Google-Gründer fordert 60-Stunden-Woche – wäre das in Deutschland möglich?

Veröffentlicht: 05.03.2025
imgAktualisierung: 05.03.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
05.03.2025
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ca. 2 Min.
Mann am Schreibtisch
Erstellt mit Dalle-E
Googles Mitarbeiter sollen motiviert werden, Sergey Brin versucht das über eine 60-Stunden-Woche. Ist das überhaupt erlaubt?


In einem Schreiben an die Mitarbeiter:innen soll Google-Gründer Sergey Brin geäußert haben, dass eine 60-Stunden-Woche der Sweet Spot der Produktivität sei. Außerdem wünscht er sich, dass Mitarbeiter:innen wieder häufiger ins Büro kommen. Während in einigen Betrieben der Trend zum mobilen Arbeiten und einer Vier-Tage-Woche geht, wünscht sich Brin also mehr Arbeit, und diese am besten im Büro, wie Heise berichtete

Google plant Vorherrschaft bei nächster Technologie

Nachdem Brin sich eigentlich aus dem Geschäft zurückgezogen hatte, ist er 2022 zurückgekehrt, mit dem Ziel, die KI-Entwicklung wieder an die Spitze zu treiben. Nachdem Googles KI-Modelle deutlich hinter dem Erfolg von ChatGPT blieben, plant Brin nun, dass Google als erstes Unternehmen eine Artificial General Intelligence (AGI) auf den Markt bringt. Diese soll in der Lage sein, wie ein Mensch zu denken und auch mit Problemfeldern umgehen können, mit denen sie noch nicht konfrontiert wurde. Und damit das möglich wird, müssen die Arbeitnehmenden, so Brin, mehr Zeit auf der Arbeit verbringen.

Regelarbeitszeit sei „unproduktiv“ und „demoralisierend“

Momentan sieht Google drei Pflichttage pro Woche im Büro vor. Brin erwähnte in einem internen Memo allerdings „Ich empfehle, mindestens jeden Werktag im Büro zu sein“ und „60 Stunden ist der Sweetspot für Produktivität“, dabei handle es sich nur um eine grobe Orientierung. Manche Mitarbeiter:innen seien sogar in der Lage, noch mehr zu arbeiten. Diejenigen, die nur Regelarbeitszeit leisten, seien „unproduktiv“ und „äußerst demoralisierend“ für andere.

Wäre eine 60-Stunden-Woche in Deutschland möglich?

Könnten auch deutsche Arbeitgeber:innen fordern, dass ihre Angestellten 60 Stunden in der Woche arbeiten sollen? Das deutsche Arbeitszeitgesetz würde diesen Wünschen einen Strich durch die Rechnung machen. Denn hier heißt es, dass die werktägliche Arbeitszeit von acht Stunden nicht überschritten werden darf und nur zeitweise auf bis zu zehn Stunden verlängert werden kann. Theoretisch wäre eine Sechstagewoche möglich, in vielen Branchen ist allerdings eine Fünftagewoche vertraglich festgelegt.

Rechtlich hätten Arbeitgeber:innen somit wenig Erfolg auf eine 60-Stunden-Woche zu bestehen, gleichwohl es in vielen Betrieben in der Realität anders aussieht. 

Veröffentlicht: 05.03.2025
img Letzte Aktualisierung: 05.03.2025
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Roberrt
06.03.2025

Antworten

Bei uns müsste man nur die ganze Bürokratie abbauen, dann wären viele wieder produktiver auch freiwillig. Den meisten gehen doch die ständig selben Tätigkeiten ob in der Produktion oder im Büro auf den Senkel. Früher hatte man mehr Wochenstunden gearbeitet, das ist wahr, aber auch stressfreier und mit weniger stumpfsinnigen Arbeiten. Ich kenne viele, die den ganzen Tag mittlerweile damit beschäftigt sind, irgendwelche sinnlosen Dokumente up-to-date zu halten. Viele müssen sich täglich selbst eine geistige Motivationsspritze verpassen um überhaupt noch tätig werden zu wollen. Wir schaffen es ja nicht einmal es anderen die nicht täglich freiwillig tätig sind, etwas zu tun - erst einmal müsste man hier beginnen ehe man sich über massive Mehrstunden überhaupt Gedanken macht. Und die Amerikaner hatten schon immer viel mehr gearbeitet, teilweise mit 2-3 Nebenjobs. Aber das liegt daran, dass die auch kein Sozialsystem wie wir haben, ohne Job hat man es drüben sehr schwer. Freiwillig macht das dort aber auch keiner, sie haben lediglich keine andere Option und auch nicht soviel Urlaubstage wie wir, nur mal am Rande.
cf
05.03.2025

Antworten

Und dagegen stehen dann unzählige Studien, dass die Produktivität und Konzentrationsfähigkeit nach spätestens 6 Stunden messbar abnimmt. Unproduktiv ist aus meiner Sicht daher eher, die Mitarbeitenden noch mehr zu fordern, was dann dazu führt, dass aufgrund von zu wenig Schlaf die ersten 6 Stunden auch nicht mehr so produktiv sind. Vielleicht wäre es ja eine völlig neue und sehr ungeahnte Möglichkeit, dass einfach mehr Menschen eingestellt werden - aber so etwas verrücktes müsste man sich mal vorstellen....