Worum geht es in der Petition?
Dass bestimmte gesetzliche Regelungen unnötige Hindernisse für Händler:innen schaffen und einem freien Handel sogar zuwiderlaufen, ist kein Geheimnis. Unter anderem haben sich Unternehmen mit ihren Elektrogeräten bei der Stiftung ear und ihre Verpackungen bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister zu registrieren. Tun sie dies nicht, droht mittlerweile das Aus auf dem jeweiligen Marktplatz (sogenannte Marktplatzhaftung).
Und genau da will die EU nun ansetzen und das Ganze auf den internationalen Verkauf erweitern. Aktuell ist eine neue Richtlinie in Vorbereitung, die kleine und mittlere Unternehmen verpflichten würde, vor dem Verkauf und Versand über die Grenze hinweg vergleichbare Pflichten wie die gerade erwähnten im jeweiligen Zielland umzusetzen (sogenannte erweiterte Herstellerverantwortung beziehungsweise Extended Producer Responsibility, kurz: EPR).
Man müsste sich also bei jedem EPR-System in jedem EU-Land registrieren, in das man versendet. Dieser Vorgang muss für jede neue Produktkategorie und jedes einzelne EU-Land, in dem ein Verkauf abgeschlossen wird, wiederholt werden – mit dem entsprechenden Aufwand und den Kosten, versteht sich. Eine zentrale Lösung wie im Steuerrecht mit seinem „One-Stop-Shop“-System (kurz: OSS) gibt es nicht.
Kurz zusammengefasst: Um online innerhalb der EU verkaufen zu dürfen, müsste jedes kleine Unternehmen eine separate EPR-Registrierung für jeden Zielmarkt und für jede von der EPR betroffene Produktkategorie einholen. Online-Marktplätze sollen dazu verpflichtet werden, von ihren Shops proaktiv einen Nachweis über die Einhaltung dieser Vorschriften einzuholen. Kommt man dem nicht nach, drohen erneut Sanktionen wie Account-Sperrungen.
Verkauft ein deutscher Online-Shop beispielsweise nach Frankreich, muss er sich in Frankreich als Unternehmen registrieren und seine Abgaben leisten (wir berichteten). Vor einem Verkauf nach Frankreich müsste der Shop also künftig auch gegenüber Ebay (oder jeder anderen genutzten Plattform wie Amazon oder Kaufland) mittels einer Nummer nachweisen, dass er in Frankreich registriert ist. Ebay rechnet vor, was allein aufgrund der Registrierung an Kosten und Aufwand anfallen könnte: „Nach Schätzungen unseres Dachverbands Ecommerce Europe können sich die Kosten für die Einhaltung der EPR für ein kleines Unternehmen, das Zugang zum gesamten Binnenmarkt haben möchte, auf bis zu 140.000 € sowie 39 Arbeitstage pro Jahr belaufen.“
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Wenn wir schon EU sind, dann bitte 1 Meldestelle inkl. OSS für alles EU-weit.
Ach nee, schwierig, da die Bürokraten Arbeitzplätze brauchen, die diese ja mit Ihren Gesetzen schaffen.
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Wenn ich gebrauchte Ware verkaufe trifft nicht von den oben genannten Punkten zu.
Wenn ich z.B. ein Radio aus den 1950er Jahren verkaufe habe ich es weder hergestellt noch erstmals an Verbraucher bzw. Verbraucherinne n verkauft. Nach Deutschland importiert habe ich es natürlich auch nicht.
Ich finde diesen Zusatz schon wichtig
Oder täusche ich mich da ?
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Mit der Umsetzung wäre Lucid quasi weg und man könnte sich das jährliche angeben und durchrechnen sparen was mich auch wieder unützer weise Zeit und damit Geld kostet.
Wie Michael geht es mir auch, versende noch weniger und dann fehlen mir halt mal wieder 7-8000€ pro Jahr, Dankeschön Deutschland.
An alle jungen Menschen verlasst das sinkende Schiff Deutschland, gibt bessere Länder als unsere.
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Vor dem Brexit hatten wir >20% Export Anteil.
Dann UK eingestellt.
Vor 2 Jahren wegen den Registrierungsk osten Austria.
Demnächst alle anderen Länder außer Nicht EU Land Schweiz, hat aber nur ca. 1%. Anteil.
Bürokratie verhindert für kleine Händler jeglichen Export.
Freihandel nur für Big Player.
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Das sind nur die ersten Gedanken die mir einfallen.
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Da ein Online-Händler in DE zwar verpflichtet ist, an Kunden in alle EU Staaten zu verkaufen, aber eben keinen Versand dahin anbieten muß, werden wir uns stark überlegen, für die paar EU Kunden eben nur noch Abholung in unserem Lager anzubieten. Das spart dann auch gleich den Aufwand mit dem OSS Verfahren.
Ade EU-Binnenmarkt und Danke an die hochbezahlten EU-Bürokraten.
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