist das Haushaltsloch in Höhe von 30 Milliarden Euro, mit dem Klingbeil rechnet. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 19 auf 22 Prozent bei gleichzeitiger Absenkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf 0 Prozent könnten genau diese 30 Milliarden Euro einbringen, heißt es. Dieses Modell werde innerhalb der schwarz-roten Koalition bereits diskutiert. Die Bild berichtete zuerst darüber, eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings noch nicht.

„Eine Mehrwertsteuererhöhung ist für die Regierung nicht vom Tisch“, kommentierte Dietmar Bartsch von den Linken. „Im Gegenteil: Sie ist eine Option.“ Bartsch wertet eine Erhöhung der Mehrwertsteuer als „sozial ungerecht“. Die Mehrwertsteuer belastet kleinere Einkommen vergleichsweise stärker als höhere Einkommen, trifft also vor allem die ärmeren Menschen im Land.

Glaubwürdigkeit der Regierung steht auf dem Spiel

In der aktuellen Wirtschaftskrise dürfte das ein riskantes Vorhaben sein, da der Konsum durch eine höhere Mehrwertsteuer belastet wird und somit zurückgehen könnte. Außerdem warnt Prof. Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, dass die Glaubwürdigkeit der Regierung weiter beschädigt werden könnte, wenn sie „die Flucht in noch höhere Abgaben antritt“.

Die SPD-Spitze verweist dem Bild-Bericht zufolge darauf, dass Klingbeil selbst keine Mehrwertsteuererhöhung wolle, die Union diese Diskussion aber immer wieder anstoße. Ob und in welcher Form eine Mehrwertsteuererhöhung kommen wird, muss sich noch zeigen. Ausschließen kann es jedenfalls offenbar nicht einmal mehr der Finanzminister.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 09.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 09.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
9 Kommentare
Kommentar schreiben

Martin Hoffmann
13.07.2026

Antworten

Natürlich kommt die Mwst. Erhöhung. Es muss jetzt nur noch ausgearbeitet werden, auf welche Weise dem tumben deutschen Michel das so "erklärt" wird, dass er dies als "alternativlos" glaubt. Ic gehe davon aus, dass die Fiskalritter diese Masche reiten werden: " Im Zuge der europäischen Harmonisierung des Steuersystems ist es unumgänglich......." usw. usw.
KI
10.07.2026

Antworten

Meinung: super wie Politiker, die hohe Pension erhalten über die Renten Senkungen, und Beschneidungen entscheiden! Super, wie Politiker, die sich gerade erst die Diäten um 500 € im Monat erhöht haben jetzt dem Online-Händler das Geld aus der Tasche ziehen. Die Hilflosigkeit dieser Regierung ist erbärmlich! So wird Deutschland gegen die Wand gefahren. Früher waren es die Autofahrer, die immer höhere Benzinpreise bezahlen mussten. Heute sind es die online Händler, auf denen massive Gebühren und Dreck abgeladen werden. Gute Nacht, Deutschland. Es ist zu Ende.
OS
10.07.2026

Antworten

Warum nimmt man nicht gleich alles weg und gibt ein Taschengeld? In diesem Land zu arbeiten lohnt sich einfach nicht mehr. Es reicht!
Chris
10.07.2026

Antworten

Ja klar gibt es keine offizielle Bestätigung, so machen sie es ja immer. Erst "niemand hat die Absicht", dann "schließen es nicht aus" und dann "wir machen das weil (angeblich) alternativlos".
H.O.
10.07.2026

Antworten

" ...Verlust der Glaubwürdigkeit" - seit wann kann etwas nicht vorhandenes "verloren" gehen?
Andreas
10.07.2026

Antworten

Die Idee ist ja nicht die schlechteste... wir haben eh einen der niedrigsten MwSt. Sätze in der EU, aber dafür die Steuer (7 %) auf Lebensmittel wegfallen zu lassen halte ich für eine versteckte Subvention für den LEH. Die Margen im LEH sind bereits die niedrigsten schlechthin, also wird es hier wahrscheinlich laufen wie beim "Tankrabatt". Es bleibt beim LEH. Die Preise werden nicht gesenkt... Der Aufwand wäre viel zu hoch, vor allem ist es nur befristet, wie ich las. Andersherum könnte ich mir vorstellen, dass der LEH dafür mindestens auf 1 - 2 Jahre "freiwillig" auf größere Preiserhöhungen verzichtet. Da ich selber Lebensmittel verkaufe, weiß ich was es für einen Aufwand bedeuten würde, Preise zu ändern. Und hinsichtlich des evtl. zurückgehenden Konsums sei von mir angemerkt, wir sollten uns alles mal an die eigene Nase fassen... Weniger ist manchmal mehr. Schon nebenbei auch die Umwelt!
Michael
10.07.2026

Antworten

"Glaubwürdigkeit der Regierung steht auf dem Spiel" Die Jungs vom Institut sind echt lustig. Dieser Punkt hat sich doch schon am Tag 1 nach der Wahl geklärt gewesen. "Links ist vorbei", Schuldenbremse, Migrationspolitik ... Die Liste lässt sich beliebig weiter fortsetzen. Immerhin hat man es sich mit jeder (Rand-)Gruppe versch***. Klar, man sollte es seit 2015. Ein Vor-der-Wahl-Versprechen ist nur ein Versprechen. Ein Lippenbekenntnis. Danach macht man das, was man will. Daher: Neuwahlen sind richtig und wichtig. (wird zwar auch nicht besser, aber anders.)
Robert Flachenäcker
10.07.2026

Antworten

Das ist doch mal eine super Maßnahme, um den Konsum anzukurbeln. Es ist schon beeindruckend, wie fantasielos diese Koalition ist, wenn es darum geht, Probleme innovativ anzugehen. Da muss sich am Ende niemand mehr wundern, wenn die Rechtsradikalen und alle anderen, die "Wutbürgern" eine Heimat bieten, immer mehr Aufwind bekommen.. Chapeau für die beste Wahlhilfe für die Rechtsradikalen.
Sjaak
10.07.2026

Antworten

Diese Regierung muss weg. Merz lügt ständig, und trotz der angekündigten Reformen im Frühling, Sommer und Winter warten wir immer noch auf Entscheidungen, die die Wirtschaft endlich entlasten.