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EU-Verpackungsverordnung: Chance vertan für weniger Bürokratie?

Veröffentlicht: 30.04.2026
imgAktualisierung: 30.04.2026
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.04.2026
img 30.04.2026
ca. 2 Min.
Offener Karton „Archiv Dokumente 2023“, aus dem zahlreiche lose Papierdokumente im Raum umherfliegen
Erstellt mit KI
Die EU-Verpackungsverordnung soll den Handel vereinheitlichen – doch für viele Händler:innen bedeutet sie aktuell vor allem mehr Bürokratie.


Als das erste Mal die EU-Verpackungsverordnung angekündigt wurde, hatte ich ganz kurz die Hoffnung, dass es tatsächlich einfacher für Händler:innen wird. Jaja, naiv und so. Eigentlich ist die Idee einer EU-einheitlichen Regelung smart; sie wurde eben nur nicht gut umgesetzt. – Eine Kolumne.

Darum braucht es EU-Regeln

Sorry, wenn die eine oder andere Person bei meinem letzten Satz Schnappatmung bekommen hat, aber eine EU-Regel ist tatsächlich sinnvoll.

„Ja aber! Jetzt muss ich mich überall registrieren und vorher musste ich das nicht.“ – Doch, schon vorher musstest du dich mit den länderspezifischen Regeln auseinandersetzen. Viele EU-Staaten haben eigene Verpackungsgesetze. Österreich gilt als besonders streng, aber auch Frankreich hat eigene Regularien. Wenn du dich bisher nicht damit auseinandergesetzt hast und keinerlei Probleme trotz Versand in die jeweiligen Staaten hattest: Good for you!

Dieser Flickenteppich an Regelungen kann gerade kleine Unternehmen daran hindern, ihre Waren innerhalb des kompletten Binnenmarktes anzubieten. Daher bleibe ich dabei: EU-Regeln machen Sinn und können den Handel stärken – sofern sie denn clever und praxisnah umgesetzt sind.

Meine Fantasie von dieser einen Stelle

Bei der Ankündigung des EU-Vorhabens hatte ich direkt ein Bild vor Augen: Eine Stelle, an die sich Händler:innen wenden und dann einmal im Jahr sagen: „Nach Deutschland hab ich so viel Verpackungen versendet, nach Spanien so viel und nach Polen ging so viel.“ Dann eine Rechnung und der Betrag wird von der Stelle an die jeweiligen Länder verteilt. Minimaler Bürokratieaufwand für Unternehmen.

Nun.

Wir wissen ja, dass es nicht so kam. Stattdessen haben wir den nächsten Flickenteppich. Bevollmächtigte in jedem Land, in welches man verkauft. Die Bestellung kann mit notariellen Kosten verbunden sein. Wow. Meine Eine-Stelle-Fantasie bleibt, was sie war: eine Fantasie.

Veröffentlicht: 30.04.2026
img Letzte Aktualisierung: 30.04.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
10 Kommentare
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Stefan Mathias
08.05.2026

Antworten

Ich werde ab August nur noch innerhalb Deutschlands und nach Nicht-EU-Ländern versenden - damit verliere ich gut 15% des Gesamtumsatzes. Ein weiterer Nagel im Sarg für kleine Händler, die den gigantischen und teuren bürokratischen Irrsinn nicht leisten können.
Michael Zosel
07.05.2026

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Das wird das Ende vieler kleiner Händler sein. Man verkäuft nur noch in Deutschland, aber das reicht oft nicht. Die Regelung ist einfach Schwachsinn und fördert die Großen. Wie soll ich z.B. für 5 Sendungen im Jahr nach Dänemark dort einen Bevollmächtigen benennen. Die spinnen doch. Ehrlicher wäre gewesen die würden sagen, kleine Händler sollen dicht machen, die haben eh keine Chance mehr
Jürgen Kuhse
07.05.2026

Antworten

Ich handel seit 2000 international mit Antikware. Damals ging noch alles unproblematisch. Das ist Geschichte. Die EU Gesetze sind nur gut für große. Die kleinen und Mittelständler können dieses Bürokratiewahnsinn nicht mehr bewältigen. Als 1 Personenunternehmen muß ich denselben Aufwand treiben wie die Großen, nur mit dem Unterschied das ich keinen Millionen Umsatz mache und alles alleine mache. Da müssen dringends Änderungen her für Mindermengen und geringe Umsatzhöhen. Sonst wird es für viele von uns ganz dunkel am Ende des Tunnels !!!!! Fakt ist. Handel lohnt sich nur noch für Großunternehmen, damit stirbt die Vielfalt und der so gerne gewünschte Wettbewerb. Unseren komplett verstrahlten Politikern aber vollkommen egal.
Matthias
05.05.2026

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Ich verschicke schon seit Jahren nur noch nach Deutschland da ich bei dem Verkauf auf eBay nicht auch noch Lust habe für die 17 € oder mehr Paketkosten auch noch Gebühren zu bezahlen. Der bleibt am Ende noch weniger Gewinn. Überall steigen die Preise aber die Grenze steuerfrei verkaufen wird gefühlt immer nur nach Jahrzehnten ein wenig angepasst. Wenn man die ganzen Stunden für Bürokratie zusammenzählt und was dann am Ende nachdem der Staat dir 50% abgenommen hat noch rauskommt bin ich wahrscheinlich unter dem Mindestlohn. Man muss sich langsam echt überlegen ob man nicht den Laden schließt und einfach einen Minijob macht. Keine Bürokratie, und am Ende hast du den gleichen Betrag im Geldbeutel.
Jay
04.05.2026

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Wie gesagt - die ersten Angebote liegen vor - gesamte EU mit kleineren Versandaufkommen kosten ca. 3500-4000 Euro im Jahr (Nur die Serviceleistung) PLUS Entsorgungskosten im jeweiligen Land. Wir stellen den Versand in die Länder mit wenig Verpackungen komplett ein.
Michael
04.05.2026

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Da bin ich 100% beim Autor: eine zentrale Meldestelle und eine Zahlung, wie OSS. Das neue Gesetz wird Branchengrößen stärken und Kleinunternehmen, sowie Mittelständische Unternehmen vom EU weiten Handel ausschließen. Für letztere kommt das einem Handelsverbot gleich, wenn für alle EU-Länder ca. 10.000€ Kosten anfallen werden. Meines Erachtens ist das eine große Wettbewerbsverzerrung, sowie ein Verstoß gegen die Grundidee des grenzenlosen Handelns.
Sjaak
04.05.2026

Antworten

Wie so oft ist es wieder nicht gut durchdacht. Mehr Bürokratie, mehr Aufwand, obwohl es eigentlich eine Chance gewesen wäre, alles zu vereinfachen.
Micha
04.05.2026

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ab 12.08 nur noch Inlandsversand ...........
Eric
04.05.2026

Antworten

Ich habe mittlerweile den Versand nach Europa abgeschaltet. Insgesamt ein wesentlich ruhigeres und entspannteres Verkaufen + keine Probleme mit Sprachen/Versand + keine Regularien und OSS. Früher war das alles so einfach und esay. Mittlerweile nur noch eine Katastrophe. Ich denke das ist bewusst gesteuert um gerade kleinere Unternehmen aus dem Markt zu drängen, denn die "Big Player" haben dafür eigene Rechtsabteilungen. Ein kleines Unternehmen kann sich das kaum leisten.
cf
30.04.2026

Antworten

Beamtensprache: Baum = Raumübergreifendes Großgrün, Schubkarre = Einachsiger Dreiseitenkipper, Phantasie = Vorschrift