Tausende Selbstständige müssen Coronahilfen zurückzahlen

Veröffentlicht: 18.07.2024
imgAktualisierung: 18.07.2024
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
18.07.2024
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ca. 2 Min.
Mehr als jeder fünfte Selbstständige oder Kleinunternehmer muss die Corona-Soforthilfen zurückzahlen. Tausende Betroffene klagen dagegen.


Der frühe Vogel – der Branchennews-Überblick am Morgen:

  • Viele Corona-Hilfen werden zurückgefordert
  • Apple siegt an der Börse
  • Galeria verkauft alle Reisebüros an den ADAC

In der Corona-Pandemie wurden etwa 13 Milliarden Euro an etwa 1,8 Millionen Betroffene ausgezahlt. Viele müssen diese Hilfen nun ganz oder teilweise zurückzahlen. Etwa jede:r fünfte Selbstständige oder Kleinunternehmer:in muss die gezahlten Gelder ganz oder teilweise zurückzahlen, wie die Tagesschau meldete. Je nach Bundesland wurden damals zwischen 6.000 und 10.500 Euro ausgezahlt. 

Wie viele der Zahlungen damals berechtigterweise flossen, konnte noch nicht abschließend ermittelt werden. Fest steht allerdings bereits, dass in mehr als 400.000 Fällen die Betroffenen die Gelder ganz oder teilweise zurückzahlen müssen. Mehr als 5.000 Betroffene haben gegen die geforderte Rückzahlung geklagt, die Hälfte der Verfahren ist noch offen. Besonders häufig wird beklagt, dass sich die Online-Informationen häufig geändert haben, sodass juristische Laien kaum eine Chance hatten, die Bedingungen nachzuvollziehen. Auch gab es große Unterschiede je nach Bundesland: Während in Sachsen um die 94 Prozent aller Anträge genehmigt wurden, waren es in Rheinland-Pfalz lediglich 63 Prozent. In Berlin wurden lediglich 5 Prozent der Betroffenen aufgefordert, die Hilfen zurückzuzahlen, in Nordrhein-Westfalen wurde fast die Hälfte der Personen zur Rückzahlung aufgefordert.

Apple ist wieder wertvollstes Unternehmen

Der iPhone-Hersteller Apple ist wieder das wertvollste Unternehmen der Welt. Am Dienstag soll es sich an der Börse erneut gegen Nvidia und Microsoft durchgesetzt haben. Dabei soll der Konzern vor allem von seiner KI-Strategie profitieren, wie Heise.de berichtete. 

Apple soll das Handelsgeschäft am Dienstag mit einem Kurs von 234,82 US-Dollar beendet haben, auf Platz zwei folgt Microsoft, auf Platz drei Nvidia. Alphabet/Google und Amazon, liegen auf den darauffolgenden Plätzen, allerdings vergleichsweise abgeschlagen.

Am Montag soll das Bankhaus Morgan Stanley die Apple-Aktie außerdem zu dem „Top Pick“ gewählt und das vor allem mit der KI-Strategie des Konzerns begründet haben. 

Galeria verkauft Reisebüros an den ADAC

Die Reisebürosparte von Galeria wird komplett vom ADAC übernommen. Alle 70 Filialen sollen von dem Verkehrsclub übernommen werden, schreibt die Tagesschau. Damit erhöht der ADAC die Anzahl seiner Reisebüros auf mehr als 240. Auch die Internetpräsenz Urlaub.de wird übernommen. Der ADAC zeigte sich positiv: „Wir sind sehr froh, unsere Marktposition weiter auszubauen“, so Geschäftsführer Andreas Hartel. Doch auch Galeria-Chef Oliver Van den Bossche scheint zufrieden: „Wir können uns jetzt auf unsere Kernkompetenz Warenhaus mit unseren starken Sortimenten konzentrieren und behalten gleichzeitig die Kompetenz und Frequenz der Kundinnen und Kunden der Galeria Reisebüros in unseren Häusern.“

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 18.07.2024
img Letzte Aktualisierung: 18.07.2024
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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N. Nissen
19.07.2024

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Ich bin ebenfalls irritiert: Von allen höre ich, dass die Corona-Hilfen stets vollständig zurückgezahlt werden müssen! Vorallem die Ansprüche der Soloselbstständigen haben - obwohl in den Portalen anders kommuniziert - meines Wissens zu keiner Zeit bestanden (das hängt mit den EU-Vorgaben zusammen!) , so dass gerade die Schwächsten doppelt gestraft wurden: zusätzliche Kosten für die Steuerberatung und Rückzahlung der Hilfen zu 100%. Zum Glück hatte ich mich bereits vor Corona über die EU-Förderung von Soloselbstständigen durch das Wirtschaftsministerium informiert und wusste daher, dass die versprochenen Corona-Hilfen für die Soloselbstständigen eine Finte war. Das war schon unter Peter Altmaier so. Er schuf Förderprogramme für Unternehmen in Schieflage mit Beihilfen, die angeblich zu 90% vom Bundesministerium erstattet werden sollten. Das ganze war aber eine Blase mit einem riesigen Verwaltungsaufwand, der auch über die Handels- bzw. Handwerkskammern begleitet wurde. Um gefördert zu werden, sollte man einen von den Kammern ausgewählten Unternehmensberater hinzuziehen und über diesen den Antrag stellen. Alles zog sich extrem in die Länge, über 1,5 Jahre wurden alle hingehalten, um am Ende eine Absage mit Verweis auf die Nichtfördermöglichkeit von Soloselbstständigen durch die EU zu verkünden! Wenn mir also heute etwas von Förderung durch Beihilfen oder ähnliches verspricht, lasse ich es mir vorher bis ins kleinste Detail erklären. Daran scheitert es meist schon, denn auf verbindliche Auskünfte vom Bundesministerium ist dabei kein Verlaß!
Karl Ranseier
18.07.2024

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Bitte nochmal selber recherchieren und nicht blind offizielle Daten vertrauen. Ich kenne als Großhändler den ein oder anderen Betrieb in verschiedenen Branchen und nicht einer von denen sollte das Geld nicht zurückzahlen. Die meißten davon vollumfänglich.
Die Zahlen wirken extrem geschönt.