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Mehr Abgaben für Arbeitnehmer: Merz will neuen Pflichtbeitrag einführen

Veröffentlicht: 07.10.2025
imgAktualisierung: 07.10.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
07.10.2025
img 07.10.2025
ca. 2 Min.
Sparschwein mit Brille und Taschenrechner
AndreyPopov / Depositphotos.com
Die Bundesbürger müssen sich auf höhere Ausgaben für die Altersvorsorge einstellen. Auch zum Thema Renteneintritt gibt es neue Vorschläge.


Die gesetzlichen Abgaben für einen Arbeitnehmer in Deutschland belaufen sich bereits jetzt auf mehr als ein Drittel des Bruttogehaltes. Die Abgabenlast könnte in den nächsten Jahren noch höher werden, so die Prognose von Bundeskanzler Friedrich Merz. „Unsere Bevölkerung wird für Rente, für Altersversorgung, für die Gesundheit und für die Pflege in Zukunft mehr vom verfügbaren Einkommen aufwenden müssen“, betonte er jüngst in der ARD-Sendung Caren Miosga.

Aktuell liegt der Beitrag zur Rentenkasse bei 18,6 Prozent, laut Merz könnte dieser in den kommenden Jahren aber ansteigen. Auch einen neuen Pflichtbeitrag bringt der Kanzler ins Gespräch.

Pflichtbeitrag für private Altersvorsorge

Konkret spricht sich Merz dafür aus, dass Arbeitnehmer mehr in die private Altersvorsorge investieren sollen. „Persönlich bin ich ein Befürworter eines Pflichtbeitrags in eine private kapitalgedeckte Altersversorgung“, wird der Bundeskanzler beim Merkur zitiert. Außerdem plant er eine kapitalgedeckte Frühstart-Rente: Ab 2026 sollen Kinder von sechs bis 18 Jahren monatlich zehn Euro vom Staat erhalten. Das Geld fließt dann in ein privat organisiertes Vorsorgedepot, um junge Menschen früh an den Kapitalmarkt heranzuführen und ihre Altersvorsorge zu stärken.

Abkehr vom starren Rentenalter

In der ARD-Sendung äußerte sich der Kanzler darüber hinaus zum aktuellen Renteneintrittsalter. Er lehnt eine Erhöhung auf über 67 Jahre zwar ab, spricht sich aber auch für eine Abkehr vom aktuell geltenden starren Rentenalter aus. Vielmehr soll künftig die Anzahl der Arbeitsjahre eine Rolle spielen. „Jemand, der mit 17 anfängt und bis 67 arbeitet, hat 50 Jahre gearbeitet“, sagt er in der ARD. „Aber jemand, der ein Studium macht und vielleicht erst mit 30 (…) in den Arbeitsmarkt geht, hat nur 30 Jahre gearbeitet.“ Dass aktuell beide mit 67 Jahren in die Rente gehen, findet Merz nicht in Ordnung. „Die Rentenbezugsdauer sollte in besserer Relation stehen zu den Leistungszeiten, in denen man eingezahlt hat.“

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 07.10.2025
img Letzte Aktualisierung: 07.10.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Redaktion

Redaktion

KOMMENTARE
5 Kommentare
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Mr. No
14.10.2025

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Ja, klar. Der faule Student der oft in prekären Jobs wie als Kellner arbeiten muss um sein Studium zu finanzieren, meist unter dem finanziellen gesetzlichen Existenzminimum lebt und zusätzlich einem Leistungsdruck im Studium ausgesetzt ist sowie oft in überteuerten Zimmern wohnt, soll gefälligst mal arbeiten gehen das faule Stück. So eine Politik brauchen wir mehr und mehr in Deutschland. Schön nach unten treten à la USA, dann wird schon alles gut werden. Packt endlich die großen Reformen an und hört endlich auf belanglose Diskussionen zu führen. Aber was soll man schon von einer Partei erwarten, die Lokomotivtechnologie wie den Verbrenner für seine Lobbyisten noch am Leben halten möchte während der Rest der Welt nach vorne schaut und Deutschland in der Entwicklung einfach hinter sich liegen lassen wird. Ich hätte echt mal gerne wieder eine Partei die eine Vision für dieses Land hat für die es sich richtig lohnt ranzuklotzen und einem ein gutes Gefühl gibt. Wo wollen wir in 10 Jahren sein? Wie wollen wir leben? Was für Werte haben wir? So viel verpennt in den letzten 15 Jahren.
sh
13.10.2025

Antworten

Die steigenden Pflichtbeiträge in die staatliche Rentenversicherung sind eine nackte und blanke Unverschämtheit, wenn den Beitragszahlern im gleichen Atemzug mitgeteilt wird, dass sie als zukünftige Leistungsempfänger vom System dermaßen im Stich gelassen werden, dass nicht nur zu einer zusätzlichen privaten Altersversicherung geraten, sondern diese direkt zur Pflicht mit festgesetzten Beiträgen gemacht wird. Das ist ein großes deutliches Armutszeugnis für das System und vor allem für die Politik der letzten Jahrzehnte, die sehenden Auges zugelassen hat, dass alles dermaßen aus den Fugen gerät. Und das offensichtlich gescheiterte Gesundheits- und Altersversorgungssystem ist ja nur ein Bruchteil der Misere. Steigende Beiträge hier, neue Pflichtbeiträge da - ein nie versiegender Strom neuer Vorschriften und Auflagen (die immer mit Kosten verbunden sind, und somit auch zu Kostensteigerungen für den Endkunden führen) für Industrie und Handel. Es bleibt immer weniger zum Leben, es bleibt erst recht weniger für den Konsum, der die Wirtschaft ankurbeln soll. Und statt dafür zu sorgen, dass jetzt erst einmal die Menschen, die bereits eingezahlt haben und aktuell regelmäßig einzahlen, auf einem menschenwürdigen Niveau abgesichert sind, geht der Herr Merz auf Stimmenfang, indem fröhlich Geldgeschenke wie diese "Frühstart-Rente" an die Beitragszahler von über-über-morgen-vielleicht-St-Nimmerleinstag verteilt werden. Man hat´s ja. (In Deutschland leben aktuell rund 14,3 Millionen Menschen im Alter von 6 bis 18 Jahren, bei 10 Euro im Monat möchte der Herr Merz also ab 2026 140,35 Millionen im Monat x 12 = 1,68 Milliarden im Jahr verschenken, an Menschen, die noch keinen Cent Beitrag eingezahlt haben und auf Jahrzehnte hinaus keine Rente in Anspruch nehmen werden, während man das Zahlvieh im Regen stehen lässt und der Rentenkasse nach einer Schätzung Anfang 2024 bis zu 1,1 Milliarden im Jahr fehlen (2025 hatte die RK ein Defizit von 5 Milliarden).
cf
08.10.2025

Antworten

Meinung: Altersversorgung am volatilen Kapitalmarkt kann ja jeder halten wie er möchte, aber wenn dann plötzlich einer ganzen Generation dieser private Anteil der Rente fehlt, weil irgendeine Börse abgestürzt ist, dann braucht später keiner jammern.. Für Gesundheit geben viele jetzt schon viel Geld aus: Sportstudio, gesunde Ernährung, etc. kostet jeden Monat ordentlich Geld bei den steigenden Kosten. Aber das Gute: Wenn die EU weiter so mit Verordnungen um sich wirft, dann geben eh viele Selbständige schon vor der eigentlichen Rente ihren Laden auf. Und wer es theoretisch bis 67 schaffen könnte, wird eh vorher durch Ki abgelöst und ist arbeitslos. Sieht keiner, dass die Kosten langfristig zwar in der Rentenkasse sinken, die Arbeitslosenzahlen aber steigen? Es gibt halt nicht nur Fachkräfte sondern auch jede Menge "normaler" Menschen.
Tina
08.10.2025
Ja, der Kapitalmarkt ist volatil, aber langfristig macht man keinen Verlust! Kurzfristig ist das immer möglich, aber langfristige Anlagen - wie es für die Altersvorsorge angedacht ist - gehen immer mit einem deutlichen Plus raus! Wir sprechen hier von 20 bis 30 Jahren. Was ist denn die Alternative? Festgeld mit 2 % oder Sparbuch? Na da viel Spaß. Das ist reine Geldvernichtung.
cf
09.10.2025
@Tina: Grundsätzlich ja, aber gerade das "Langfristig" sehe ich zumindest mit Vorsicht, denn es geht davon aus, dass wir (als Menschheit) so weitermachen. Aufgrund immer knapper werdender Ressourcen und Klimaveränderungen muss sich langfristig aus meiner Sicht etwas ändern - also weg von "immer mehr". Irgendwann geht das vermutlich nicht mehr so weiter und das ganze Wirtschaftssystem muss (wie auch immer) verändert werden - spätestens wenn es keine Ressourcen mehr für noch mehr Produktion gibt. Ich bin zu alt um das noch zu erleben, aber die jetzt ganz junge Generation wird eventuell schon Herausforderungen bekommen. Ich habe auch keine Lösung, würde aber nicht alles auf eine Karte setzen ;-)