Kommissar Breton übernimmt
In einer seiner ersten Amtshandlungen, seit die neue EU-Kommission am 1. Dezember ihre Arbeit aufnahm, äußerte sich der neue Kommissar für den europäischen Binnenmarkt zu den gescheiterten Verhandlungen im Ministerrat. Thierry Breton aus Frankreich stellte in Aussicht, dass die Kommission nun einen komplett neuen Vorschlag für die E-Privacy-Verordnung vorlegen würde. Zwar wolle er die bisherige Arbeit für einen neuen Entwurf nutzen, wie Ecommerce Europe berichtet. Doch der gesamte Gesetzgebungsprozess würde von vorne beginnen und es würden Jahre verstreichen bis es modernisierte Privatsphäregesetzgebung in Europa geben würde.
Die Wirtschaft sieht darin eine Chance, die aus ihrer Sicht unsichere und strikte Datenschutzverordnung neu gestalten zu können. Bereits in den letzten zwei Jahren haben sich Wirtschaftslobbyisten in hohem Maße für gelockerte Regelungen eingesetzt. Für Datenschützer stellt Bretons Ankündigung eines neuen Entwurfs dagegen eine krachenende Enttäuschung dar. Sie sehen darin einen Sieg der Digitalunternehmen und fürchten, dass es weiterhin keine ausreichende Regulierung des Umgangs mit Daten im Netz gebe.
Für den Online-Handel hatte der Händlerbund e.V. gefordert, dass die Bundesregierung sich für eine verhältnismäßige Regelierung der Cookie-Nutzung auf europäischer und nationaler Ebene einsetzt. So solle Datenschutz nicht einseitig gestaltet werden, sondern auch die berechtigten wirtschaftlichen Interessen kleiner und mittelständischer Online-Händler berücksichtigen.
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