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Digitale Barrierefreiheit: EU verschärft Regeln für die Produktkennzeichnung

Veröffentlicht: 12.05.2026
imgAktualisierung: 12.05.2026
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 2 Min.
12.05.2026
img 12.05.2026
ca. 2 Min.
Energielabel für Waschmaschine
NewAfrica / Depositphotos.com
Die EU-Kommission will die Barrierefreiheit verstärken und nimmt dabei den E-Commerce und KI-Anwendungen ins Visier.


Viele Unternehmen fielen aufgrund ihres Sortiments oder ihrer Größe aus dem Anwendungsbereich des BFSG heraus. Die Europäische Kommission hat ihre Strategie für die Rechte von Menschen mit Behinderungen nun jedoch nachgeschärft. Insbesondere bei der Kennzeichnung von Produkten und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz kommen neue regulatorische Herausforderungen auf die Branche zu.

Kennzeichnung: Neue Standards für Plattformen und Shops

Die Kommission kündigte jüngst an, die Umsetzung des European Accessibility Act sowie des Digital Services Act künftig strenger zu überwachen. Ziel ist es, Internetplattformen und digitale Dienste zugänglicher zu machen. Wer auf Marktplätzen oder über eigene Apps verkauft, muss sich auf eine schärfere Überwachung einstellen. Die EU-Kommission hat angekündigt, die Umsetzung bereits geltender Regeln massiv zu forcieren. Unzugängliche Interfaces oder lückenhafte Produktdaten, die von Screenreadern nicht erfasst werden können, gelten zunehmend als Barriere, die den Zugang zu Diensten einschränkt. Plattformbetreiber könnten diese Anforderungen bald direkt an ihre Partner-Händler weitergeben, um eigene Haftungsrisiken zu minimieren.

Parallel dazu plant Brüssel eine Offensive bei der Produktkennzeichnung. In Schlüsselbereichen wie Lebensmitteln, Kosmetik und Energie soll eine barrierefreie Kennzeichnung gefördert werden. So müsste beispielsweise die Energieverbrauchskennzeichnung für Haushaltsgeräte so gestaltet sein, dass sie barrierefrei zugänglich sind. Für Shop-Betreiber bedeutet das, dass Labels und Datenblätter für Waschmaschinen oder Kühlschränke künftig technisch so hinterlegt sein müssen, dass sie beispielsweise von Screenreadern für sehbehinderte Kunden korrekt ausgelesen werden können.

Ab 2026 sollen die aus der EPREL-Datenbank (EU-Produktdatenbank) generierten Dokumente (Energie-Labels bzw. Produktdatenblätter) barrierefrei heruntergeladen werden. Primär dürften davon Unternehmen im Anwendungsbereich des BFSG betroffen sein. Die EU spricht in ihrem Dokument von as of 2026“ also ab 2026, ohne es näher zu konktretisieren.

In den Bereichen Lebensmittel und Kosmetik will die Kommission eine barrierefreie Kennzeichnung fördern, damit Inhaltsstoffe und Warnhinweise wie Allergieangaben für alle Käufergruppen eigenständig nutzbar sind. Für den E-Commerce heißt das konkret, dass Pflichtangaben nicht mehr nur in Produktbildern versteckt sein dürfen, sondern als maschinenlesbarer Text bereitstehen müssen. Zudem weist die EU noch einmal auf die GPSR-Pflichten hin. Online-Händler sollten Produktinformationen nicht nur vollständig, sondern auch zugänglich bereitstellen.

Da es sich um ein Strategie-Papier der EU-Kommission handelt, ergeben sich daraus noch keine unmittelbar anwendbaren neuen Kennzeichnungspflichten oder konkrete Umsetzungsfristen. Für Händler heißt das jedoch aktuell: EPREL-Datenbank schon jetzt und für die anderen Bereiche die Gesetzgebung bis 2030 im Blick behalten.

KI und Kennzeichnung: Neue Standards für den Handel

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. KI bietet zwar enorme Chancen für assistive Technologien, birgt laut Kommission aber auch das Risiko diskriminierender Effekte. Um dem entgegenzuwirken, sollen spezifische Leitlinien im Rahmen des AI Acts veröffentlicht werden. Diese sollen sicherstellen, dass Algorithmen keine Schwachstellen aufgrund von Behinderungen ausnutzen.  

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 12.05.2026
img Letzte Aktualisierung: 12.05.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
8 Kommentare
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DerECommerceDude
26.05.2026

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Diesem Treiben muss echt langsam mal ein Riegel vorgeschoben werden! Schluss mit dem ständigen Verbots- und Gängeleiwahn! Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren wird immer schwieriger. die Gängelei nimmt immer mehr zu. Impressumspflicht Kennzeichnungspflichten Hinweispflichten Pflicht bestimmte Buttons und Label einzubauen Registrierungspflichten bei Vereinigungen bei bestimmten Spaten Es ist mittlerweile ein einziger unübersichtlicher Dschungel an Gesetzen über den man keinen Überblick mehr hat! Es wird zunehmend unmöglich, sich an alle Vorgaben zu halten. Kein Wunder! Weiß der Bürger vor lauter neuen Vorgaben nicht mehr, was überhaubt noch gilt, ist viel schneller und öfter was zu holen! es geht doch nur wieder darum, die Leute abzuzocken!
flitzblitz
15.05.2026

Antworten

Jeder der heute versucht einen Handel aufzumachen, eventuell auch mit Online-Shop, tut mir gnadenlos leid. Wie etwas zu sein hat ist mittlerweile bis ins kleinste Detail festgelegt. Sich aufs Kerngeschäft zu konzentrieren wird immer schwieriger. Die Hürde überhaupt starten zu können ist absurd hoch. Ich frage mich nur wie das alles in Zukunft kontrolliert werden soll bei der Demografie in der EU, sollen bald 2 - 3 Rentner prüfen ob 1 Selbständiger auch alles korrekt ausführt und das ironische dabei, der Tätige bezahlt dann auch noch die 2 - 3 Rentner dafür. Sarkasmus beiseite. Ich bin echt der Überzeugung, dass es immer schwieriger wird diese Checkliste von unendlichen Einträgen die man abzuarbeiten hat, einzuhalten sind. Wird es der EU und den Unternehmern wirklich einen Wettbewerbsvorteil und eine gerechtere Welt schaffen. Dies bleibt spannend abzuwarten.
YKha
13.05.2026

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Ich frage mich, warum parallel zu diesen Verordnungen sehr viele Programme, die der Förderung und Integration schwerbehinderter Menschen dienen, eingekürzt werden - Bespiel: Schulbegleitung. Geht es hier wirklich um diese Menschen oder eher darum, kleinen Händler:innen das Leben schwer zu machen und damit den großen Playern den Weg noch mehr zu ebnen?
chris
13.05.2026

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Ich bin wirklich erleichtert zu wissen, dass mein sehbehinderter Freund, der seine Waschmaschine weder sehen noch bedienen kann, nun immerhin das neue Label darauf auslesen darf. Genau darauf hat die Welt gewartet. Ein Hoch auf die große Kunst der Bürokratie in Brüssel endlich werden die wirklich entscheidenden Probleme unserer Zeit angegangen. Man fragt sich nur: Haben wir tatsächlich keine echten Herausforderungen mehr, um die wir uns kümmern müssten?
ATH
13.05.2026

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Welche Substanzen nehmen die da in Brüssel eigentlich zu sich? Die sind doch nicht mehr zurechnungsfähig!
Andree
13.05.2026

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Wir brauchen Verordnungen, dann geht es uns auch besser!!!
Tina Enders
13.05.2026

Antworten

Ich glaube so langsam dass die EU Verträge mit Temu, Shein oder Amazon abschließt um uns kleine Shops nach und nach auszulöschen. Ich will einfach nur Wolle verkaufen!! Diese ganzen, fast täglich neuen Anforderungen sind so nervend dass ich ans Aufgeben denke. Und mit mir sehr sehr viele kleine Unternehmen die hier in Deutschland ihre Steuern zahlen… Warum zeigt da unsere Regierung nicht mal dass wir wichtig sind???
Jay
13.05.2026

Antworten

Endlich noch mehr Auflagen!