Lindner sieht Schuld bei Scholz
Auch Christian Lindner äußerte sich noch am Abend zur Entlassung. „Olaf Scholz hat leider gezeigt, dass er nicht die Kraft hat, unserem Land einen neuen Aufbruch zu ermöglichen“, wird er von der Tagesschau zitiert. Er habe, so der Vorwurf, einen „kalkulierten Bruch dieser Koalition“ verursacht und führe Deutschland damit „in eine Phase der Unsicherheit“. Der Forderung von Scholz, die Schuldenbremse auszusetzen, habe er nicht zustimmen können, „weil ich sonst meinen Amtseid verletzen würde“.
Aufgrund fehlender Gemeinsamkeiten in der Wirtschafts- und Finanzpolitik hatte Lindner zuvor selbst den Vorschlag von Neuwahlen an Scholz herangetragen.
Mehrheit der Deutschen spricht sich für Neuwahlen aus
Einer vorgezogenen Bundestagswahl steht laut einer Extraausgabe des ARD-DeutschlandTrends die Mehrheit der Deutschen positiv gegenüber: 53 Prozent seien dafür, 40 Prozent dagegen. „Am stärksten befürworten Wähler der AfD Neuwahlen mit 88 Prozent, gefolgt von Wählern des BSW (82 Prozent) und der CDU (68 Prozent). Bei den SPD-Wählern sind immerhin noch 25 Prozent für Neuwahlen, bei Grünenwählern 18 Prozent“, heißt es bei der Tagesschau.
Mit 60 Prozent sei die Zustimmung für vorgezogene Wahlen im Osten Deutschlands höher als im Westen Deutschlands (52 Prozent). Die entsprechende Umfrage habe am Mittwoch noch vor der Bekanntgabe von Lindners Entlassung stattgefunden.
Ifo-Chef befürwortet Ende der Ampel
Das Ende der Ampel wurde vonseiten des Ifo Wirtschaftsforschungsinstituts begrüßt. „Das ist nicht schön, aber es ist der richtige Weg“, zitiert ZDFheute Ifo-Chef Clemens Fuest. Deutschland benötige eine handlungsfähige Regierung, so der Wirtschaftsexperte. „Eine Regierung, die sich nicht zusammenrauft, die sich nicht einigen kann, geht lieber auseinander.“
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