Kleinbestellungen werden teurer: EU einigt sich endgültig auf 3-Euro-Gebühr

Veröffentlicht: 17.02.2026
imgAktualisierung: 17.02.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
17.02.2026
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Apps von China-Shops auf Smartphone
dimarik / Depositphotos.com
Der Rat der EU hat es abgenickt: Die EU führt ab 1. Juli einen Pauschalzoll von 3 Euro pro Paket für Nicht-EU-Sendungen bis 150 Euro ein.


Ab dem 1. Juli verteuern sich günstige Online-Bestellungen aus Nicht‑EU‑Ländern. Der Rat der Europäischen Union hat den Vorschlägen in dieser Woche offiziell zugestimmt. Die Europäische Union ändert ihre Zollpraxis für Kleinsendungen und führt einen einheitlichen Zuschlag ein: Für Pakete mit einem Warenwert bis 150 Euro wird pro Warenkategorie ein pauschaler Zoll von 3 Euro erhoben.

Befinden sich in einer Sendung mehrere unterschiedliche Warengruppen, fällt der Betrag entsprechend mehrfach an – bei zwei Kategorien also insgesamt 6 Euro. Mit dieser Maßnahme will die EU den stark gestiegenen Zustrom von Billigwaren aus Drittstaaten, allen voran aus China über Plattformen wie AliExpress, Shein und Temu, besser steuern und die Kontrollen vereinfachen.

Hohe Belastung für den Zoll

Im vergangenen Jahr erreichten die EU schätzungsweise 5,8 Milliarden kleinere E‑Commerce‑Sendungen. Diese Masse bringt die Zollbehörden an ihre Grenzen. Die bisherigen Kontrollmechanismen gelten als unzureichend, wodurch unsichere oder nicht konforme Produkte in den europäischen Markt gelangen können, vor allem von Billigmarktplätzen wie Temu und Shein. Das benachteiligt heimische Händler, die strengeren Regeln unterliegen, und birgt Risiken für Verbraucher. Der neue Pauschalzoll soll die Abfertigung standardisieren, Missbrauch reduzieren und die Einhaltung von Sicherheits- und Kennzeichnungsvorschriften erleichtern.

Digitalisierung der Zollabwicklung

Die Pauschale ist als Übergangslösung konzipiert – und reicht Experten zufolge auch nicht aus. Perspektivisch plant die EU mit dem Customs Data Hub eine umfassende Digitalisierung und Vereinheitlichung der Zollabwicklung. Ab 2028 sollen sämtliche Einfuhren über diese Plattform erfasst und verzollt werden. Ziel ist eine zentrale Datenbasis, die Lieferketten transparenter macht, Risiken frühzeitig erkennt und die Zusammenarbeit zwischen Zoll, Marktüberwachung und Steuerbehörden verbessert. Bis zum Start des Data Hub dient die 3‑Euro‑Gebühr dazu, die Prozesse zu entlasten und zugleich ein Signal gegen systematische Unterdeklarationen zu setzen.

Zusätzlich steht im Rahmen der Zollreform eine gesonderte Bearbeitungsgebühr zur Diskussion. Sie könnte unabhängig vom Warenwert anfallen und die Kosten für die Verarbeitung der Massensendungen abdecken. Konkrete Ausgestaltung und Höhe sind noch offen. Für Verbraucher bedeutet das: Kleinbestellungen könnten künftig spürbar teurer werden, insbesondere wenn ein Paket mehrere Warengruppen enthält. Händler und Plattformen müssen ihre Preisangaben und Check-out‑Prozesse entsprechend anpassen, damit Käufer die zusätzlichen Abgaben transparent sehen und vermeiden, dass Sendungen wegen unvollständiger Angaben verzögert oder zurückgewiesen werden.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 17.02.2026
img Letzte Aktualisierung: 17.02.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Werner
24.02.2026

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Ich bin da gegenteiliger Meinung, ENDLICH WACHT DIE EU MAL AUF UND TRIFFT EINE VERNÜNFTIGE ENTSCHEIDUNG ! Ich persönlich hätte eher zu 5 Euro tendiert....
Michael
18.02.2026

Antworten

Dann wird Temu und andere nachziehen und im "EU-Ausland" die Ware vor Ort deponieren. Wird super. Dann sind die Sachen genau so teuer wie jetzt und sie sind schneller da. Und wenn sie sich zusammentun (Ali, Temu und Co.) können sie die Logistikzentren von Amazon toppen. Da wird die EU auch nicht durch höhere Zollkosten extra Gelder zum Verplempern einnehmen. Kleines Rechenbeispiel: 20 Artikelgruppen mit 10 EUR Warenwert dann nochmal pauschal 3 EUR pro Artikelgruppe = 60 EUR. 19% Mehrwertsteuer für 10 EUR = 1,90 EUR. Wie war das? Deutschland will keine Strafzölle erheben? Für die eigene Bevölkerung ist ein Zoll wie in diesem Beispiel von pi Mal Daumen 600% völlig ok?! Kein Widerspruch bei der EU? Den Rest darf ich nicht mehr schreiben, sonst wird der Beitrag gesperrt, was ich von dieser EU halte.