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Plötzliche Wende: Abschwächung des Lieferkettengesetzes vorerst geplatzt

Veröffentlicht: 23.10.2025
imgAktualisierung: 23.10.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 1 Min.
23.10.2025
img 23.10.2025
ca. 1 Min.
EU Flaggen vor dem Parlament
sashk0 / Depositphotos.com
Der umstrittene Kompromiss zur Abschwächung des EU-Lieferkettengesetzes hat im EU-Parlament keine Mehrheit bekommen.


Am Mittwoch stimmten die EU-Abgeordneten über den geplanten Kompromiss zur Abschwächung des EU-Lieferkettengesetzes ab. Obwohl sich zuvor die EVP-Fraktion mit den Sozialdemokraten und den Liberalen auf eine Abschwächung des Gesetzes einigten, konnte in der geheimen Abstimmung keine Mehrheit erreicht werden, wie die Tagesschau berichtete.

Entwurf schwächte Pflichten deutlich ab

Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments hatte beschlossen, die Pflichten des Lieferkettengesetzes deutlich abzuschwächen. Bisher sollten bereits Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiter:innen und einem Umsatz von 450 Millionen Euro einbezogen werden. Die Obergrenze sollte auf 5.000 Beschäftigte und einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro angehoben werden, sodass deutlich weniger Unternehmen von der Pflicht betroffen gewesen wären. Außerdem sollte die zivilrechtliche Haftung für Verstöße entfallen. 

Abgeordnete stimmten gegen Abmachung

Eigentlich haben EVP, Sozialdemokraten und Liberale im Europaparlament eine knappe Mehrheit. In der geheimen Abstimmung müssen jedoch Abgeordnete aus den eigenen Reihen gegen den Gesetzesentwurf gestimmt haben. Grünen-Abgeordnete Anna Cavazzini nannte dies auf Twitter einen „Super-Gau“ für die EVP.

Einige Sozialdemokraten kritisierten den Entwurf zuvor scharf. Alle anderen Fraktionen lehnten den Entwurf ab. Linke und Grüne gingen die Lockerungen zu weit, der Rechtsaußen-Fraktion gingen sie nicht weit genug. 

Im November soll nun erneut über das Vorhaben abgestimmt werden. Bis dahin können alle Fraktionen weitere Änderungsvorschläge einbringen. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.10.2025
img Letzte Aktualisierung: 23.10.2025
Lesezeit: ca. 1 Min.
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Giant
24.10.2025

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Die EU drischt weiter auf den Mittelstand ein, bis auch der letzte gestorben ist!!!! Die Chinahändler umgehen weiter schön alle Verordnungen und reiben sich die Hände, weil die EU den eigenen Leuten das Leben immer schwerer macht!!!
WOOLLOOM
24.10.2025

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Diese neuen Verordnungen sind leider nur für die "wir sind die Guten" Menschen sinnvoll. Wenn ich das alles wirklich nachweisen müsste - wir sind zum Glück dann doch unter den Grenzen -, könnte ich komplett zumachen. Vielleicht müssen wir mal in Brüssel dafür sorgen, dass sich deren "Ideen" nicht weiter immer nur gegen die Menschen IN der EU richten und lieber mal etwas machen, um diese vor AUSSEN zu schützen. Aber gekniffen sind mit diesen ganzen neuen Gesetzen immer nur die EU-Bürger und -Unternehmen.
cf
24.10.2025

Antworten

Und weiterhin Unklarheit für alle Unternehmen und durch weitere Verzögerungen auch weniger Zeit den ganzen Kram später umzusetzen. Gedanke am Rande: Ob diese und die Entwaldungsverordnung wirklich helfen, wenn nur die kleine EU das Problem angeht? Habe gestern z.B. festgestellt das der klassische Back-Kakao sich seit letztem Jahr im Preis beinahe verdreifacht hat - aber das Geld kommt ganz sicher nicht bei den Plantagenarbeitern an, sondern versackt in Bürokratiekosten. Wo ist also der Mehrwert? An das Thema müsste man meiner Meinung nach anders herangehen und auch mehr Länder "auf die Reise mitnehmen".