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KI-gestützte Steuerprüfungen: Influencer müssen Hunderttausende Euro nachzahlen

Veröffentlicht: 24.06.2026
imgAktualisierung: 24.06.2026
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 2 Min.
24.06.2026
img 24.06.2026
ca. 2 Min.
Influencer Markteing
Funtap / Depositphotos.com
Eine bayerische Spezialeinheit treibt per KI-Software über eine halbe Million Euro an Steuernachzahlungen von Content Creatoren ein.


Die Zeiten, in denen das Geldverdienen in den sozialen Medien steuerlich unter dem Radar der Behörden flog, sind endgültig vorbei. Die Finanzverwaltung setzt zunehmend auf automatisierte Datenanalysen, um steuerpflichtige Einnahmen und geldwerte Vorteile auf Instagram, TikTok und YouTube aufzudecken. Wie wirksam das ist, zeigt eine aktuelle Bilanz aus Bayern.

Dort zieht die Finanzverwaltung im Digitalgeschäft spürbar die Zügel an. Die Spezialeinheit „eCommerce“ hat nach Angaben des Finanzministeriums, über die unter anderem t3n berichtete, in den vergangenen zwei Jahren rund 60.000 relevante Datensätze gesichert. Das erfasste Umsatzvolumen liegt bei 1,4 Milliarden Euro. In Bayern selbst blieben rund 9.000 Datensätze hängen; etwa die Hälfte davon ist bereits ausgewertet. Das vorläufige Ergebnis: Steuernachforderungen von rund 550.000 Euro.

Sachbezüge: Der Algorithmus bittet zur Kasse

Die Verstöße beruhen dabei häufig nicht auf Vorsatz, sondern auf fehlendem Problembewusstsein. Direkte Honorare für Werbeposts werden meist korrekt verbucht. Schwieriger wird es bei Sachzuwendungen: etwa beim Smartphone zum Testen, der kostenlosen Hotelübernachtung oder exklusiven Produktsets zum Launch. Wird dafür Content erwartet, handelt es sich um einen geldwerten Vorteil. Dieser muss grundsätzlich zum regulären Marktwert versteuert werden, sofern das Unternehmen die Steuer nicht bereits pauschal mit 30 Prozent übernommen hat.

Ermöglicht wird die Prüfung durch eine spezialisierte, KI-gestützte Software des Bayerischen Landesamts für Steuern. Sie analysiert öffentlich einsehbare Beiträge, Shop-Verlinkungen und Reichweiten, bewertet daraus die geschäftliche Relevanz der Profile und gleicht die Ergebnisse mit abgegebenen Steuererklärungen ab. Da bislang erst die Hälfte der bayerischen Fälle geprüft wurde, dürften weitere Nachforderungen folgen. Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) machte deutlich: Wer unternehmerisch tätig ist, muss auch Steuern zahlen. Seine Botschaft an die Branche fällt entsprechend knapp aus: „Ehrlich sein!“

Veröffentlicht: 24.06.2026
img Letzte Aktualisierung: 24.06.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Locky
25.06.2026

Antworten

550.000€ Steuernachforderung bei 1,4 Milliarden gescreentem Umsatz und 4500 Datensätzen die man (scheinbar manuell?) auswerten muss? Das sind 0,03% des gescreenten Umsatzes. Das ist eher peinlich als ein echter Erfolg, ich vermute dass die Software zu schreiben und zu bearbeiten den Staat mehr gekostet hat als die Zusatzsteuern die jetzt reingekommen sind. Wohl mehr aus der Ecke "wir tun (irgend)was gegen Influencer-Betrüger weil wir das politisch brauchen" als "Wir sorgen für echten Mehrwert und Gerechtigkeit im Steuersystem". Durch Schwarzarbeit z.B. entgehen dem Staat pro Jahr 25 Mrd. Steuern. Das ist 45.000x (!) mal so viel wie hier generiert wurde. Nur mal im das im Verhältnis zu sehen ...
Sebastian
25.06.2026
Ganz so ist es nicht. Es wurden 60.000 Datensätze mit einem Volumen von 1,4 Milliarden ausgewertet. Davon entfallen 9.000 Datensätze auf Bayern - die Hälfte davon wurde bisher ausgewertet und diese 4.500 Datensätze (von 60.000) führten in Bayern zu einer Steuernachforderung von 550.000 Euro. Wenn die restlichen knapp 55.000 Datensätze in etwa auf demselben Niveau liegen, könnten insgesamt bis zu 7,5 Millionen Steuernachforderung zusammenkommen.