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2 Euro pro Paket: Wer zahlt die neue Gebühr in der EU?

Veröffentlicht: 10.07.2025
imgAktualisierung: 10.07.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
10.07.2025
img 10.07.2025
ca. 2 Min.
E-Commerce-Riese mit Wurzeln in China: Logo des Online-Marktplatzes Temu
rarrarorro / Depositphotos.com
Die Einführung einer neuen Gebühr in der EU für Pakete aus Drittstaaten schreitet voran. Anbieter wie Temu stehen dabei im Fokus.


Schon länger wird über eine neue Abgabe diskutiert, die darauf abzielt, die Flut von Billigpaketen, die aus Fernost nach Europa eingeführt werden, besser unter Kontrolle zu bekommen. Insbesondere seit dem europäischen Marktstart von Anbietern wie Temu und Shein kämpfen hiesige Zollbehörden mit eintreffenden Sendungsmassen, die in ihrem Ausmaß kaum zu bewältigen seien.

Nun geht es mit der Einführung einer neuen Gebühr voran: Das EU-Parlament hat sich für eine pauschale Bearbeitungsgebühr für importierte Pakete aus Drittstaaten ausgesprochen. Zwei Euro soll diese betragen. Der Vorschlag wurde von den Abgeordneten in einer Plenarsitzung mit großer Mehrheit abgenickt.

Ganz ohne Bedenken ist der Vorstoß aber nicht: Gefordert wird eine Prüfung, die sich mit den Folgen einer solchen Bearbeitungsgebühr auseinandersetzt und die gezielt abklären soll, ob die Mehrkosten am Ende nicht von den Verbraucherinnen und Verbrauchern gezahlt werden müssen, heißt es in einer dpa-Meldung bei der WirtschaftsWoche.

EU will Anreiz für europäische Lagerhäuser schaffen

Neben der grundsätzlichen Gebühreneinführung habe sich das Parlament außerdem für die Abschaffung der 150-Euro-Grenze ausgesprochen, unter der Waren bisher zollfrei waren. Durch Anreize wolle die EU darüber hinaus eine hiesige Lagerhaltung von Unternehmen aus Drittstaaten forcieren. Konkret geht es um das Ziel, Anbieterinnen und Anbieter zu motivieren, Lagerflächen im EU-Raum zu nutzen. So könne man dafür sorgen, dass die Flut an Einzelpaketen eingedämmt, das Sendungsaufkommen minimiert und der Zoll entlastet werde.

Katarina Barley (SPD), Vizepräsidentin des EU-Parlaments, verwies im Zuge der Pläne auf die komplexen Schwierigkeiten, denen sich die EU durch die Flut an Billigwaren ausgesetzt sieht: „Es geht um mangelhafte Qualität, toxische Chemikalien und fehlerhafte Elektronik, die eine Gefahr für Konsumentinnen und Konsumenten darstellen“, wird sie von der dpa zitiert. „Die geplanten Gebühren sind ein erster Schritt, um Plattformen wie Temu oder Shein in die Pflicht zu nehmen.“ 

Die Pläne werden nun zwischen dem EU-Parlament und dem Rat verhandelt.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 10.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 10.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
7 Kommentare
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Fassungslos 2€ viel zu wenig!!!
12.07.2025

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2€ sind viel zu wenig!!!! Der innere Handel muss gestärkt werden. Klar müssen das die Kunden zahlen und das ist auch 100%ig richtig so. Nur wenn es finanziell unattraktiv oder neutral gestaltet wird, dann schaltet der Kunde vielleicht einmal seinen Verstand ein und kauft im Binnenmarkt. Mit dem "direktbestelle" werden Sicherheitsmechanismen wie SchadstoffPrüfung/Belastung umgangen. Das klingt vielleicht etwas arg hart. Nur als Beispiele. Erleidet ein Kunde Verbrennung durch ungeprüften Elektroschott, sollte die Kasse die Zahlung der Behandlung verweigern. ...Sollte jemand mit Hautreizungen die durch ungeprüfte Ware entstanden sind zum Arzt gehen, dann soll der Geiz ist geil Patient auch gefälligst die Behandlung selbst bezahlen. So wie auch ( aus meiner Sicht) Leute mit risikoreichen Hobbys wie Ski fahren Extra zur Kasse gebeten werden sollten mit einem zusätzlichen Beitrag ( in Verbindung mit dem Skipass z.b.) , damit der normale nicht unnötig sein gewolltes Risiko mit trägt.
ralf
11.07.2025

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Wer soll das denn sonst bezahlen als der Verbraucher. Jede Gebühr, jede Steuer, jede Subvention die ich kürze bezahlt der Verbraucher. Geht ja gar nicht anders, da die Unternehmen ja sonst Verluste machen würden. Warum ist die Butter denn jetzt so teuer. Wer bezahlt die Kürzung des Agradiesels? Wer bezahlt die LKW-Maut? Und wer bezahlt die 2 Euro Gebühr. Jedes Unternehmen legt die Gebühr oder Steuer nur vor. Im Falle der Gebühr bei Temu noch nicht einmal das. Da ich Vorkasse bezahle wenn ich bei Temu bestelle, werden die 2 Euro Gebühr (im Artikelpreis oder Versandkosten versteckt) ja schon im Vorraus bezahlt, bevor die Gebühr bei den Chinesischen Verkäufern überhaupt entsteht. Was eventuell sogar noch deren Liquidität temporär erhöht. Der Hammer finde ich aber, das man prüfen will, ob die Mehrkosten eventuell an die Verbraucher weitergegeben wird. Das macht mir Angst und große Sorge, dass solche Menschen wirtschaftliche und politische Entscheidungen treffen, die null Verständnis dafür haben wie die Wirtschaft funktioniert. Und mal davon abgesehen, wie wollen die das prüfen? Beobachten die jetzt die Artikel auf Temu um herauszufinden, ob ein 5 Euro T-Shirt vorher mal 3,- Euro gekostet hat? Und wenn sie dann auf den Trichter kommen (wobei man hier keine Prüfung brauch), dass die Gebühr weitergegeben wird - Und dann? Ich kann hier nur den Kopf Schütteln. Mal ne Stunde BWL wäre für diese Entscheider ganz gut. Da lernt man wie man den Verkaufspreis kalkuliert.
Peter Müller
11.07.2025

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Es wäre ganz einfach, jedes Paket muss vom Endkunden persönlich beim Zoll abgeholt werden und dort wird eine Servicegebühr von 10€ fällig. Stimmt der deklarierte Wert nicht wird nochmals eine Strafe in Höhe der Differenz zum realen Wert fällig und dadrauf 100% Strafzoll. Das regelt sich alles genaz schnell von selbst....
Anja
14.07.2025
Danke für diesen Vorschlag. Da kann ich nur zustimmen. Ich würde noch eine zusätzliche Strafgebühr für den eingeführten anfallenden Schrott verlangen!
dirk
11.07.2025

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Dass der massenhafte Schrott von Temu, Shein & Co. kaum einen gesellschaftlichen Nutzen hat (hierzulande) steht außer Frage. Aber die Krux einer solchen Abgabe liegt genau in deren Erhebung und Abrechnung. Zuallererst muss man jedoch ganz klar feststellen, dass eine Abgabe von 2 EUR pro Paket NIEMANDEN vom Kauf abschrecken wird. Ob das Billigkleid nun 10 EUR oder 13 EUR kostet - wen interessiert das? Und wen (in der Temu-Zielgruppe) soll das vom Kauf abhalten? Davon abgesehen - der Fall der 150 EUR Zollfreigrenze bedeutet ja nichts anderes, als dass nicht nur stichprobenweise - 10 von 1 Mio. Paketen täglich - sondern jede einzelne Importsendung geprüft und verzollt bzw. versteuert werden muss. Wie soll das funktionieren, wo doch bereits jetzt der Zoll angeischts der schieren Menge völlig überlastet ist? Natürlich kann man technische Pflichtvoraussetzungen für den Versand mit Import in die EU schaffen: Vorab-Verzollung und digitale Sendungsanmeldung mit automatischer, KI-gestützter Plausibilitätsprüfung. Die Abgabe wird also bereits beim Versender in China etc. erhoben. Ohne Zahlung der Abgabe im Zuge der Versandkosten und digitaler Zollinhaltserklärung kein Versand in die EU. Wäre technisch kein Hexenwerk. Alles andere wäre bürokratischer Irrsinn. ABER: 1. Die Kosten bezahlt IMMER am Ende der Verbraucher, ob nun transparent aufgeschlüsselt oder im Preis versteckt. 2. An der Billig-Produkte-Schwemme wird es nichts ändern. Denn 2 EUR (wofür man heute oft ja noch nicht mal eine Kugel Eis bekommt), schreckt einfach niemanden ab, und führt auch nicht dazu, dass das vorherige Billigprodukt plötzlich in der EU zu einem wettbewerbsfähigen Preis verkauft werden muss. ALSO: Was soll das?
Matthias
15.07.2025
Wenn ich beim Zoll in Hamburg mal wieder 1-2 Wochen auf die Abfertigung meiner Container warte, fragt auch niemand, wie und ob das für mich funktioniert. Der Zoll soll einfach bearbeiten was er schafft. alles andere bleibt liegen bzw stellt sich hinten an. So verlängern sich die Laufzeiten und für potentielle Kunden wird das trotz der Dumpingpreise irgendwann uninteressant...
Stephan Eschen
11.07.2025

Antworten

2 Euro ??? Ein Witz. Es waren jahrelang 6 euro im Gespräch