Ist die KI-Verordnung ein tragbarer Kompromiss für alle?
Wenn’s ums Eingemachte geht, kann sich so ein Gesetzgebungsprozess auf EU-Ebene schon einmal hinziehen. Seit Jahren verhandeln die EU-Mitgliedsstaaten ein Gesetzpapier zur Regulierung bei der Entwicklung und Anwendung von künstlicher Intelligenz. Während die Stimmen aus dem Daten- und Verbraucherschutz einen Freifahrtschein für Überwachungsmaßnahmen befürchten, hat die Wirtschaft keine Lust auf noch mehr Compliance-, Dokumentations- und Prüfpflichten. Viele Politiker:innen hingegen feiern die Verordnung als Meilenstein.
Ob die Zweifel begründet waren, ließ sich lange nicht sagen, denn die finale Fassung war bis vor Kurzem noch unveröffentlicht. Unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung in Brüssel herrschte daher schon wieder Uneinigkeit innerhalb der Bundesregierung über das kommende KI-Gesetz. Obwohl die Einigung zur KI-Verordnung auf EU-Ebene bereits erzielt wurde, sorgt der geleakte Text nicht nur in Berlin für Verwirrung. Ein Scheitern in der Schlussphase sei für die EU peinlich, kommentiert das der Spiegel vor wenigen Tagen.
Doch offenbar gibt es nun doch die nötige Zustimmung Deutschlands zum AI-Act. Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) verkündete, dass das Ringen um das deutsche Votum zur KI-Verordnung mit einem „tragbaren Kompromiss“ zu Ende gegangen sei. Ob andere EU-Länder, unter anderem war Frankreich lange skeptisch, doch noch auf den letzten Metern quer treiben, wird sich morgen zeigen.
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