Cookie-Banner bald Geschichte? EU-Kommission stellt neue DSGVO-Regeln vor

Veröffentlicht: 20.11.2025
imgAktualisierung: 20.11.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
20.11.2025
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Datenschutz
mixmagic / Depositphotos.com
Die EU-Kommission plant neue Regeln zum Datenschutz und zum Digitalrecht. Unternehmen sollen durch weniger Bürokratie entlastet werden.


Die EU plant ein umfangreiches Paket, welches die Digitalregeln vereinfachen soll. Dabei stehen vor allem Datenschutzregeln, KI-Gesetze und Cybersicherheit im Fokus. Unter anderem sollen verbraucherfreundliche Regeln in Hinblick auf Cookie-Banner geschaffen und einige Datenschutzvorschriften aufgeweicht werden. Die EU gab an, Unternehmen den Wunsch nach Entbürokratisierung zu erfüllen und mehr Innovation zu ermöglichen. Daten- und Verbraucherschützer kritisieren die geplanten Änderungen, wie unter anderem die Tagesschau berichtet

Weniger Cookies-Banner und Änderungen in der DSGVO

Mit den neuen Regelungen sollen weniger Cookie-Banner im Netz erscheinen. Zum einen ist geplant, die Einstellungen im Browser vornehmen zu können. So muss nicht bei jedem Webseitenbesuch erneut eine Abfrage stattfinden. Zum anderen soll bei der Erhebung bestimmter Daten gar keine Einwilligung mehr erfolgen müssen. Die EU-Kommission spricht davon, dass bei bestimmten Aktivitäten eine Einwilligung nicht mehr verpflichtend sein soll. Dies gelte beispielsweise für Aktivitäten, die harmlos und für die Verwendung der Webseite notwendig sind.

Außerdem sollen einige Vorschriften in der DSGVO aufgeweicht werden. Hier geht es vor allem um die Frage, welche Daten als personenbezogene Daten gelten – geplant ist, hier den Anwendungsbereich zu schärfen. Dabei soll mehr darauf geschaut werden, ob sich durch die Datenverarbeitung tatsächliche Risiken für Nutzer:innen ergeben oder ob diese rein hypothetisch sind.  

Auch die Regeln zur Datennutzung im Hinblick auf KI-Training rücken in den Blick: Laut Entwurf fällt KI-Training künftig unter den Anwendungsbereich der DSGVO. Zudem sollen Transparenzpflichten und Betroffenenrechte erweitert werden und kleinere Firmen zudem von vereinfachten Vorschriften bei der technischen Dokumentation profitieren. Insgesamt sollen Unternehmen, die KI-Systeme bereitstellen mehr Zeit bekommen, die Vorschriften umzusetzen.

Reaktion auf Druck der USA?

Vor allem große Tech-Konzerne aus den USA haben in der Vergangenheit immer wieder Kritik an den verhältnismäßig strengen Datenschutzvorschriften der EU geäußert. Der Facebook-Konzern Meta bezeichnete die Vorschriften als widersprüchlich und wettbewerbsfeindlich. Auch Donald Trump hatte die Vorschriften kritisiert. Einige Datenschützer sehen in den Änderungen nun ein Einknicken vor den Tech-Konzernen. Vor allem Datenschützer:innen kritisieren den Entwurf scharf. Die Datenschutzorganisation Noyb sprach in der Vergangenheit davon, dass die Pläne die Grundprinzipien der DSGVO zerstören könnten.

Eine Reform des Rechts wird von vielen allerdings auch als dringend notwendig erachtet. Denn die bisherigen Regeln sind komplex und über viele verschiedene Verordnungen und Gesetze zerstreut, sodass selbst Expert:innen Schwierigkeiten haben, diese nachzuvollziehen, so beck-aktuell über die geplanten Änderungen. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 20.11.2025
img Letzte Aktualisierung: 20.11.2025
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Frank2
21.11.2025

Antworten

Wenn es nur noch Kekse die zum Betrieb einer Webseite unbedingt notwendig sind geben würde - wäre das von einem noch größeren Vorteil. Die Hinterhegeschnüffelei wo der Webseitenbesucher herkam und wo er hinging sollte eher eingestellt werden, und wenn ich mir gerade ein Bügeleisen gekauft habe, brauche ich keine Werbung für ein weiteres Bügeleisen. Genauso wenig brauche ich eine Werbung für ne Axt wenn ich mir gerade Müllsäcke gekauft habe.
cf
24.11.2025
Also zumindest das Thema bezüglich der Kekse mit den Anzeigen ist mir total egal - wenn die Werbetreibenden so beschränkt sind, dass sie für Anzeigen von Produkten bezahlen, die ich gerade gekauft habe, dann lass sie doch. Ist doch deren Geld.
cf
21.11.2025

Antworten

Meinung: Alles hat seine Grenzen - auch der Datenschutz. Natürlich können wir soweit gehen, dass alle Menschen nur noch eine anonyme Nummer bekommen, Fotos nicht mehr ins Internet gestellt werden dürfen (weil man daraus ja auch personenbezogene Daten wie Haarfarbe, Augenfarbe, etc. sehen kann) und wir verkriechen uns alle nur noch in unsere Wohnung, damit niemand etwas über uns erfährt - aber wird dann alles besser, wenn unsere Gesellschaft in der Anonymität verschwindet? Ich glaube nicht.... Ganz im Gegenteil - es könnten ganz neue Herausforderungen auftreten. Natürlich ist ein gewisser Grundschutz wichtig damit kein Unfug mit den Daten getrieben wird, aber dazu muss bei solchen Verordnungen mit dem richtigen Handwerkszeug "Maß genommen werden".
Tom
21.11.2025
Es geht nicht um die Daten die jeder von sich selbst und freiwillig zur Verfügung stellt, sondern darum was Plattformen mit den Daten anstellen dürfen. Und genau hier sehe ich das Aufweichen des Datenschutzes schon kritisch.