Hintergrund: Gab es einen Kuhhandel zwischen der FDP und Italien?
Aber: Wie ist es überhaupt zu diesem Hin und Her gekommen? In aller Kürze: Im Dezember einigten sich die Unterhändler der EU auf die Lieferkettenrichtlinie. Die Abstimmung der Mitgliedstaaten galt als Formsache. Immerhin soll die Verhandlung der Unterhändler der Mitgliedstaaten genau solche unangenehmen Überraschungen verhindern. Auf den letzten Metern sagte die FDP: „Nö.“ Deutschland war damit zur Enthaltung gezwungen. Da weitere Mitgliedstaaten ankündigen, sich enthalten zu wollen, wurde die Abstimmung kurzerhand gestrichen.
Wie nun das Handelsblatt berichtet, gab es aber offenbar eine Absprache zwischen Finanzminister Christian Lindner (FDP) und seinem italienischen Ressortkollegen Giancarlo Giorgetti. Der Deal lautete wohl, dass sich Deutschland bei der Abstimmung zur europäischen Verpackungsverordnung enthalten werde, wenn Italien sich dafür bei der Lieferkettenrichtlinie zurückhält. Die Existenz eines solchen Deals wurde aber zuletzt von der FDP bestritten.
Gleichzeitig hat der belgische Ratspräsident aber beim Thema Verpackungsverordnung nachgebessert. Hinfällig wurde die Regelung, die Hersteller von Einwegverpackungen dazu verpflichtet hätte, sich an den Müllentsorgungskosten der Kommunen zu beteiligen. Diese Nachbesserung sei geschehen, um dem mutmaßlichen Deal zwischen FDP und Giorgetti das Wasser abzugraben. Jedoch sorgte das „Ja“ von Italien zum Lieferkettengesetz tatsächlich für die nötige Mehrheit.
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