„Praktische Hürde, weitere Verfahren zu führen“
„Vor dem Hintergrund eines massiven Stellendefizits und der mangelnden Bereitschaft der Politik diese auszugleichen, besteht eine praktische Hürde, weitere Verfahren zu führen“, sagt etwa Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar. Caspar ist derzeit auch für die Einhaltung des Datenschutzes bei Facebook zuständig und steht vor besonderen Herausforderungen. In der Hamburger Behörde sitzen aktuell 21 Mitarbeiter, im Vorjahr wurden nur fünf neue Stellen bewilligt. Notwendig wären aber mindestens 13, allein für das zusätzliche Arbeitsaufkommen ab dem 25. Mai. In den Zuständigkeitsbereich der Hamburger fällt aber schon jetzt neben Facebook (inklusive WhatsApp und Instagram) auch Google. „Eine (pro)aktivere Befassung mit Facebook oder anderen großen Anbietern in unserer Zuständigkeit würde weitere Stellen erfordern“, sagt Caspar.
Hamburg ist also stark unterbesetzt und ist dabei nicht allein. Kritik und Hilferufe kommen aus allen Landesbehörden und alle sind sich einig, dass die Durchsetzung der DSGVO nach jetzigem Stand nicht wie gewünscht funktionieren wird. „Ich bezweifle stark, dass wir mit der jetzigen Ausstattung die Instrumente der DSGVO vernünftig nutzen können“, sagt zum Beispiel Marit Hansen, Landesdatenschutzbeauftragte in Schleswig-Holstein. Schon jetzt könne man das Aufkommen an Anfragen und Beratungsersuchen nicht mehr vollständig bewältigen.
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