Die Ampel-Regierung hatte die Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro bereits in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt. Nun könnte offenbar alles recht schnell gehen: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will die versprochene Anhebung noch in diesem Jahr umsetzen. „Olaf Scholz hat als Kanzlerkandidat gesagt, dass wir den Mindestlohn innerhalb eines Jahres auf zwölf Euro erhöhen. Und wir werden ihn 2022 erhöhen, weil es notwendig ist“, bestätigte Heil dem Spiegel zufolge gegenüber der dpa.
Der Bundesarbeitsminister wolle dazu bereits „in den nächsten Wochen“ einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Die Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro sei „eine Frage der Leistungsgerechtigkeit und des Respekts vor ordentlicher Arbeit“, so Heil weiter.
Derzeit liegt der Mindestlohn in Deutschland bei 9,82 Euro brutto pro Stunde. Die sogenannte Mindestlohnkommission, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften, ist normalerweise für Vorgaben zur Entwicklung des Mindestlohns verantwortlich. Dass dieser nun per Gesetz angehoben werden soll, sorgt vor allem auf Arbeitgeberseite für Kritik – hier wurde bereits Klage gegen das Vorhaben der Regierung angedroht.
Arbeitsminister Heil will aber an den Plänen festhalten. Seiner Ansicht nach würden viele Menschen „im viel zu großen Niedriglohnsektor“ arbeiten und kämen „trotz Vollzeitarbeit kaum über die Runden“, moniert der SPD-Politiker. „Millionen Menschen in Deutschland“ würden von der Mindestlohnerhöhung profitieren. Die Entscheidung zur Anhebung des Mindestlohns sei mit der Wahl zudem demokratisch gefallen. „Ich erwarte auch Respekt vor dieser demokratischen Entscheidung“, so Heil.
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