Kritik durch Unternehmerverbände
Gegen den neuen Gesetzesentwurf wird bereits Kritik laut. Neben dem Vorwurf einer intransparenten Entstehung wird auch der Inhalt kritisiert. Der Bremer Rechtswissenschaftler Dennis-Kenji Kipker kritisiert gegenüber der Tagesschau, dass es sich lediglich um einen „bestmöglichen Kompromiss“ handle. Das BSI sei zwar mit mehr Befugnissen und Aufgaben ausgestattet, sei aber nicht politisch unabhängig genug, sondern stark in die Struktur des Bundesinnenministeriums eingegliedert. Rechtsanwalt Karsten Bartels vom Bundesverband IT-Sicherheit kritisiert, dass der Entwurf zu unkonkret sei und die Umsetzung so für die betroffenen Unternehmen erschwert wird. „Wenn das Gesetz am Ende so verabschiedet wird, ist es direkt überarbeitungsbedürftig“, so Bartels.
Auch Unternehmerverbände äußern sich verhalten. „Das ist […] in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten nicht immer leicht zu stemmen“, äußerte sich Paul Ruland vom Bundesverband für mittelständische Wirtschaft (BVMW). Auch der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) äußerte sich kritisch, die Änderungen seien überambitioniert und der Zeitplan sei kaum realistisch umsetzbar. Unternehmen seien gezwungen, massiv aufzurüsten in Systemen und Knowhow, was für viele sehr teuer werde. Im Interview mit Onlinehändler News räumte Lisa Fröhlich vom Cybersicherheitsunternehmen Link11 die positiven Aspekte der NIS2-Richtlinie ein: „Die fehlende Harmonisierung von EU-weit geltenden Sicherheitsstandards, gefährdete jahrelang die digitale Infrastruktur von Plattformen und Unternehmen.“
Auf der Webseite des BSI können Unternehmen bereits eine Betroffenheitsprüfung durchführen, um zu erfahren, ob die neuen Regeln für sie relevant sein werden.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
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