Durch die Änderungen des Jahressteuergesetzes 2020 (JStG 2020) wird zum 1. April 2021 beziehungsweise zum 1. Juli 2021 die zweite Stufe des sogenannten Umsatzsteuer-Digitalpakets umgesetzt. Auf EU-Ebene wird hiermit ein neues Mehrwertsteuersystem eingeführt mit wesentlichen Änderungen für den grenzüberschreitenden Online-Handel mit Verbrauchern.
Ziel dieser Reform ist es, auf die steigende Teilnehmerzahl im EU-weiten Online-Handel zu reagieren, dem Umsatzsteuerbetrug – gerade durch nicht in der EU ansässige Händler – vorzubeugen, aber auch Verfahren zu vereinfachen. Dadurch ergeben sich zwar Erleichterungen für Online-Händler, es birgt aber auch einige Fallstricke, insbesondere durch weitreichende bürokratische Folgen.
Doch was genau bedeuten die Änderungen für den Handel und welche Pflichten kommen jetzt auf Online-Händler zu? Wir haben bei Christian Deák, Steuerberater der DHW Steuerberatungsgesellschaft, nachgefragt.

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Leider ist auch dieses Interview nicht besonders hilfreich. Ich lese immer wieder welche Erleichterungen der OSS bringen soll, dabei wird vergessen, dass auf Hunderttausende KMU, die bisher nie irgendeine Lieferschwelle überschritten hatten, ein extremer Bürokratiewust zukommt.
Denn die Lieferschwelle von 10.000 Euro pro Jahr für alle 26 EU-Staaten (ohne Deutschland), wird fast jeder, auch kleine Onlinehändler erreichen: Euro 385 pro Land zu 35.000 bis 100.000 Euro.
Mit keinem Wort wird erwähnt, dass es auch finanzielle Einbußen für die KMU geben wird. Die 27 EU Länder haben alle unterschiedlich e Mehrwertsteuers ätze, die meisten sind höher als der deutsche Mehrwertsteuers atz. Unsere Preise werden mit 19% kalkuliert, kauft jemand aus Ungarn bekomme ich zwar auch nur die kalkulierten 19% muss aber 27% abführen. Das würde doch alles nur sinnvoll sein, wenn wir Nettopreise hätten und an der Kasse wird je nach Empfängerland die entsprechende Mehrwertsteuer zugeschlagen. Oder sollen wir jetzt generell die Preise erhöhen, damit die inländischen Kunden die höheren Mehrwertsteuers ätze der anderen EU-Staaten subventionieren können? Kann ich einzelne Länder mit zu hohen Steuersätzen ausschließen oder ist das Geo-Blocking?
Dieses ganze System ist perfide. Die EU Verbraucher kaufen dort ein wo die Preise wegen des geringeren Steuersatzes niedriger sind als im eigenen Land und das Heimatland bekommt doch die höhere Mehrwertsteuer. Für mich wäre es einfacher, wir hätten keine EU, dann würde ich eine Netto-Rechnung und Exportpapiere erstellen und der Kunde in seinem Land die entsprechende Einfuhr-Umsatzs teuer bezahlen.
Leider ist das aber nicht so und ich werde mich wohl durch diese Bürokratie durchkämpfen müssen, in dem Zusammenhang: Kann mir jemand ein Rechnungsprogra mm empfehlen, das mit den unterschiedlich en Steuersätzen arbeitet und ich mir die Quartalszahlen für die einzelnen Länder abrufen kann? Besten Dank
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