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Die Wirtschaft wünscht sich Robert Habeck zurück

Veröffentlicht: 28.04.2026
imgAktualisierung: 28.04.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 3 Min.
28.04.2026
img 28.04.2026
ca. 3 Min.
Robert Habeck
Ale_Mi / Depositphotos.com
Die Unzufriedenheit mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wächst. Die Industrie wünscht sich einem Bericht zufolge Robert Habeck zurück


Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gehört zu den unbeliebtesten Politiker:innen der aktuellen Bundesregierung. Bereits Anfang des Jahres zeigten Umfragen, dass nur 18 Prozent der Menschen mit der Arbeit der Wirtschaftsministerin zufrieden waren. Derart schlechte Werte hatte ihr Vorgänger Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) nie erreicht – sein schwächster Wert lag Mitte Juli 2024 bei 33 Prozent, wie ntv damals berichtete.

Diese Unzufriedenheit mit Reiche scheint sich mittlerweile regelrecht verfestigt zu haben. Einem Bericht der Frankfurter Rundschau (FR) zufolge sorgte die Wirtschaftsministerin gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Hannover Messe für Irritationen. Reiche „[m]achte den Eindruck, als wenn sie das alles hier eigentlich gar nichts angehen würde“, so die FR. Die Zuversicht, die sowohl die Bundeswirtschaftsministerin als auch der Kanzler verbreiten wollten, schien auf der Industriemesse nicht überspringen zu wollen.

„Die Geduld geht langsam zu Ende“

Das zeigt sich auch in aktuellen Umfragen, wie etwa eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey: Demnach trauen nur 18,3 Prozent der befragten Wirtschaftsvertreter:innen der Regierung zu, das Wirtschaftswachstum durch Reformen spürbar steigern zu können. Ein Ergebnis, das Ines Zenke, die Präsidentin des Wirtschaftsforums der SPD, laut onvista als „Alarmsignal“ wertet. Der Wirtschaft zufolge bräuchte es nun vor allem eine Senkung der Energiepreise (63 Prozent) und Bürokratieabbau (62,4 Prozent).

„Der Druck auf die Wirtschaft ist enorm, die Geduld geht langsam zu Ende“, betonte Zenke. Dass die Wirtschaft aus der Krisenlage nicht herauskommt, zeigt sich immer wieder an unterschiedlichen Stellen. Zuletzt berichtete die Zeit, dass durch Kurzarbeit in Deutschland 133 Millionen Arbeitsstunden im vergangenen Jahr ausgefallen sind. Das sei aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Linken im Bundestag hervorgegangen. Vor allem das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe waren von der Kurzarbeit betroffen.

Industrie wünscht sich Habeck zurück

Den Eindruck, dass die Geduld der Wirtschaft mit der Regierung mittlerweile überstrapaziert ist, schildert auch die Frankfurter Rundschau: Ihrem Bericht zufolge sollen sich manche aus der Industrie Reiches Vorgänger zurückwünschen. „Das hört man jetzt immer wieder“, heißt es – auch, wenn dieser Wunsch oft noch hinter vorgehaltener Hand geäußert werde. Habeck „habe eine schnelle Lernkurve gezeigt, habe sich in kurzer Zeit Kompetenz angeeignet und vor allem: Er sei dialogbereit gewesen“, schreibt die FR.

Katherina Reiche trete dagegen gänzlich anders auf: Termine würden von ihr hauptsächlich an ihre Staatssekretärin Gitta Connemann delegiert, zu inhaltlichen Fragen äußere die Wirtschaftsministerin sich nur oberflächlich. Ihr Politikstil enttäuscht dabei offenbar die aktuellen Erwartungen und Bedürfnisse der Wirtschaft. Der Politikberater Johannes Hillje bezeichnet der FR zufolge Reiche als „kühle Kommunikatorin“, die sich „häufig an Sprechzettel“ halte und „mehr technisch als empathisch“ spreche. Dabei versprühe sie kaum Optimismus und mache wenig Mut.

Reiches Politikstil stößt die Wirtschaft vor den Kopf

„Den psychologischen Faktor von Wirtschaft unterschätzt sie offenbar“, so Hilljes Einschätzung. Dabei waren die Hoffnungen zunächst groß: Reiche war vor ihrer politischen Tätigkeit Vorstandsvorsitzende der Eon-Tochter Westenergie. Damit wurden ihr wirtschaftliches Verständnis und tiefe Einblicke in die Energiewirtschaft zugeschrieben. Kritiker:innen mahnten allerdings, dass mit Katherina Reiche eine Lobbyvertreterin der fossilen Energiewirtschaft ins Wirtschaftsministerium gehoben wurde – ein Vorwurf, den die Ministerin zuletzt in einer Pressekonferenz vehement abgestritten hatte.

Letztendlich lässt sich sagen, dass die großen Hoffnungen in Reiche bislang enttäuscht wurden. „Habeck hat die Skepsis durch Dialog abgebaut, Reiche hat mangels Dialog erst Skepsis gegen sich aufgebaut“, analysiert Hillje. Dabei sei gerade im Wirtschaftsministerium der Dialog enorm wichtig, weil die verschiedenen Wirtschaftsverbände starke Stimmen in der Öffentlichkeit seien.

Es wird also Zeit, dass Katherina Reiche ihren Modus ändert, falls sie tatsächlich für Wirtschaftswachstum sorgen möchte. Andernfalls ist zweifelhaft, ob Kanzler Merz an seiner Wirtschaftsministerin festhalten sollte.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 28.04.2026
img Letzte Aktualisierung: 28.04.2026
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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MR
30.04.2026

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Reiche muss weg, die Kombi mit Merz ist ja wohl das unfähigste was wir seit langem hatten. Ekel und Menschenverachtung in eine Regierung gegossen.
cf
30.04.2026

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Meinung: Ich frage mich, wer mit "die Wirtschaft" gemeint ist, denn ICH wünsche mir mal wieder jemanden mit Wirtschaftsstudium und echter nachgewiesener praktischer Erfahrung. Nicht ein Stuhl in einem Vorstand die nur labern, sondern jemand der selber ein Unternehmen aufgebaut hat. Und ganz vielleicht kommt die Politik ja noch irgendwann auf die Idee, dass nicht die Bürger und Unternehmen immer weiter sparen müssen, sondern dass mal die Politik aufhört UNSER HART VERDIENTES GELD mit vollen Händen rauszuwerfen. Ich denke, dass bei vielen in der Politik das Gefühl für Geldsummen völlig durcheinander ist. Da wird mal eben über ein paar hundert Millionen zwischen zwei Käffchen entschieden, während der/die normale Durchschnittsbürger*in den 5-Euro-Schein drei mal umdreht bevor er ausgegeben wird... Setzt mal alle Politiker*innen für 12 Monate auf Sozialhilfe (Anträge sind selbst zu stellen). Das könnte das Geldverständnis im Kopf wieder etwas resetten.
Gerda Pleuchmann
29.04.2026

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Ja, wir bitten inständig darum Frau Reiche des Amts zu entheben bei dieser Unfähigkeit und sich dringend bei Herrn Habeck zu entschuldigen, dammit dieser bitte das Amt wieder übernimmt.
Jeanette
29.04.2026

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Tja das hab ich von Anfang an gesagt dass der Habeck innerhalb der Politik einer der ganz wenigen wirklich intelligenten Menschen war und seine Intelligenz nicht für irgendeinen Blödsinn ausgenutzt hat sondern zum Wohle der Menschheit. Die Leute müssen ja unbedingt SPD CDU oder jetzt sogar die AfD wählen. Was ist das für komische Charaktere sind und was in den Köpfen vorgeht und solche Parteien zu wählen das verschließt sich bei mir für immer. Und wenn ich dann noch bedenke, dass die Grünen sich auch nur unendlich angepasst haben um auch einfach mehr Stimmen zu bekommen dann ....