Darum geht Barrierefreiheit alle an
In den Köpfen der Menschen hat sich festgesetzt, dass Barrierefreiheit, wenn überhaupt, mit dem Online-Handel nur sehr wenig zu tun hat. Eine ganz kleine Gruppe von Personen, etwa Personen im Rollstuhl, sei generell nur von Barrieren betroffen, so die landläufige Meinung. Dabei sieht die Realität ganz anders aus, denn wer eine Rot-Grün-Schwäche hat oder schon einmal an einem Sommertag in der prallen Sonne auf einem Smartphone shoppen wollte, weiß genau: Man stößt an seine Grenzen – sowohl beim Online-Einkauf als auch beim Online-Banking, E-Mails-Lesen oder der Social-Media-Nutzung.
Rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen leben in Deutschland. 80 Prozent dieser Menschen nutzen das Internet. Studien zeigen, dass sie sogar noch häufiger online sind als Menschen ohne Behinderung. Die Nachfrage nach barrierefreien Produkten und Dienstleistungen ist also enorm. Im Gegensatz dazu gibt es kaum barrierefreie Online-Shops. Viele Verantwortliche ignorieren die Notwendigkeit, weil das Gesetz bisher zum einen wenig fordert und zum anderen aufgrund eines Irrglaubens keine Notwendigkeit gesehen wird.
Dabei ist eine einfache Zugänglichkeit eines Online-Shops für alle nützlich. Man denke allein an die Auswahl des Lieferlandes im Check-out, bei dem man sich zunächst durch unzählige Staaten wühlen muss, nur um dann festzustellen, dass „Deutschland“ nicht unter D für „Deutschland“ gelistet ist, sondern bei G für „Germany“. Macht das ein Rechtshänder mit einem gebrochenen rechten Arm, rückt eine Bestellung in weite Ferne.
Dabei ist dies nicht nur eine verpasste Chance für mehr Umsatz, sondern auch eine verfehlte Investition in die Zukunft, denn der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten. Unternehmen, die jetzt handeln, sichern sich größere Marktanteile und Wettbewerbsvorteile.
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Ja schlecht sehende da sollte mehr darauf geachtet werden, wobei man da nicht wirklich behindert sein muss um manche Seiten schlecht lesen zu können. Denken Sie wirklich das ein Mensch der eine Rot Grün schwäche hat wirklich so dumm ist nicht zu wissen wie sein Feld dann aussieht was er anklicken soll. Irgendwie nerven die gesetzliche Beigänglung langsam aber sicher.
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Die Anrede kann man rechtlich meines Wissens auch weglassen, auf Farben sollte man dann besser verzichten. Der Trend geht ohnehin zu sehr simplen, schwarz-weiß-Seiten.
Die Sprache wird von Jahr zu Jahr einfacher. 17 Millionen Deutsche haben nur noch Viert-Klassen-N iveau. Demnach müssen Texte und Seiten dem angepasst werden, wie die Tagesschau ihre Sendungen …
Als ich 2010 mit dem Webdesign beginnen habe, wurden Texte und Bedienungen noch für Fünftklässler „optimiert“. Die Frage ist, ob Viertklässler auch die komplizierten Rechtstexte verstehen …
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