Eigentlich hätte das Lieferkettengesetz nach jahrelanger Vorbereitung Mitte Mai im Bundestag angenommen werden sollen. Darin sollen deutsche Unternehmen dazu verpflichtet werden, bei sich und auch bei ausländischen Lieferanten die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards sicherzustellen. Kurz bevor es soweit war, wurde das Gesetz aber nochmal von der Tagesordnung genommen. Es bestehe noch Klärungsbedarf in der CDU/CSU-Fraktion, hieß es damals.
Seit dem 27. Mai gibt es einen Kompromiss, die offenen Fragen sind geklärt und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Bundesentwicklungsminister Gerhard Müller (CSU) rechnen damit, dass das Gesetz im Juni im Bundestag beschlossen wird, danach muss es durch den Bundesrat. Beide Minister erwarten von dem Gesetz, dass es für viele Menschen im globalen Süden deutliche Verbesserungen der Lebensumstände bringt. Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der dem Gesetz kritisch gegenüberstand und die Belastungen für deutsche Unternehmen möglichst gering halten wollte, sprach von einem „vernünftigen Kompromiss”.
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