Worum geht es überhaupt?
Die EU reagiert auf eine steigende Zahl professioneller Cyberangriffe, die meist aus dem Nicht-EU-Ausland kommen, gut organisiert sind, und daher selten greifbar sind. Das neue Paket setzt an drei großen Stellen an: Erstens sollen digitale Lieferketten sicherer werden. Gemeint sind alle technischen Bausteine, auf die Unternehmen angewiesen sind: Shopsoftware, Cloud-Dienste, Zahlungsanbieter, Hosting, aber auch Hardware und Netzwerktechnik. Die EU möchte besser kontrollieren, von wem diese Technik stammt, insbesondere wenn Anbieter aus Drittstaaten kommen, bei denen es Sicherheitsbedenken gibt.
Außerdem plant die EU einfachere und einheitliche Cybersicherheitszertifikate. Produkte und digitale Dienste sollen schneller und klarer darauf geprüft werden, ob sie grundlegende Sicherheitsstandards einhalten. In der Praxis bleiben diese Zertifikate jedoch freiwillig. Viele der Tools, die Händler täglich einsetzen (z. B. etwa Plugins) werden vermutlich gar nicht zertifiziert. Das bedeutet: Die Verantwortung, sichere Lösungen auszuwählen, liegt weiterhin beim Händler selbst.
Darüberhinaus will die EU die bestehenden Cybersicherheitsregeln verständlicher und leichter umsetzbar machen. Dazu gehören Anpassungen an der NIS-2-Richtlinie, die festlegt, welche Unternehmen besondere Sicherheitsmaßnahmen einhalten und Vorfälle melden müssen. Künftig soll es weniger Bürokratie, klarere Zuständigkeiten und eine zentrale Meldestelle für Sicherheitsvorfälle geben. Gerade kleinere Unternehmen sollen entlastet werden.
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