Bürokratie kostet Unternehmen ein Fünftel der Arbeitszeit

Veröffentlicht: 05.12.2024
imgAktualisierung: 05.12.2024
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 1 Min.
05.12.2024
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Führungskraft sitzt am Schreibtisch, umringt von hohen Aktenstapeln
stokkete / Depositphotos.com
Durch neue Gesetze entsteht Firmen ein immer höherer bürokratischer Aufwand – und das kostet richtig Geld.


Berichte, Dokumentationen, Melde- und Informationspflichten: Unternehmen in Deutschland müssen zahlreiche Auflagen erfüllen – und müssen dadurch zunehmend hohe Kosten stemmen: 22 Prozent der Arbeitszeit der Beschäftigten seien nötig, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Das ermittelte jetzt das Ifo-Institut in einer Führungskräfteumfrage.

Bürokratie kostet Personal und Umsatz

Bürokratie bedeutet Personalaufwand, Zeit und Geld, erläutert Ifo-Forscherin Ramona Schmid zu den Umfrageergebnissen: „Die Unternehmen berichten vor allem von erheblichem Personalaufwand, der zur Einhaltung immer neuer gesetzlicher Auflagen benötigt wird.“ Immer komplexer seien die gesetzlichen Regelungen in den letzten Jahren geworden, monieren die Führungskräfte: Drei Viertel von ihnen bewerteten Umsetzbarkeit sowie Praxistauglichkeit der Vorschriften als schlecht. 

Aufwand nur mit externer Hilfe zu bewältigen

Unternehmen kritisieren außerdem, „dass die zunehmende Bürokratie die Wettbewerbsfähigkeit und die unternehmerische Freiheit belastet sowie die Investitionsentscheidungen der Unternehmen beeinflusst“, so Schmid. Um die Regelungen erfüllen zu können, greifen 80 Prozent der befragten Unternehmen auf externe Dienstleister zurück – wodurch entsprechend weitere Kosten entstehen. Damit die bürokratischen Auflagen erfüllt werden können, wenden Betriebe durchschnittlich sechs Prozent ihres Umsatzes auf.

Ob die Entbürokratisierungsmaßnahmen der Bundesregierung dabei künftig Abhilfe schaffen werden, bleibt abzuwarten. Laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) brauche Deutschland unter anderem wegen der zu hohen Belastung durch Bürokratie tiefgreifende Reformen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 05.12.2024
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

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5 Kommentare
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"lady james" meret
06.12.2024

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ich bin ein one-woman-unternehmen, das sowieso nicht genügend gewinn abwirft, um mitarbeiter zu bezahlen. ich habe einen onlineshop mit meinem eigenen produkt und mach alles alleine - und da fressen mir die andauernd neuen auflagen und vorschriften weit mehr als 1/5 meiner zeit- und arbeits-kapazität. ich bin pensioniert und mache mein geschäft weiter, weil es ein herzensbaby ist und eigentlich mir und den menschen wahnsinnig spass macht, aber diese bürokratische quälerei und schikkaniererei vertreibt mir wirklich zusehends die lust, überhaupt noch weiterzumachen. ich komme nicht mehr zu den dingen, die mein geschäft und mein produkt aufwerten, zu weiterentwicklung, phantasie- und sinnvollen aber günstigen marketingaktionen, persönlicher kundenbetreuung, etc., und jegliche genussvolle freizeit bleibt sowieso seit langem auf der strecke. diese bürokratischen auflagen, die ja auch meistens digital zu erfüllen sind, fordern auch jede menge zeit, überhaupt rauszufinden, wie sie zu lösen sind, und benötigte hilfe ist oft zu teuer... aber ich denke, das ist ja genau das ziel der agenda, die kleinen und mittleren unternehmen kaputtzumachen und auszurotten...wer braucht sie schon... es ist wirklich traurig und elend und nicht mehr lustig... "lady james" meret von james-shop.com
Ralf
06.12.2024

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Wir haben Aufgrund der neuesten EU-Richtlinien unsere Belegschaft halbiert in den letzten 4 Monaten. Da wir das Tagesgeschäft nicht mehr meistern konnten um die EU-Richtlinien zu erfüllen, mussten wir unser Sortiment verkleinern bis wir alle Dokumentationen über jeden Artikel zusammen haben. 22 % ist wohl der durchschnittliche Aufwand, aber wenn eine neue Richtlinie kommt, dann geht der Bürokratieanteil zeitweise an die Decke. Demnächst kommt Einwegkunststoffverpackungen, die schlimmer werden dürfte als die GPSR, Barrierefreiheit und Entwaldung. Dazu wird ist eine Exrtra Steuer für Onlineshops geplant. Wird die EU-Kommision eigentlich von Putin bezahlt? Systematischer kann man doch den Traum von einem vereinten Europa nicht vernichten.
KI
06.12.2024

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Meinung: Deutschland und die EU sind am Ende! Sehr viele Dinge sind gut gemeint aber werden zunehmend schlecht schlechter und zerstörerisch gemacht! Daran wird sich auch in Zukunft nichts mehr zum Positiven ändern. Die Politiker sind einfach nur noch weltfremd und / oder Lobbyisten gesteuert. Ich habe keine Hoffnung mehr.
TT
06.12.2024

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vor 15 Jahren mit meinem Onlinehandel gestartet. Konnte ich noch problemlos alleine bewältigen. Inzwischen Personalkosten und Gebühren für Meldung gemäß Batteriegesetz, Verpackungsgesetz, Elektrogesetz. Und da wir ja eine schöne Union sind, brauch ich für jedes EU-Land extra einen Bevollmächtigten. Da verzichte ich doch lieber auf den Umsatz, den mir die EU-Länder liefern und versende dort nicht mehr. Ist wirtschaftlich nicht tragbar. Tja und leider sind dann manche Produkte für diese Kunden nur noch über Umwege oder gar nicht erhältlich. Toller Wirtschaftsraum. Und während große Unternehmen für den zusätzlichen Bürokram einfach einen Mitarbeiter einstellen, ist der Anteil für ein kleines Unternehmen unverhältns hoch bis nicht mehr bewältigbar. Auch wenn mir gefällt, was da in USA passiert, aber so einen Sanierer, wie es Elon Musk richten soll, bräuchte es bei uns auch.
CF
05.12.2024

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Es ist wie überall - es werden sich Statistiken, etc. gewünscht, dann 3x angesehen und danach arbeiten etliche Menschen daran auf dauer herum, obwohl niemand die Statistik mehr ansieht - frei nach dem Motto "Besser haben als brauchen". Die ganzen Verordnungen sollten von vorne bis hinten einmal VOLLSTÄNDIG auf Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit geprüft werden. Aber da ist dann die Aussage der Regierung: "Zu aufwändig und zu komplex alles zu prüfen, dafür haben wir auch kein Personal". Merkste selber, oder?