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Krankschreibung erst ab Tag 4? Ärzte sehen Einsparpotenzial, Arbeitgeber sind skeptisch

Veröffentlicht: 13.10.2025
imgAktualisierung: 13.10.2025
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 1 Min.
13.10.2025
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ca. 1 Min.
Frau mit Schnupfen sitzt mit Taschentüchern, Tee, Medikamenten und Laptop am Tisch.
Erstellt mit KI
Die KBV will die Krankschreibungspflicht ab dem vierten Krankheitstag einführen, um Arztpraxen zu entlasten. Arbeitgeber lehnen ab.


Wer nur kurz krank ist, soll keine Krankschreibung mehr vorlegen müssen – eine Idee, die Arztpraxen und das Gesundheitssystem entlasten könnte. Doch die Arbeitgeber sehen das kritisch.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, schlägt vor, die Krankschreibungspflicht für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu lockern. Nach seiner Einschätzung verursache die gesetzliche Möglichkeit, bereits in den ersten drei Krankheitstagen eine Bescheinigung zu verlangen, „Abertausende Arztbesuche, die aus unserer Sicht nicht zwingend notwendig wären“, zitiert der Spiegel. Gassen plädiert dafür, die Krankschreibungspflicht erst ab dem vierten Krankheitstag einzuführen. Dies könnte nach seinen Berechnungen jährlich 1,4 Millionen Arztstunden und 100 Millionen Euro einsparen.

Arbeitgeber lehnen Vorschlag ab

Die Arbeitgeberseite zeigt sich von diesen Überlegungen jedoch wenig begeistert. „Eine pauschale Verlängerung der Karenzzeit würde die Arbeitgeberseite zusätzlich belasten, ohne die strukturellen Probleme zu lösen“, sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutschen Presse-Agentur (Onvista). Damit weist die BDA die Initiative der KBV klar zurück.

Lockerung auch bei Kinderkrankheiten gefordert

Ähnliche Änderungen schlägt Gassen für die Krankschreibung erkrankter Kinder vor, die aktuell oft ab dem ersten Krankheitstag erforderlich ist. Der Verzicht auf diese Bescheinigungen bei kurzer Krankheitsdauer könne Eltern und Kinderarztpraxen erheblich entlasten. Ob dieser Vorschlag ebenfalls auf Widerstand bei Arbeitgebern stößt, bleibt abzuwarten.

Veröffentlicht: 13.10.2025
img Letzte Aktualisierung: 13.10.2025
Lesezeit: ca. 1 Min.
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Anonym
17.10.2025

Antworten

Viele kleine Unternehmen haben eine Versicherung, die ihnen beim krankheitsbedingten Ausfall eines Arbeitnehmers einen Teil des Lohns ersetzt. Diese Versicherungen zahlen aber - logischerweise - nur für Tage, für die eine Krankschreibung vorliegt. Deshalb verlangen viele Arbeitgeber in kleinen Unternehmen eine Krankschreibung ab dem ersten Tag. Auch für die Krank-fürs-Kind-Tage. Die vorgeschlagenen Änderungen würden diese kleinen Unternehmen durch den Wegfall der Versicherungsleistungen für die ersten drei Tage erheblich belasten.
Aisteg
14.10.2025

Antworten

Als Arbeitgeber bin ich ganz klar der Meinung: erst nach dem dritten Tag gibt es Krankengeld. Wir werden (gerade aktuell) von vorne bis hinten betrogen und dürfen und können uns nicht wehren! Jeder der nicht Arbeiten kommt und blau macht, bestiehlt mich und wir sind ein 12 Mann (Oh Gott darf ich das so schreiben) Betrieb. Dann wäre auf jeden Fall dem Gesundheitssystem wie den AG geholfen. Aber das ist ja so ungerecht und unpopulär...Moment wie ist es in anderen Ländern....
cf
14.10.2025

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Eigentlich ist es doch ganzschön traurig: Es gibt einzelne Mitarbeitende, die solche Regelungen ausnutzen um einfach mal "blau" zu machen, und Arbeitgeber die Angst haben, dass es alle so machen. Also geben wir lieber Millionen von Euro im Gesundheitssystem aus, müssen steigende Krankenkassenbeiträge zahlen und erhalten weniger Leistungen wenn wir wirklich einmal krank sind. Ob die Menschheit irgendwann mal "erwachsen" wird? Manchmal bedarf es einfach nur etwas Verantwortungsgefühl und Vertrauen. Vorschlag: Man könnte ja einfach mit den Mitarbeitenden, die regelmäßig einzelne Tage krank sind, mal ein Gespräch führen - ob der Arbeitsplatz zu den Ausfällen beiträgt (Stichwort Ergonomie), ein paar Gesundheitstipps geben, etc. Wer als Arbeitgeber seine Mitarbeitenden wertschätzt, wird solche Probleme nur in Einzelfällen haben - und die lassen sich immer irgendwie regeln.