476 Tage lang Streit
Bereits im April 2022 hat das portugiesische Verfassungsgericht die bis dato geltende Klausel für verfassungswidrig erklärt. Das vorherige Gesetz, welches ab 2008 galt, sah vor, dass die Anbieter von Telekommunikations- und Internetdiensten Nutzerspuren sogar bei vergeblichen Anrufversuchen für ein Jahr gespeichert und zur Verhütung sowie zur Verfolgung von schweren Straftaten herausgegeben werden mussten. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs kam allerdings das portugiesische Verfassungsgericht zum Entschluss, dass „eine undifferenzierte und verallgemeinerte Verpflichtung zur Speicherung“ sämtlicher Verkehrsdaten aller Personen „das Recht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung in unverhältnismäßiger Weise einschränkt“, heißt es bei Heise.
Eine Arbeitsgruppe der zuständigen Politiker beriet sich dann über 476 Tage in 13 Sitzungen und sieben Expertenanhörungen und schaffte so ein neues Gesetz.
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